Bank of Korea und die Regulierung von Stablecoins
Die Bank of Korea hat bekräftigt, dass won-denominierte Stablecoins zunächst durch bankgeführte Konsortien ausgegeben werden sollten. Damit verstärkt sie ihre Position, während die Gesetzgebung zu digitalen Vermögenswerten in Südkorea ins Stocken geraten ist.
Laut lokalen Berichten von Digital Asset und EDaily hat die Bank of Korea (BOK) ihre Haltung in Dokumenten, die am Donnerstag an den Finanzausschuss der Nationalversammlung übermittelt wurden, erneut dargelegt.
Die Zentralbank argumentierte, dass bankgeführte Konsortien bei der Ausgabe von won-gestützten Stablecoins Priorität erhalten sollten. Zudem schlug sie die Schaffung eines gesetzlichen Gremiums vor, das Finanzaufsichtsbehörden und andere relevante Regierungsstellen zusammenbringt, um den Sektor zu überwachen.
Politische Position und Empfehlungen
Diese jüngste Einreichung setzt die politische Position fort, die die BOK seit Monaten vertritt, während die Gesetzgeber an dem Digital Asset Basic Act Südkoreas arbeiten. Die Zentralbank hat konsequent betont, dass Banken eine führende Rolle bei der Ausgabe von Stablecoins behalten sollten, da die bestehende Bankenaufsicht eine stärkere Grundlage für finanzielle Stabilität und Verbraucherschutz bietet.
Neben ihren Empfehlungen zu Stablecoins erklärte die BOK, dass sie weiterhin die praktischen Anwendungen von Einlagentoken in der zweiten Jahreshälfte ausweiten werde. Laut den Materialien, die den Gesetzgebern vorgelegt wurden, umfassen die geplanten Anwendungen staatliche Subventionszahlungen, öffentliche Gutscheine, die Infrastruktur für das Laden von Elektrofahrzeugen sowie zusätzliche Zahlungsdienste in der realen Welt, die der allgemeinen Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Herausforderungen und Uneinigkeit
Einlagentoken sind blockchain-basierte digitale Darstellungen von Einlagen bei Geschäftsbanken. Das neueste Update folgt auf frühere politische Schritte, die in diesem Jahr unternommen wurden. Im April nutzte BOK-Gouverneur Hyun-Song Shin seine erste öffentliche Ansprache, um sowohl Einlagentoken als auch digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) zu unterstützen.
Im selben Monat kündigte das südkoreanische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen ein Pilotprogramm an, das tokenisierte Bankeinlagen für staatliche Betriebsausgaben nutzen würde, was auf eine anhaltende institutionelle Unterstützung für tokenisierte Zahlungsinfrastrukturen hinweist.
Auch wenn die Entwicklung von Projekten zu Einlagentoken voranschreitet, bleibt die Uneinigkeit über die Ausgabe von Stablecoins eines der größten Hindernisse für die Gesetzgebung zu digitalen Vermögenswerten in Südkorea. Die Präferenz der BOK für bankkontrollierte Emittenten hat die politischen Entscheidungsträger, Finanzinstitute und Teile der digitalen Vermögensindustrie gespalten.
Laut lokalen Berichten haben die Gesetzgeber noch keine Einigung darüber erzielt, ob Stablecoins ausschließlich durch bankgeführte Einrichtungen ausgegeben werden sollten oder ob auch Nicht-Banken unter dem neuen Rahmen teilnehmen dürfen.
Legislative Diskussionen und Zeitplan
Der Streit geht über Stablecoins hinaus. Mitglieder der Nationalversammlung ziehen auch in Betracht, wie tokenisierte reale Vermögenswerte (RWAs) und andere digitale Vermögenswerte in die bestehenden Finanzvorschriften Südkoreas integriert werden sollten. Im April schlug die regierende Demokratische Partei vor, sowohl Stablecoins als auch RWAs unter den aktuellen Finanzgesetzen zu regulieren, aber zentrale Fragen zur Berechtigung der Emittenten blieben ungelöst.
Während die legislativen Diskussionen fortgesetzt werden, hat sich der ursprüngliche Zeitplan der Regierung erheblich verschoben. Anfang dieses Jahres informierte die Regierung Präsident Lee Jae-myung, dass sie das erste Quartal 2026 für das Inkrafttreten des Digital Asset Basic Act anvisiere.
Laut lokalen Berichten wurde dieser Zeitplan seitdem durch Störungen im Zusammenhang mit dem US-israelischen Konflikt, der Ende Februar begann, den Kommunalwahlen und der Zeit, die benötigt wird, um die Ausschussstrukturen innerhalb der Nationalversammlung neu zu organisieren, verzögert.
Mit der neuesten Einreichung bei den Gesetzgebern hat die Bank of Korea erneut klargestellt, dass sie die bankgeführte Ausgabe und die koordinierte regulatorische Aufsicht als wesentliche Schutzmaßnahmen ansieht, bevor won-gestützte Stablecoins in breitere Umlauf gelangen können, während die umfassendere gesetzgeberische Debatte ungelöst bleibt.