Coinbase fordert Überprüfung der Obergrenzen für Sterling-Stablecoins
Coinbase hat die britischen Regulierungsbehörden aufgefordert, die vorgeschlagenen Obergrenzen für Bestände an Sterling-Stablecoins zu überdenken und gewarnt, dass strenge Obergrenzen Innovationen behindern könnten. Tom Duff Gordon, Vizepräsident für internationale Politik bei Coinbase, äußerte sich im Finanzdienstleistungsausschuss des House of Lords und betonte, dass das Vereinigte Königreich ins Hintertreffen geraten könnte, wenn die Regeln zu restriktiv bleiben. Er hob hervor, dass die Details des regulatorischen Rahmens die finanzielle Bedeutung Londons im nächsten Jahrzehnt prägen werden.
Kritik an den geplanten Bestandsobergrenzen
Duff Gordon kritisierte den Plan der Bank von England, individuelle Bestände auf 20.000 £ und Unternehmensbestände auf 10 Millionen £ zu begrenzen. Er argumentierte, dass diese Schwellenwerte unzureichend seien, um Stablecoins als bedeutende Abwicklungsinfrastruktur zu etablieren. Solche Grenzen könnten Stablecoins daran hindern, tokenisierte Anleihen- und Staatsanleihegeschäfte effizient zu erleichtern, was dazu führen könnte, dass Sterling-Stablecoins Schwierigkeiten haben, in den Kapitalmärkten an Relevanz zu gewinnen.
Empfehlungen zur Stärkung des Stablecoin-Rahmens
Während der Anhörung skizzierte Duff Gordon fünf Empfehlungen zur Stärkung des Stablecoin-Rahmens im Vereinigten Königreich. Er forderte:
- Die Aufhebung von Haltegrenzen
- Die Erlaubnis eines größeren Anteils an Reserven in kurzfristigen britischen Staatsanleihen
- Die Ermöglichung von Stablecoins für den Großhandelsabgleich
Darüber hinaus ermutigte er die Regulierungsbehörden, die Regeln international abzustimmen und Plattformen wie Coinbase zu erlauben, Stablecoin-Inhaber zu belohnen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern und gleichzeitig die finanzielle Stabilität zu wahren.
Vorteile von Stablecoins
Stablecoins können die Kosten für grenzüberschreitende Transaktionen senken und inländische Zahlungen beschleunigen, bemerkte er. Im Vergleich zu traditionellen Kartensystemen bieten Stablecoins nahezu sofortige Abwicklung zu minimalen Kosten. Zudem wird die Übertragung von realen Vermögenswerten auf Blockchain-Netzwerke entsprechende tokenisierte Bargeldinstrumente erfordern. Sterling-denominierte Stablecoins könnten die globale Rolle des Pfunds stärken und die derzeitige Dominanz von dollargebundenen digitalen Token herausfordern.
Risiken und Unterschiede zu traditionellen Banken
Duff Gordon erkannte potenzielle Risiken für die finanzielle Stabilität an, hob jedoch die Unterschiede zu traditionellen Banken hervor. Im Gegensatz zu Banken sind Stablecoins vollständig reserviert und vermeiden die Umwandlung von Fälligkeiten, was das Risiko von Bankruns verringert und deren Schwere mindert. Die vorgeschlagene Liquiditätsfazilität der Bank von England würde es Emittenten ermöglichen, hochwertige liquide Vermögenswerte in Stresssituationen gegen Bargeld zu verpfänden, um erzwungene Vermögensverkäufe zu verhindern.
Praktische Umsetzung und Zukunft des Pfunds
Keith Grose, CEO von Coinbase UK, betonte, dass die praktische Umsetzung entscheidend sei. Klare Genehmigungen, verhältnismäßige Regeln und zuverlässiger Bankzugang sind unerlässlich, um die Aktivitäten im Inland zu halten. Ohne Klarheit könnten Unternehmen ihre Geschäfte ins Ausland verlagern. Gut gestaltete Vorschriften könnten Vertrauen aufrechterhalten, Innovationen fördern und sicherstellen, dass das Vereinigte Königreich im Bereich der Zahlungen der nächsten Generation wettbewerbsfähig bleibt, während die digitale Rolle des Pfunds gestärkt wird.