Einführung der Kryptowährungs-Handelsplattform meinKrypto
Die DZ Bank, Deutschlands zweitgrößte Finanzinstitution, hat die Genehmigung der Finanzaufsichtsbehörde BaFin erhalten, um ihre Kryptowährungs-Handelsplattform nach einem Jahr intensiver Tests einzuführen. Die Plattform mit dem Namen „meinKrypto“ erhielt das grüne Licht, um im Rahmen der Verordnung über Märkte für Krypto-Assets der Europäischen Union zu operieren, wie die Bank in einer Ankündigung am 13. Januar mitteilte.
Funktion und Integration der Plattform
Die DZ Bank fungiert als Zentralbank des Deutschen Genossenschaftsfinanzverbands, der aus 672 unabhängigen lokalen Genossenschaftsbanken, wie Volksbanken und Raiffeisenbanken, besteht. Mit der regulatorischen Genehmigung können diese lokalen Institutionen nun ihren Privatkunden über die meinKrypto-Plattform Krypto-Handelsdienste anbieten. Allerdings muss jede der Genossenschaftsbanken individuelle MiCAR-Benachrichtigungen von der BaFin einholen, bevor sie autorisiert wird, den Dienst anzubieten.
Der meinKrypto-Service ist eine digitale Geldbörse, die in die bestehende VR Banking App integriert ist, die im gesamten genossenschaftlichen Finanznetzwerk verwendet wird. Dies ermöglicht es den Kunden, direkt über ihre Banking-Oberfläche in Kryptowährungen zu investieren.
Verfügbare digitale Vermögenswerte
Bei der Einführung wird die Plattform Zugang zu vier digitalen Vermögenswerten bieten: Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Litecoin (LTC) und Cardano (ADA). Die Verwahrung der digitalen Vermögenswerte wird von der Boerse Stuttgart Digital, einer regulierten Einheit innerhalb der Boerse Stuttgart Gruppe, verwaltet. Der Handel wird hingegen von der EUWAX AG, einem in Deutschland ansässigen Finanzdienstleister und einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Boerse Stuttgart GmbH, ausgeführt.
Hintergrund und Marktumfeld
„Berichte über die Absicht der DZ Bank, in den Einzelhandels-Krypto-Markt einzutreten, tauchten erstmals Anfang 2024 auf, während die Pilotprogramme im Dezember desselben Jahres begannen.“
Die Westerwald Bank war die erste Genossenschaftsbank, die die Plattform testete, bevor eine schrittweise Einführung bei einer Auswahl anderer folgte. Der Vorstoß der DZ Bank in digitale Vermögenswerte lässt sich bis November 2023 zurückverfolgen, als die Institution eine Krypto-Verwahrplattform einführte, die mit der Infrastruktur des Ripple-Tochterunternehmens Metaco aufgebaut wurde.
Wettbewerb im deutschen Krypto-Markt
Allerdings ist die DZ Bank nicht der einzige große Akteur, der in den deutschen Krypto-Markt vordringt. Im vergangenen Jahr führte die DekaBank, die Teil des Sparkassen-Netzwerks ist, ihre eigenen Dienstleistungen für digitale Vermögenswerte ein, obwohl ihre Angebote ausschließlich auf institutionelle Kunden beschränkt sind. Die LBBW, eine weitere prominente Institution innerhalb der Sparkassen-Gruppe, gab im zweiten Quartal 2024 eine Partnerschaft mit der Krypto-Börse Bitpanda bekannt, um Verwahrungsdienste für digitale Vermögenswerte anzubieten, die sich an institutionelle und Unternehmenskunden richten.