Kritik an BIP-110
Adam Back, der bekannte Cypherpunk und CEO von Blockstream, übt scharfe Kritik an BIP-110 und bezeichnet es als potenzielle Bedrohung für die Netzwerkstabilität sowie das Vertrauen in Bitcoin als Wertspeicher.
Was ist BIP-110?
Für diejenigen, die mit dem Thema nicht vertraut sind: BIP-110 ist ein Bitcoin Improvement Proposal, das darauf abzielt, die Blockchain von Junk-Daten, Bildern und Videos zu befreien, die durch Protokolle wie Ordinals und Runes erzeugt werden. Dies soll durch die Einführung eines temporären Soft Forks von 12 Monaten geschehen.
Backs Bedenken
In einem aktuellen Post auf X (ehemals Twitter) unterstützt Back die Ansicht, dass die Befürworter von BIP-110 bereit sind, gewöhnliche Nutzer zu opfern, um Spammer zu bestrafen. Seiner Meinung nach umfassen die wichtigsten Risiken:
- Einfrieren von Geldern: Gelder, die an bestehende Transaktionsausgaben gebunden sind, könnten eingefroren werden, was effektiv den Verlust des Zugangs zu Geldern für einige Nutzer bedeuten würde.
- Chain Splits: Der Vorschlag sieht eine Aktivierung mit Unterstützung von nur 50 % der Hashrate vor, anstatt der traditionellen 95 %, was dazu führen könnte, dass BTC in zwei konkurrierende Chains aufgeteilt wird.
Reputationsschaden und Nutzervertrauen
Back weist auch auf den Reputationsschaden hin, den er als Versuch einer Lynchjustiz und als Angriff auf die Neutralität von Bitcoin beschreibt. Er argumentiert, dass Spam eine unnötige Unannehmlichkeit und keine ernsthafte Sicherheitsbedrohung darstellt und dass der Kampf dagegen durch Maßnahmen wie BIP-110 mehr Schaden anrichten würde als die Daten selbst.
Er ist nicht allein in seiner Meinung; Befürworter von BIP-110 scheinen es in Ordnung zu finden, Nutzer zu „rug-pullen„, wenn dies auch Spammer betrifft. Dabei wird oft heruntergespielt, wie problematisch es ist, Nutzer und deren Vertrauen in Bitcoin als Wertspeicher zu gefährden.
Aktuelle Unterstützung für BIP-110
Derzeit wird der Vorschlag nur von einem kleinen Anteil an Knoten unterstützt – etwa 2,4 % bis 4,5 %, hauptsächlich von Nutzern des Bitcoin Knots-Clients. Die größten Mining-Pools haben bisher kein Interesse an der Initiative gezeigt.
Back schlussfolgert, dass BIP-110 effektiv „tot zur Ankunft“ ist und dass die Bereitschaft eines Teils der Community, solche radikalen und rücksichtslosen Maßnahmen in Betracht zu ziehen, für den Bitcoin-Pionier äußerst besorgniserregend ist.