Überwachung der Krypto-Märkte
Gesetzgeber prüfen derzeit, ob sie der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) eine umfassende neue Rolle bei der Überwachung der Krypto-Märkte übertragen sollen. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die Behörde bereits unter internem Druck steht und ihre Ressourcen begrenzt sind. In einem Bericht vom Dienstag identifizierte das Büro des Inspektors General die Regulierung digitaler Vermögenswerte als ein bedeutendes Management- und Leistungsrisiko für das Haushaltsjahr 2026. Dabei wird auf ausstehende Gesetzgebung verwiesen, die die Verantwortlichkeiten der CFTC erheblich erweitern könnte.
Erweiterung der Befugnisse
Die Erweiterung der Befugnisse würde erfordern, dass die CFTC mehr Personal einstellt, technische Expertise aufbaut und neue Datensysteme entwickelt, da ihr Mandat komplexer wird. Diese Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Belegschaft der Behörde stark geschrumpft ist. Die Anzahl der Mitarbeiter fiel von etwa 708 Vollzeitbeschäftigten am Ende des Haushaltsjahres 2024 auf rund 556 ein Jahr später, was einem Rückgang von etwa 21,5 % entspricht, so das Büro.
„Die CFTC ist der am besten institutionell ausgerichtete Regulator für Krypto-Derivate und Vorhersagemärkte, aber ihr Mandat und ihre Ressourcen wurden nicht für immer aktive, dezentrale Spotmärkte konzipiert“, sagte Vincent Liu, Chief Investment Officer der quantitativen Handelsfirma Kronos Research, gegenüber Decrypt.
Solche Bedingungen erfordern neue Ansätze zur Marktüberwachung, Durchsetzung und Datensammlung, die über die in der traditionellen Derivateaufsicht verwendeten hinausgehen.
„Bedeutende Aufsicht wird gezielte gesetzliche Erweiterungen und einen hybriden Rahmen erfordern, nicht eine einfache Erweiterung des bestehenden Warenrechts“, fügte Liu hinzu.
CLARITY Act und regulatorische Unsicherheit
In der vergangenen Woche blieb der Schwung rund um den CLARITY Act ungleichmäßig, was Unsicherheit darüber schuf, wie weit der Kongress bereit ist, die Aufsicht über digitale Vermögenswerte umzugestalten. Das Gesetz zielt darauf ab, gesetzliche Klarheit über die Regulierung verschiedener Kryptowährungen und Marktteilnehmer zu schaffen. Insbesondere soll es klarere regulatorische Grenzen zwischen der CFTC und der SEC schaffen, wobei erstere die Verantwortung für den Krypto-Spotmarkt übernimmt. Es soll auch klarere Klassifizierungs- und Registrierungsanforderungen bieten.
Dennoch stockten die Verhandlungen über das parteiübergreifende Gesetz zur Struktur des Krypto-Marktes nach Änderungen in letzter Minute, die auf Widerstand von Coinbase und erneute Meinungsverschiedenheiten im Senat über Zuständigkeitsgrenzen und den Umfang der Durchsetzung zurückzuführen waren.
Vorhersagemärkte und regulatorische Herausforderungen
Vorhersagemärkte komplizieren weiter den Umfang der Rolle der CFTC, da sie reale Ereignisse in handelbare Verträge umwandeln könnten, was die Definition eines „Waren“-Marktes erweitert.
„On-Chain-Vorhersagemärkte werden wahrscheinlich durch compliance-bewusste Architekturen überleben, die selektive Transparenz ermöglichen und es den Regulierungsbehörden ermöglichen, die Legalität und Integrität des Marktes zu überprüfen, ohne alle Benutzeraktivitäten offenzulegen“, sagte Rob Viglione, CEO von Horizen Labs, gegenüber Decrypt.
Da viele dieser Märkte on-chain betrieben werden, global agieren und geopolitische Ereignisse abdecken, werfen sie rechtliche und institutionelle Fragen auf, mit denen die Behörde traditionell nicht konfrontiert war.
Dennoch sagte Viglione, dass das regulatorische Modell, das letztendlich in der Praxis funktioniert, „Privatsphäre mit nachweisbarer Compliance in Einklang bringen wird, nicht mit pauschalen Verboten oder vollständiger Überwachung“, fügte er hinzu.
Decrypt hat die CFTC um einen Kommentar gebeten.