Einführung der Digital Chamber
Die Digital Chamber, eine in Washington ansässige Interessengruppe für Blockchain-Technologien, hat eine spezielle Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich für eine bundesstaatliche Aufsicht über Vorhersagemärkte einsetzen soll. Diese Märkte stehen im Zentrum eines juristischen Machtkampfes in den Vereinigten Staaten.
Regulatorische Herausforderungen
In einem Brief vom 17. Februar an den Vorsitzenden der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), Mike Selig, erklärte die Digital Chamber:
„Das Fehlen spezifischer regulatorischer Standards hat zu inkonsistenten Auslegungen und wiederkehrenden Streitigkeiten geführt.“
Die Gruppe lobte Seligs Bemühungen um eine formelle Regelung für Vorhersagemärkte sowie seine jüngsten Äußerungen, die sich gegen einen regulierungsbasierten Vollzugsansatz richten. Gleichzeitig forderte sie den CFTC-Vorsitzenden auf, „maßgeschneiderte Regelungen und Leitlinien“ für diesen Sektor bereitzustellen.
„Eine formelle Regelung durch die Kommission ist notwendig, um Klarheit zu schaffen, die bundesstaatliche Vorherrschaft zu stärken, den Verbraucherschutz zu verbessern und ein verantwortungsvolles Wachstum in diesem wichtigen Sektor der amerikanischen Finanzmärkte zu unterstützen.“
Vorhersagemärkte als Innovation
Laut der Digital Chamber sollten Vorhersagemärkte nicht als Glücksspiel betrachtet werden, da sie eine bedeutende Evolution in der Derivate-Innovation darstellen. Sie bieten Werkzeuge für die Preisfindung und Risikobewertung und tragen zur Transparenz in der öffentlichen und kommerziellen Prognose bei. Die Gruppe erklärte, dass sie mit der CFTC zusammenarbeiten werde, um einen „durchdachten und nachhaltigen Rahmen“ für Vorhersagemärkte zu entwickeln.
Juristische Unsicherheiten
Obwohl die CFTC die Aufsicht über registrierte Derivate-Plattformen wie Kalshi hat, haben mehrere staatliche Regulierungsbehörden in den USA Schritte unternommen, um deren Betrieb in Frage zu stellen. Sie argumentieren, dass bestimmte Ereignisverträge eine Form von unlizenzierter Sportwetten darstellen. Trotz der anhaltenden Nachfrage nach Vorhersagemärkten hat dieser juristische Konflikt rechtliche Unsicherheit geschaffen.
Zunehmende Vollzugsmaßnahmen bergen das Risiko, Innovationen im Sektor zu behindern und die Aufsicht zwischen Bundes- und Staatsbehörden zu fragmentieren. Unternehmen wie Coinbase, Kalshi und Polymarket haben auf bundesstaatliche Klagen reagiert und argumentiert, dass Ereignisverträge unter das Commodity Exchange Act fallen und daher in der ausschließlichen Zuständigkeit der CFTC und nicht der staatlichen Glücksspielbehörden liegen.