Krypto-Vorschriften in der EU ab 2026
Ab dem 1. Januar 2026 sind Krypto-Plattformen, die Nutzer in der EU bedienen, verpflichtet, KYC- und Transaktionsdaten zu erfassen. Dies betrifft insbesondere auch Abhebungen an Selbstverwahrungs-Wallets. Krypto-Unternehmen, die in der Europäischen Union tätig sind, müssen ab diesem Datum Steuerdaten gemäß den neuen DAC8-Vorschriften erheben, was eine Debatte über die Datenschutzimplikationen für Nutzer digitaler Vermögenswerte ausgelöst hat.
Umsetzung der DAC8-Vorschriften
Die Vorschriften, die durch die Richtlinie (EU) 2023/2226 umgesetzt wurden, verlangen von Börsen und Dienstleistern, Nutzerinformationen an nationale Steuerbehörden zu melden. Dazu gehören Namen, Steueridentifikationsnummern und Transaktionshistorien, gemäß dem Rahmen der Europäischen Kommission. Die Krypto-Kommentatorin Blockchainchick veröffentlichte eine Übersicht über den Start von DAC8 auf der sozialen Plattform X, was Diskussionen unter Branchenbeobachtern anregte.
„Einige Kommentatoren charakterisieren die Vorschriften als das Ende anonymer Krypto-Transaktionen.“
Analysten weisen darauf hin, dass die Regeln eine strukturierte Berichterstattung einführen, anstatt sofortige Durchsetzungsmaßnahmen zu ergreifen. Im Rahmen des Regelwerks müssen Anbieter digitaler Vermögenswerte im Jahr 2026 Kundendaten sammeln und die ersten vollständigen Jahresberichte bis 2027 einreichen. Die Vorschriften konzentrieren sich darauf, Systeme aufzubauen und Daten im Jahr 2026 zu sammeln, wobei größere Durchsetzungsmaßnahmen später erwartet werden, sobald Berichte grenzüberschreitend verglichen werden können, so regulatorische Beobachter.
Geltungsbereich der Vorschriften
Die Regeln gelten für alle EU-Bürger und decken Krypto-zu-Fiat-Trades, Krypto-zu-Krypto-Austausche und Überweisungen ab. Die Definition von Überweisungen umfasst Abhebungen an Adressen, die nicht vom gleichen Anbieter verwaltet werden, was bedeutet, dass Selbstverwahrungs-Wallets und unhosted Ziele in den Berichterstattungsbereich fallen, so die Forschung des Europäischen Parlaments.
Plattformen könnten verpflichtet sein, Konten einzufrieren oder Transaktionen zu blockieren, wenn Nutzer ihre Steueridentifikationsnummer nicht angeben. Die Kontosperrung erfolgt nach zwei Erinnerungen und einem 60-tägigen Zeitraum, anstatt sofort einzufrieren, gemäß der Richtlinie.
Finanzielle Auswirkungen und Kosten
Die Europäische Kommission schätzt, dass DAC8 jährlich etwa 1,7 Milliarden Euro an zusätzlichen Einnahmen aus Krypto-Transaktionen generieren könnte, während das Europäische Parlament einen breiteren Bereich von 1 Milliarde bis 2,4 Milliarden Euro pro Jahr angibt.
Anbieter könnten mit einmaligen Einrichtungskosten von etwa 259 Millionen Euro und wiederkehrenden jährlichen Kosten von etwa 22,6 Millionen bis 24 Millionen Euro konfrontiert werden, so die Auswirkungen der Kommission. Die Folgenabschätzung der Europäischen Kommission beschreibt einen ausgewogenen Ansatz, bei dem aggregierte Daten in Teilen des Berichts erlaubt sind, während standardisierte Identitäts- und Kontofelder grenzüberschreitendes Matching ermöglichen.
Der Rahmen erhöht die Steuertransparenz, anstatt Selbstverwahrung zu verbieten, gemäß dem Text der Richtlinie. Die Berichterstattung erfolgt jährlich, und die Vorschriften richten sich an Anbieter von Krypto-Vermögenswerten und deren Nutzer mit Wohnsitz in der EU. Aktivitäten, die bei einem regulierten Anbieter beginnen, einschließlich Abhebungen an Selbstverwahrungs-Wallets, fallen nun in den Geltungsbereich der regulatorischen Berichterstattung, gemäß dem Rahmen.