Bitcoin Depot verstärkt Identitätsüberprüfung an Geldautomaten
Bitcoin Depot wird die Identität der Kunden bei jeder Nutzung seiner Geldautomaten überprüfen und seine Compliance-Verfahren angesichts des wachsenden Drucks von Staatsanwälten verfeinern. Dieser Schritt stellt einen signifikanten Fortschritt in den Bemühungen von Bitcoin Depot dar, Betrug und andere illegale Aktivitäten zu verhindern, wie das in Atlanta ansässige Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärte.
Neue Richtlinien zur Betrugsprävention
Die Umsetzung dieser Richtlinie begann im Rahmen eines schrittweisen Rollouts Anfang dieses Monats. Durch die Verpflichtung zur Vorlage persönlicher Ausweise für jede Transaktion möchte das Unternehmen Kontoteilung, Identitätsdiebstahl und Versuche zur Übernahme von Konten eindämmen. Im Oktober begann Bitcoin Depot, von den Kunden zu verlangen, dass sie bei der erstmaligen Nutzung seiner Dienste Ausweise vorlegen.
„Die Überprüfung der Identität bei jeder Transaktion hilft uns, Muster zu erkennen, die während der Einarbeitung möglicherweise nicht sichtbar sind“, erklärte CEO Scott Buchanan gegenüber Decrypt.
„Bitcoin Depot nimmt diese Angelegenheit sehr ernst, da wir weiterhin das Vertrauen und die Sicherheit unserer Kunden priorisieren.“ Das Unternehmen, das 8.800 Geldautomaten in Nordamerika betreibt, sah seinen Aktienkurs am Dienstag um 6,7 % auf 5,37 USD fallen, was einem Rückgang von 80 % in den letzten sechs Monaten entspricht.
Vorwürfe und rechtliche Herausforderungen
Bitcoin Depot betont, dass es einen breiteren Zugang zu digitalen Vermögenswerten ermöglicht, indem es den Kunden gestattet, Bitcoin mit Bargeld über seine Automaten zu kaufen. Allerdings behaupten Staatsanwälte in Massachusetts und Iowa, dass das Unternehmen wissentlich von Betrügereien gegen ältere Menschen profitiert. Im Jahr 2025 verloren Amerikaner 333 Millionen USD durch Betrug im Zusammenhang mit Krypto-Geldautomaten, so das FBI.
Ein Bericht von AARP stellte fest, dass im letzten Jahr 14 Bundesstaaten Gesetze verabschiedeten, die sich gegen Krypto-Geldautomaten richten, wobei Staaten wie Kalifornien und Texas strenge Transaktionslimits auferlegten. Betrüger zielen zunehmend auf Senioren ab, die Bitcoin-Geldautomaten nutzen, aufgrund der irreversiblen Natur der Transaktionen im Netzwerk des Vermögenswerts.
Oft coachen sie die Opfer, um ihnen Gelder unter dem Vorwand von „Regierungszahlungen“ oder „Technikunterstützung“ zu entlocken, bevor sie verschwinden.
In einer Klage, die Anfang dieses Monats eingereicht wurde, behauptete die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Andrea Campbell, dass Bitcoin Depot wissentlich Krypto-Betrügereien erleichtert habe, „während sie Schutzmaßnahmen gegen Betrug und irreführende Informationen für Investoren entfernten, um sich selbst die Taschen zu füllen.“
Die Beschwerde weist darauf hin, dass die Kunden nur eine Telefonnummer angeben mussten, als sie kleine Beträge von Bitcoin kauften, bevor Bitcoin Depot seine Richtlinie im Oktober verfeinerte. Wie die Klage, die der Generalstaatsanwalt von Iowa letztes Jahr gegen Bitcoin Depot erhob, behauptete Campbell, dass die Kunden von Bitcoin Depot versteckten Aufschlägen ausgesetzt seien.
Gerichtliche Maßnahmen und Rückerstattungen
Die Klage in Massachusetts ist jedoch anders, da sie ein Gericht auffordert, Bitcoin Depot zu zwingen, sein Geschäft anzupassen. In der Klage forderte Campbell, dass Bitcoin Depot daran gehindert wird, Transaktionen im Wert von mehr als 10.000 USD „ohne zusätzliche Schritte zur Betrugsprävention“ anzunehmen, wie z. B. das Stellen einer Reihe von Fragen zur Identifizierung von Betrugsrisiken und die Einrichtung eines Rückerstattungsprozesses für Opfer.
Im letzten Jahr entschied der Oberste Gerichtshof von Iowa, dass Bitcoin Depot berechtigt war, Bargeld, das in seinen Geldautomaten aus Betrügereien stammte, zu behalten. Diese Entscheidung basierte auf der Tatsache, dass die Kunden bestätigen müssen, dass sie die Wallet besitzen, die Bitcoin erhält, um Transaktionen abzuschließen.
Dennoch stimmte das Unternehmen letzten Monat zu, Gelder an Betrugsopfer in Maine zurückzugeben, nachdem eine Einigung über 1,9 Millionen USD mit dem Büro für Verbraucherschutz des Bundesstaates erzielt wurde.
Obwohl Bitcoin Depot mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeitet, um möglicherweise Betrüger zu identifizieren, kann gelegentlich Verwirrung entstehen. Dazu gehört ein Fall im letzten Jahr, in dem die Behörden in Texas mit Elektrowerkzeugen in einen der Geldautomaten des Unternehmens eindrangen, um Gelder zurückzuholen.