Einführung in die digitale Währung
Während China mit Zinsen für seine digitale Währung voranschreitet, bleibt die Debatte in den USA ungelöst. Die unterschiedlichen Ansätze verdeutlichen eine wachsende politische Kluft darüber, wie digitales Geld konkurrieren sollte, wer von Belohnungen profitieren kann und wie sich Zahlungssysteme entwickeln, während der Handel zunehmend on-chain verlagert wird.
Chinas digitale Währung und Zinszahlungen
China wird ab dem 1. Januar beginnen, Zinsen auf Guthaben im offiziellen digitalen Yuan zu zahlen. Diese Änderung rückt die staatlich unterstützte Währung näher an ein Einlagenprodukt und schärft die Unterschiede zur laufenden US-Debatte über Stablecoin-Belohnungen. Die Politik, die von hochrangigen Beamten der People’s Bank of China bestätigt und von Bloomberg berichtet wurde, ermöglicht es Geschäftsbanken, Zinsen an Nutzer basierend auf der Menge an digitalem Yuan zu zahlen, die sie halten.
Diese Änderung folgt auf fast ein Jahrzehnt an Pilotprojekten und Tests für den digitalen Yuan, auch bekannt als e-CNY. Trotz einer breiten Einführung in Städten und Anwendungsfällen hat die Akzeptanz hinter privaten Zahlungsplattformen wie Alipay und WeChat Pay zurückgeblieben. Beamte rahmen die Zinszahlungen nun als Möglichkeit, den digitalen Yuan praktischer für den täglichen Gebrauch zu machen, anstatt nur einen digitalen Bargeldersatz zu bieten.
Statistiken und Marktintegration
Laut Lu Lei, dem stellvertretenden Gouverneur der People’s Bank of China, hatte das System bis Ende November 3,48 Milliarden Transaktionen verarbeitet, die insgesamt 16,7 Billionen Yuan ausmachten. Die Zentralbank hat diese Zahlen hervorgehoben, um die Skalierung zu demonstrieren, während sie auch signalisiert, dass Anreize erforderlich sind, um das Verbraucherverhalten in einem überfüllten Zahlungsmarkt zu ändern.
Chinesische Politiker haben die Zinsfunktion als Teil eines umfassenderen Bemühens beschrieben, den digitalen Yuan in das Bankensystem zu integrieren. Geschäftsbanken werden Zinsen berechnen und verteilen, wodurch die Währung enger mit nachfragedepotähnlichen Konten verknüpft wird. Infolgedessen beginnt der digitale Yuan, einer Hybridform zwischen Bargeld und Bankeinlagen zu ähneln.
Wettbewerbsdruck und geopolitische Implikationen
Gleichzeitig spiegelt dieser Schritt den Wettbewerbsdruck wider. Private Plattformen dominieren weiterhin den Einzelhandel, und Zinsen bieten einen direkten finanziellen Anreiz für Nutzer, Guthaben in offiziellen Wallets zu halten. Dieser Anreiz spiegelt langjährige Instrumente wider, die von Banken weltweit verwendet werden, um Einlagen anzuziehen.
Die Ankündigung erfolgt auch im breiteren geopolitischen Kontext. China hat sein Projekt zur digitalen Währung konsequent als langfristige Infrastrukturverbesserung dargestellt, während Kritiker im Westen es oft durch die Linse der monetären Konkurrenz und des grenzüberschreitenden Einflusses betrachten.
Reaktionen in den USA
Der Zeitpunkt von Chinas Entscheidung hat in Washington Aufmerksamkeit erregt, wo Gesetzgeber erneut prüfen, ob Stablecoin-Emittenten Belohnungen oder Zinsen anbieten dürfen. Der Bankenausschuss des Senats bereitet sich darauf vor, ein Gesetz zur Marktstruktur zu verabschieden, wobei die Belohnungen für Stablecoins weiterhin debattiert werden, trotz früherer Bestimmungen im GENIUS-Gesetz.
Coinbase-CEO Brian Armstrong warnte, dass das Blockieren von Belohnungen das Wettbewerbsvermögen der USA schwächen könnte. In einem Beitrag vom 7. Januar auf X sagte er, Chinas Entscheidung zeige, dass die Zahlung von Zinsen den normalen Menschen zugutekommt und einen Wettbewerbsvorteil darstellt.
Er fügte hinzu, dass Belohnungen auf Stablecoins das Verleihen nicht verringern würden, sondern beeinflussen würden, ob US-Dollar-Stablecoins global attraktiv bleiben. Branchenvertreter argumentieren, dass Belohnungen Wettbewerb im Zahlungsverkehr einführen, anstatt Banken zu bedrohen. Sie verweisen auf Forschungen, die keinen klaren Zusammenhang zwischen dem Wachstum von Stablecoins und verringertem Bankkredit oder Einlagen bei Gemeinschaftsbanken zeigen.
Im Gegensatz dazu warnen Kritiker aus dem Bankensektor, dass zinsbringende Stablecoins die Margen unter Druck setzen könnten, die mit Einlagen und Kartengebühren verbunden sind.