Einführung
Die brasilianische Regierung hat beschlossen, eine umstrittene Steuer auf Stablecoin-Transaktionen vorerst auszusetzen, um politischen Gegenwind zu vermeiden, während Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sich auf die bevorstehenden Wahlen vorbereitet. Der neu ernannte Wirtschaftsminister Dario Durigan wird sich auf andere Themen konzentrieren, um den Rückhalt im Kongress nicht zu gefährden.
Änderung der Prioritäten
Obwohl lokale Medien berichteten, dass die Besteuerung von Stablecoin-Transaktionen nur noch Wochen entfernt sei, deuten aktuelle Informationen darauf hin, dass die Regierung ihre Prioritäten geändert hat. Laut Quellen, die von Reuters zitiert wurden, wird die Einführung dieser Steuer auf einen hypothetischen vierten Amtszeit von Präsident Lula verschoben, da die Regierung in den Wahlmodus wechselt und umstrittene Gesetze vermeiden möchte.
„Es bleibt auf dem Radar. Aber es muss vorsichtig angegangen werden, denn die Gemüter in Brasília sind erhitzt,“
betonte eine Quelle.
Ursprünglicher Besteuerungsplan
Der ursprüngliche Besteuerungsplan sah vor, Stablecoin-Transaktionen als Devisengeschäfte zu behandeln und eine Abgabe von 3,5 % auf alle Bewegungen zu erheben, mit Ausnahmen für Nutzer, die nicht mehr als 10.000 brasilianische Reais (fast 1.910 $) monatlich bewegen. Dieser Vorschlag stieß auf massive Gegenreaktionen von Krypto-Organisationen und Gesetzgebern, die sogar rechtliche Schritte gegen die Maßnahme androhten, da sie diese als verfassungswidrig und im Widerspruch zur aktuellen Regulierung von Kryptowährungen ansahen.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Analysten weisen darauf hin, dass dieser Vorschlag zwar die Krypto-Industrie im Land aufwühlen würde, er der Regierung jedoch ermöglichen könnte, über 8 Milliarden Dollar aus Krypto-Transaktionen zu generieren und das Stablecoin-Überweisungsgeschäft aus einer rechtlichen Grauzone zu holen. Derzeit nutzen viele Brasilianer dieses Schlupfloch, um einer Besteuerung zu entgehen.
Neue Führung
Dario Durigan, der im November betonte, dass die Regeln zur Besteuerung von Stablecoins in Arbeit seien, ist nun das neue Gesicht der brasilianischen Wirtschaft. Er muss sich zudem mit den Auswirkungen des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran auf die Finanzen Brasiliens auseinandersetzen. Durigan tritt die Nachfolge von Lulas langjährigem Verbündeten Fernando Haddad an, der zurückgetreten ist, um für das Amt des Gouverneurs von São Paulo zu kandidieren.
Öffentliche Konsultation
Die zuletzt beschriebene Maßnahme soll von der brasilianischen Steuerbehörde zur öffentlichen Konsultation eingereicht werden.
Zusammenfassung der Fragen
- Warum verzögert Brasilien die vorgeschlagene Steuer auf Stablecoins? Die Regierung verschiebt die umstrittene Maßnahme bis nach den bevorstehenden Wahlen, um politischen Gegenwind zu vermeiden.
- Was beinhaltete der vorgeschlagene brasilianische Krypto-Steuerplan? Der Plan sah eine Abgabe von 3,5 % auf Stablecoin-Transaktionen vor, indem diese als Devisengeschäfte behandelt werden.
- Wie reagierten lokale Organisationen auf die Steuer auf Stablecoins? Brasilianische Gesetzgeber und Krypto-Gruppen drohten mit rechtlichen Schritten und argumentierten, dass die Maßnahme verfassungswidrig sei und den aktuellen Vorschriften widerspreche.
- Wer überwacht jetzt die wirtschaftlichen und Krypto-Politiken Brasiliens? Der neu ernannte Wirtschaftsminister Dario Durigan hat die Kontrolle übernommen, nachdem Fernando Haddad zurückgetreten ist, um für das Amt des Gouverneurs von São Paulo zu kandidieren.