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Deutschlands Zentralbank unterstützt Euro-Stablecoins unter MiCA zur Bekämpfung der Dollar-Dominanz

vor 14 Stunden
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Einführung

Die Deutsche Bundesbank hat eine klare öffentliche Position zugunsten euro-denominierter Stablecoins und einer Einzelhandels-Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) eingenommen. Dies geschieht im Rahmen einer umfassenden Strategie Europas, die monetäre Autonomie zu wahren und die Abhängigkeit vom US-Dollar bei digitalen Zahlungen zu verringern. Dieser Schritt spiegelt die wachsende Besorgnis unter europäischen politischen Entscheidungsträgern und Regulierungsbehörden wider, dass an den Dollar gebundene Stablecoins, die in den Kryptomärkten weit verbreitet sind, die Abhängigkeit von ausländischer monetärer Infrastruktur vertiefen und die Rolle des Euro im Laufe der Zeit schwächen könnten.

Strategische Notwendigkeit

Bundesbankpräsident Joachim Nagel hat diesen politischen Kurswechsel als strategische Notwendigkeit und nicht als spekulative Option dargestellt. Bei Bemerkungen in Frankfurt auf einer kürzlichen Veranstaltung argumentierte er, dass Europa eigene digitale Zahlungsmittel entwickeln müsse, einschließlich regulierter Stablecoins und eines digitalen Euro, um den Einfluss dollarbasierter digitaler Vermögenswerte zu bekämpfen und die finanzielle Souveränität des Kontinents zu gewährleisten.

Regulierung und Unterstützung

Diese Haltung steht im Einklang mit den Bemühungen der Europäischen Union, den Rechtsrahmen für die Regulierung von Krypto-Assets (MiCA) umzusetzen, der Regeln und Standards für die Emission und den Betrieb von Krypto-Assets, einschließlich Stablecoins, in den EU-Mitgliedstaaten festlegt. Deutschlands Unterstützung für euro-gebundene Stablecoins markiert einen Wandel von vorsichtiger Regulierung zu aktiver Unterstützung. Nagel verknüpfte diesen Vorstoß ausdrücklich mit der Notwendigkeit, Europa vor der wachsenden Dominanz von US-Dollar-Stablecoins zu schützen, die global einen erheblichen Marktanteil erreicht haben.

Risiken und Herausforderungen

Dollar-gebundene Stablecoins repräsentieren Hunderte von Milliarden Dollar an Liquidität, was die euro-basierten Alternativen in den Schatten stellt und Bedenken hinsichtlich einer „digitalen Dollarisation“ aufwirft, bei der die digitale Finanzwirtschaft zunehmend an eine ausländische Währung gebunden wird. Nagel und andere europäische Beamte betonten, dass ein starkes, gut reguliertes euro-digitales Ökosystem private Stablecoins umfassen sollte, die den MiCA-Standards entsprechen. Diese Token würden an den Euro gebunden und durch Reserven gedeckt, die strengen Transparenz- und Stabilitätsanforderungen genügen.

Effizienz und Integration

Nagel ist der Ansicht, dass solche Instrumente effiziente grenzüberschreitende Zahlungsoptionen für Einzelpersonen und Unternehmen innerhalb der EU bieten könnten, während die regulatorische Aufsicht und die finanzielle Stabilität gewahrt bleiben. Gleichzeitig unterstreichen Diskussionen in europäischen politischen Kreisen, dass jeder digitale Euro oder private Stablecoin hohe Standards für Risikomanagement, Verbraucherschutz und Integration in traditionelle Bankensysteme erfüllen muss.

Marktbeobachtungen

Marktbeobachter weisen darauf hin, dass die EU ohne klare Regulierung und glaubwürdige euro-basierte Alternativen das Risiko eingeht, kritische Zahlungsinfrastrukturen an nicht-europäische Systeme und Netzwerke abzutreten. Europas Finanzstrategie erstreckt sich auch auf Wholesale-CBDCs, die es Banken und anderen Institutionen ermöglichen würden, programmierbare Zahlungen direkt in Zentralbankgeld abzuwickeln, was die Effizienz und Resilienz bei hochvolumigen Transaktionen erhöht.

Dualer Ansatz

Dieser duale Ansatz – private Stablecoins unter MiCA und ein öffentlicher digitaler Euro – veranschaulicht einen mehrschichtigen Ansatz zur Innovation im digitalen Zahlungsverkehr. Die Regulierung für Krypto-Assets (MiCA) wird ab Mitte 2024 für viele Arten von Stablecoins und Krypto-Assets in der EU anwendbar sein. Nach MiCA müssen Emittenten Lizenzierungs-, Transparenz-, Reserveanforderungen und Aufsichtskriterien erfüllen, bevor sie Stablecoins auf den Markt bringen. Dieser rechtliche Rahmen soll Innovation mit finanzieller Stabilität und Verbraucherschutz in Einklang bringen.

Branchenunterstützung

Ein Konsortium europäischer Banken hat bereits Pläne angekündigt, MiCA-konforme euro-gebundene Stablecoins einzuführen, was die Unterstützung der Branche für regulierte digitale Euro-Assets signalisiert und die Nachfrage nach Alternativen zu dollar-gebundenen Token hervorhebt. Obwohl der Markt für Euro-Stablecoins im Vergleich zu dollar-denominierten Krypto-Assets klein bleibt, betrachten politische Entscheidungsträger die frühe Einführung als entscheidend für den Aufbau glaubwürdiger europäischer Optionen.

Breiterer Kontext

Der breitere Kontext umfasst laufende EU-Initiativen zur Stärkung der internationalen Rolle des Euro. Finanzminister und Zentralbankbeamte prüfen Vorschläge zur Vertiefung der Kapitalmärkte, zur Verbesserung der Liquiditätsmöglichkeiten und zur Erkundung von Verbesserungen der digitalen Infrastruktur, die das globale Ansehen des Euro erhöhen könnten. Digitale Währungen und tokenisierte Vermögenswerte sind zunehmend zentral für diese Diskussionen, während Europa sich geopolitischen und wirtschaftlichen Veränderungen gegenübersieht.

Schlussfolgerung

Trotz dieses Vorstoßes bleiben Risiken ein Schwerpunkt für die Regulierungsbehörden. Frühere Analysen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben gewarnt, dass schlecht regulierte Stablecoins Einlagen von traditionellen Banken abziehen oder systemische Verwundbarkeiten schaffen könnten, wenn es zu einem weit verbreiteten Rückzahlungsdruck kommt. Solche Bedenken unterstreichen die Bedeutung einer starken Aufsicht und der Integration in das bestehende Finanzsystem.

Deutschlands Haltung sollte nicht als Versuch gesehen werden, die globale Rolle des US-Dollars vollständig zu verdrängen. Stattdessen betonen die Beamten die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Euro und die Sicherstellung, dass Europa die Kontrolle über seine eigenen Zahlungsinfrastrukturen und digitalen monetären Infrastrukturen behält, während sich die Technologie weiterentwickelt.

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