Einführung eines neuen Krypto-Gesetzes
Ein neues Krypto-Gesetz, das von dem Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, Alvin Bragg, und dem New Yorker Senator Zellnor Myrie initiiert wurde, sieht vor, unlizenzierte virtuelle Währungsoperationen von einem zivilrechtlichen Problem in eine Straftat umzuwandeln. Dies könnte für Betreiber, die in einem einzigen Jahr einen Umsatz von 1 Million Dollar oder mehr erzielen, bis zu 15 Jahre Gefängnis nach sich ziehen.
Hintergrund und Motivation
Die Ankündigung des Büros des Manhattan DA stellt die Gesetzgebung als Korrektur der bestehenden Lücke im BitLicense-Rahmen in New York dar, der eine Registrierung für Krypto-Unternehmen erfordert, jedoch bislang keine strafrechtlichen Konsequenzen für die Missachtung dieser Anforderung vorsieht. Bragg erklärte vor einem Publikum an der New York Law School, dass der Krypto-Sektor „eine Verantwortung auf Steroiden“ benötige.
Änderungen durch den CRYPTO Act
Derzeit sehen sich unlizenzierte Krypto-Betreiber in New York lediglich zivilrechtlichen Strafen gegenüber. Der CRYPTO Act würde diese Struktur grundlegend ändern und den Bundesstaat mit der Mehrheit der US-Gerichtsbarkeiten in Einklang bringen, die bereits ähnliche Verhaltensweisen kriminalisieren.
Jede unlizenzierte virtuelle Währungsoperation beginnt als ein Vergehen der Klasse A. Die Anklage eskaliert zu einem Verbrechen der Klasse E, sobald ein Unternehmen 25.000 Dollar oder mehr innerhalb von 30 Tagen oder 250.000 Dollar oder mehr in einem Jahr bewegt. Ein Verbrechen der Klasse C, die höchste Stufe, gilt für Umsätze von 1 Million Dollar oder mehr in einem Jahr und sieht eine maximale Haftstrafe von 5 bis 15 Jahren vor.
Dringlichkeit und Reaktion
Bragg machte die Dringlichkeit deutlich: „Krypto ist das bevorzugte Mittel für kriminelle Akteure, um die Erlöse aus Verbrechen zu bewegen und zu verstecken. Es ist längst an der Zeit, dass Unternehmen, die ohne eine Lizenz für virtuelle Währungen operieren und die Sorgfaltspflichten missachten, strafrechtliche Konsequenzen zu spüren bekommen.“
Das Trump-Justizministerium hatte im April 2025 sein National Cryptocurrency Enforcement Team aufgelöst und die Bundesstaatsanwälte angewiesen, sich auf Terrorismus- und Drogenfälle zu konzentrieren, anstatt auf Verstöße gegen unlizenzierte Geldübertragungen oder -wechsel. Sechs demokratische Senatoren haben diese Entscheidung als Interessenkonflikt angefochten.
Regulatorische Entwicklungen
New York bewegt sich auf staatlicher Ebene in die entgegengesetzte Richtung und argumentiert, dass der Rückzug des Bundes eine Lücke geschaffen hat, die die Staatsanwälte nun mit Strafrecht und nicht nur mit zivilrechtlichen Strafen füllen müssen. Wie crypto.news berichtet, wird der bundesstaatliche regulatorische Rahmen für Krypto im Rahmen der Umsetzung des GENIUS Act aufgebaut, wobei die FDIC, OCC und das Finanzministerium jeweils separate Regelungsprozesse vorantreiben, die nur für lizenzierte Unternehmen gelten.
Wie crypto.news festgestellt hat, lässt die Compliance-Architektur des GENIUS Act unlizenzierte Betreiber in einem regulatorischen Blindspot, genau die Lücke, die der CRYPTO Act durch das staatliche Strafrecht anvisiert. Das Gesetz muss noch durch die New Yorker Staatslegislatur verabschiedet werden, und ein Zeitplan für die Gesetzgebung wurde bislang nicht bekannt gegeben.