Debatte im Kryptomarkt über Quantencomputing
Im Kryptomarkt hat eine Debatte begonnen, nachdem der Forscher Giancarlo Lelli eine Belohnung von 1 BTC von Project Eleven erhalten hat. Dies geschah nach seinem berichteten Erfolg, einen 15-Bit-ECC-Schlüssel mit einem cloudbasierten Quantencomputer zu knacken. Project Eleven gab an, dass Lelli eine modifizierte Version von Shors Algorithmus für diesen Test verwendet hat. Die Gruppe erklärte zudem, dass ihre Herausforderung innerhalb von sieben Monaten von 6-Bit-Schlüsseln auf 15-Bit-Schlüssel übergegangen sei, was auf schnellere Fortschritte bei den Quanten-Tests hinweist.
Kritik an den Ergebnissen
Adam Back, CEO von Blockstream, stellte die Behauptung in Frage, dass dieser Test einen echten Quantenangriff auf Kryptowährungen darstellt. Er argumentierte, dass das Ergebnis keine nützliche Quantenmethode gegen Bitcoin oder moderne kryptografische Systeme beweise. Back wies darauf hin, dass der Test eher wie statistisches Raten als ein technischer Verstoß wirke. Seiner Meinung nach löste der Quantencomputer nicht die Art von schwierigen Problemen, die Bitcoin-Private Keys schützen.
Die Hauptkritik konzentrierte sich auf die geringe Größe des 15-Bit-Schlüssels. Ein Schlüssel dieser Größe hat einen begrenzten Suchraum, was es erheblich einfacher macht, mögliche Antworten zu testen als bei echten Bitcoin-Schlüsseln. Auch der ehemalige Bitcoin Core-Entwickler Jonas Schnelli stellte das Ergebnis in Frage. Er erklärte, der Forscher habe etwa 20.000 von 32.497 Möglichkeiten überprüft, was der Methode eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit ohne Quanten-Vorteil gebe. Schnelli verglich das Ergebnis mit „einem Münzwurf“ und fügte hinzu:
„Quantencomputing hat hier nichts Nützliches beigetragen“
, und argumentierte, dass das Experiment keine echte Bedrohung für die Sicherheit von Kryptowährungen gezeigt habe.
Folgen und Ausblick
Diese Behauptung hat eine neue Diskussion über Quantencomputing und Bitcoin ausgelöst. Einige Marktbeobachter sehen das Ergebnis von Project Eleven als einen Schritt in Richtung zukünftiger Risiken, während Kritiker betonen, dass es nicht auf vollwertige Kryptografie anwendbar ist. Back betonte, dass Bitcoin weit entfernt von der Reichweite aktueller Quantenmaschinen bleibt. Er erklärte, dass Quanten-Systeme wahrscheinlich staatliche Geheimnisse oder Bankensysteme ins Visier nehmen würden, bevor sie ein praktisches Anliegen für Bitcoin werden.
Bitcoin verwendet deutlich größere Schlüsselgrößen als die im Experiment getestete. Aus diesem Grund betrachten Back und andere Skeptiker die Herausforderung als einen Test im kleinen Maßstab und nicht als Beweis dafür, dass Bitcoin einer unmittelbaren Quantenbedrohung ausgesetzt ist.
Diese Episode verdeutlicht das wachsende Interesse an post-quanten Sicherheit im gesamten Krypto-Bereich. Experten bleiben jedoch gespalten darüber, ob das Ergebnis von Project Eleven echten Fortschritt darstellt oder lediglich ein kontrolliertes Experiment mit begrenzter Markt-Relevanz ist.