US-Senatorin fordert Aussetzung der Banklizenzprüfung für Kryptounternehmen
Eine hochrangige US-Senatorin, Elizabeth Warren, hat die Bankenaufsichtsbehörden aufgefordert, die Überprüfung der Banklizenz eines Kryptounternehmens auszusetzen, da ungelöste Konflikte im Zusammenhang mit Präsident Trump bestehen. Ein Streit über die Regulierung von Kryptowährungen und die geschäftlichen Verbindungen des Präsidenten hat nun direkte Auswirkungen auf den Genehmigungsprozess für Banken.
Brief an das Office of the Comptroller of the Currency
Am 13. Januar schrieb Warren an das Office of the Comptroller of the Currency (OCC), um die Überprüfung eines Antrags auf eine nationale Banklizenz, der mit World Liberty Financial (WLFI) verbunden ist, auszusetzen. Sie verwies auf ungelöste Interessenkonflikte, die Präsident Donald Trump betreffen.
„Die Genehmigung der Lizenz, während Trump finanzielle Verbindungen zu dem Unternehmen hat, würde das OCC in eine beispiellose Position bringen.“
In ihrem Schreiben an den OCC-Comptroller Jonathan Gould forderte Warren eine Verzögerung bei der Überprüfung des Antrags, der von WLTC Holdings LLC, einer mit WLFI verbundenen Einheit, eingereicht wurde. Das Kryptounternehmen wurde von Trump mitbegründet und umfasst finanzielle Beteiligungen von Mitgliedern seiner Familie.
Gefährdung des Vertrauens in die Bankenaufsicht
Warren argumentierte, dass die Genehmigung der Lizenz das Vertrauen in die Bankenaufsicht gefährden könnte. Sie betonte, dass der Leiter des OCC, als vom Präsidenten ernannter Beamter, effektiv ein Unternehmen überwachen würde, das mit den eigenen finanziellen Interessen des Präsidenten verbunden ist. Diese Dynamik, schrieb sie, gefährdet das Vertrauen sowohl in den Regulator als auch in das Bankensystem im Allgemeinen.
Der Antrag würde es der Treuhandbank von WLFI ermöglichen, unter einem föderalen Rahmen zu operieren, was Aktivitäten wie die Ausgabe und Verwahrung ihres USD1-Stablecoins ermöglichen könnte. Warren wies darauf hin, dass die Genehmigung dem Unternehmen regulatorische Vorteile verschaffen könnte, zu einem Zeitpunkt, an dem der Kongress noch nicht entscheidende Fragen zur Struktur des Kryptomarktes geklärt hat.
Legislative Bemühungen und Interessenkonflikte
Warren verband ihre Anfrage mit den laufenden legislativen Bemühungen und argumentierte, dass die aktuellen Gesetzesentwürfe zur Struktur des Kryptomarktes keine Interessenkonflikte im Zusammenhang mit der Beteiligung des Präsidenten an Unternehmen für digitale Vermögenswerte ansprechen. Sie verwies auch auf das kürzlich verabschiedete GENIUS-Gesetz und stellte fest, dass es diese Probleme nicht gelöst habe.
In ihrem Schreiben bat Warren das OCC, die Überprüfung auszusetzen, bis Trump vollständig von WLFI zurücktritt und alle damit verbundenen finanziellen Konflikte beseitigt sind. Sie forderte eine schriftliche Zusage des Comptrollers bis zum 20. Januar, bevor weitere Maßnahmen zu dem Antrag ergriffen werden.
Reaktion des OCC und Ausblick
Das OCC hat auf das Schreiben bisher nicht öffentlich reagiert. Die Behörde hat kürzlich bedingte Genehmigungen für andere krypto-bezogene Bankeinheiten erteilt, aber Warren warnte, dass die Fortführung des WLFI-Antrags unter den aktuellen Umständen das Vertrauen in die bundesstaatliche Bankenaufsicht untergraben könnte.
Während die Gesetzgeber weiterhin darüber debattieren, wie das US-Bankengesetz Kryptounternehmen regulieren sollte, wird erwartet, dass das Thema während der bevorstehenden Ausschussberatungen erneut aufkommt.