Neue Sanktionen der Europäischen Kommission gegen Russland
Die Europäische Kommission hat ihre 20. Runde von Sanktionen gegen Russland vorgestellt, die Kryptowährungsplattformen und digitale Vermögenswerte ins Visier nehmen. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, kündigte die neuen Beschränkungen am 6. Februar 2026 an. Diese Maßnahmen gehen über traditionelle Sektoren wie Energie und Handel hinaus und umfassen nun auch die digitale Wirtschaft.
Details des Sanktionspakets
Das neue Sanktionspaket richtet sich gegen Krypto-Plattformen, Händler und Unternehmen, die laut europäischen Regulierungsbehörden Russland dabei helfen, bestehende Sanktionen zu umgehen. Ziel ist es, Schlupflöcher bei digitalen Zahlungen zu schließen und die auf Kryptowährungen basierende Finanzierung einzuschränken. Während die genaue Formulierung der Maßnahmen noch unklar bleibt, hat die EU angedeutet, dass sie die Aufsicht darüber verstärken möchte, wie russische Nutzer mit Krypto-Diensten interagieren.
Berichten zufolge, die in dem sozialen Netzwerk X kursieren, könnten die vorgeschlagenen Maßnahmen ein Verbot des digitalen Rubels sowie zusätzliche Einschränkungen für mit Russland verbundene Krypto-Dienste umfassen.
Andere Quellen deuten darauf hin, dass Plattformen, die den Kryptowährungshandel für russische Nutzer erleichtern, neuen Einschränkungen ausgesetzt sein könnten.
Weitere Maßnahmen im Sanktionspaket
Neben den krypto-bezogenen Beschränkungen umfasst das 20. Sanktionspaket ein vollständiges Verbot von maritimen Dienstleistungen für russisches Rohöl. Dieser Schritt wird voraussichtlich die Energieeinnahmen Russlands reduzieren und die Logistik der Öllieferungen komplizieren. Weitere 43 Schiffe aus der sogenannten „Schattenflotte“ werden ebenfalls sanktioniert, was die Gesamtzahl der eingeschränkten Schiffe auf 640 erhöht.
Im Handelssektor sollen Exporte von Waren und Dienstleistungen im Wert von über 360 Millionen Euro nach Russland verboten werden, darunter Gummi, Traktoren und Cybersicherheitsdienste. Gleichzeitig werden Importverbote für russische Metalle, Chemikalien und Mineralien im Wert von über 570 Millionen Euro verhängt.
Finanzsektor und regulatorische Herausforderungen
Im Finanzsektor werden Beschränkungen für 20 regionale russische Banken sowie für Finanzinstitute in Drittländern gelten, die verdächtigt werden, bei der Umgehung von Sanktionen zu helfen. Krypto-bezogene Sanktionen gegen Russland sind für die EU nicht neu. Zuvor eingeführte Maßnahmen umfassen bereits ähnliche Ansätze. Das neue Paket wird voraussichtlich diese Maßnahmen erweitern, mit einem stärkeren Fokus auf Krypto-Plattformen und digitale Zahlungen.
Aus technologischer Sicht heben Sanktionen, die sich gegen Krypto-Plattformen richten, die Spannungen zwischen zentralisierter Regulierung und dezentralen Blockchain-Systemen hervor. Historisch gesehen fiel ein erhöhter regulatorischer Druck auf zentralisierte Börsen mit einem Wachstum des Peer-to-Peer (P2P)-Handels und des Over-the-Counter (OTC)-Marktes zusammen. Frühere Beschränkungen, wie Chinas Krypto-Verbot von 2021, beschleunigten die Migration der Nutzer zu dezentralen Finanzprotokollen (DeFi).
Die Wirksamkeit der neuen Sanktionen könnte letztendlich davon abhängen, wie erfolgreich die Regulierungsbehörden die Beschränkungen innerhalb eines Ökosystems durchsetzen können, das darauf ausgelegt ist, über traditionelle Zuständigkeitsgrenzen hinaus zu operieren.