Debatte über Bitcoin und den US-Dollar
In dieser Woche führten der Medienpersönlichkeit Tucker Carlson und der Ökonom Peter Schiff eine Debatte über das Potenzial von Bitcoin, den US-Dollar zu ersetzen. Dabei wurden Themen wie Inflation, Staatsausgaben und die Zukunft der Geldpolitik angesprochen.
Schiffs Kritik an Bitcoin
Schiff, ein langjähriger Kritiker von Kryptowährungen und Befürworter von Gold, erklärte während des Interviews, dass Bitcoin als spekulative Ware fungiert, ohne einen zugrunde liegenden Nutzen über die Preissteigerung hinaus. Er charakterisierte den Vorschlag, ein strategisches Bitcoin-Reservoir der USA einzurichten, als eine von den Steuerzahlern finanzierte Rettungsaktion für frühe Anwender und nicht als solide Geldpolitik.
Der Ökonom argumentierte, dass die Nachfrage nach Bitcoin hauptsächlich aus den Erwartungen der Käufer resultiert, später zu höheren Preisen verkaufen zu können, und beschrieb dieses Phänomen als konsistent mit der „Greater Fool Theory“ anstelle einer produktiven Investition.
Inflation und Staatsausgaben
Der Austausch fand im Rahmen einer breiteren Diskussion über Inflation und Staatsausgaben statt. Schiff sagte zu Carlson, dass die offiziellen Inflationsstatistiken die tatsächlichen Kostensteigerungen für Haushalte nicht widerspiegeln und behauptete, dass Änderungen am Verbraucherpreisindex die Preissteigerung unterschätzt haben. Er führte die steigenden Preise auf die Ausweitung von Geld und Kredit und nicht auf Unternehmenspreisentscheidungen zurück.
Schiff kritisierte die Fiskalpolitik sowohl unter demokratischen als auch republikanischen Regierungen und nannte speziell den „Big Beautiful Bill“, der von Präsident Donald Trump vorgeschlagen wurde, als Verschlechterung des Defizits durch erhöhte Staatsausgaben und reduzierte Steuern. Der Ökonom führte die aktuellen wirtschaftlichen Druckfaktoren auf die Beendigung des Goldstandards im Jahr 1971 zurück, als der US-Dollar vollständig zur Fiat-Währung wurde.
Globale monetäre Dynamiken
Globale monetäre Dynamiken waren ebenfalls Teil der Diskussion. Schiff stellte fest, dass der Status des Dollars als führende Reservewährung es den Vereinigten Staaten ermöglicht hat, anhaltende Handelsdefizite zu fahren. Er erklärte, dass dieses Arrangement unter Druck steht, da Länder ihre Dollar-Exposition neu bewerten, insbesondere nach den Sanktionen gegen Russland, die seiner Meinung nach die Risiken im Zusammenhang mit dem Halten von dollar-denominierten Reserven verdeutlichen.
Er nannte die Diversifizierung der Zentralbanken in Gold als Beweis für diesen Trend, der sich in den jüngsten Preisbewegungen widerspiegelt.
Bitcoin als Reservewährung
Schiff verwies auf einen kürzlichen Rückgang des Bitcoin-Preises als Hinweis darauf, dass Investoren traditionelle Wertspeicher gegenüber spekulativen Vermögenswerten bevorzugen. Als Carlson die Frage stellte, ob Bitcoin den Dollar ersetzen könnte, wenn das Vertrauen in Fiat-Währungen sinkt, wies Schiff diese Annahme zurück. Er erklärte, dass Bitcoin keinen intrinsischen Wert und keine nicht-monetäre Nachfrage hat, was es ungeeignet macht als Reservewährung für Zentralbanken, die Stabilität und tiefe Liquidität benötigen.
Während er anerkennt, dass sowohl Fiat-Währung als auch Bitcoin vom Vertrauen abhängen, unterschied Schiff Gold als greifbare Ware mit Anwendungen in Schmuck, Elektronik, Luft- und Raumfahrt sowie Medizin.
Fazit
Die Debatte spiegelt laufende Diskussionen in den Finanzmärkten und politischen Kreisen wider. Bitcoin-Befürworter positionieren die Kryptowährung zunehmend als digitales Gold und verweisen auf ihr begrenztes Angebot und ihre nicht-sovereine Natur, während die US-Staatsverschuldung 37 Billionen Dollar überschreitet.