Europäische Banken und Unternehmen im Stablecoin-Markt
Europäische Banken und Unternehmen bewegen sich von der Forschung zur Umsetzung im Stablecoin-Markt. Neue Kommentare von Führungskräften der Branche zeigen, dass Unternehmen nun Partner auswählen und Live-Anwendungsfälle unter den MiCA-Regeln vorbereiten.
Veränderungen in den Gesprächen über Stablecoins
Lamine Brahimi, Mitbegründer und geschäftsführender Partner bei Taurus, erklärte, dass sich die Gespräche über Stablecoins in Europa in den letzten 18 Monaten erheblich verändert haben. Früher konzentrierten sich die Diskussionen auf Bildung, Risiko und Compliance, doch nun bewegen sich die Unternehmen mit Genehmigung ihrer Vorstände und konkreten Startplänen voran.
Brahimi äußerte gegenüber Cointelegraph, dass MiCA diesen Wandel beschleunigt hat, indem es die unterschiedlichen nationalen Regelungen durch einen einheitlichen Rahmen in der Region ersetzt hat.
Er betonte, dass einige der größten Finanzinstitute Europas digitale Vermögenswerte und Stablecoins mittlerweile als integralen Bestandteil des aktuellen Bankensystems betrachten, anstatt sie als etwas Externes zu sehen.
Nachfrage nach Stablecoins
Die Treasury-Teams der Unternehmen treiben einen Großteil der neuen Nachfrage nach Stablecoins in Europa voran. Die Unternehmen wünschen sich schnellere Geldbewegungen, niedrigere Zahlungskosten und Zugang zu Abwicklungen außerhalb der regulären Bankzeiten. Brahimi stellte fest, dass der Wandel jetzt von den unmittelbaren Bedürfnissen der Kunden ausgeht und nicht von langfristigen Planungen.
Wenn Kunden nach besseren Abwicklungen und reibungsloseren grenzüberschreitenden Überweisungen fragen, wird die Diskussion unmittelbarer und praktischer.
Fortschritte europäischer Institutionen
Mehrere europäische Institutionen haben bereits Fortschritte mit ihren Stablecoin-Plänen gemacht. ClearBank Europe gab bekannt, dass sie die erste niederländische Kreditinstitution ist, die unter MiCA als Anbieter von Krypto-Asset-Diensten genehmigt wurde. Auch andere Gruppen arbeiten an neuen Produkten.
Ein Konsortium, das ING, UniCredit, CaixaBank und BBVA umfasst, entwickelt Qivalis, ein Euro-Stablecoin-Projekt für regulierte On-Chain-Zahlungen und -Abwicklungen, während andere Banken Angebote für Stablecoins in Schweizer Franken und Euro für 2026 vorbereiten.
Wachstum bei der Nutzung von EU-Stablecoins
Konstantin Vasilenko, Mitbegründer und Chief Business Development Officer bei Paybis, berichtete von einem starken Wachstum bei der Nutzung von EU-Stablecoins. Zwischen Oktober 2025 und März 2026 stieg das USDC-Volumen in der EU um etwa 109 %, während sein Anteil an der Stablecoin-Aktivität von etwa 13 % auf 32 % zunahm.
Er fügte hinzu, dass das Kaufvolumen in diesem Zeitraum etwa fünf bis sechs Mal über dem Verkaufsvolumen lag. Die durchschnittlichen Stablecoin-Transaktionen waren zudem größer als typische Bitcoin- oder Ether-Handelsgeschäfte, was seiner Meinung nach auf Betriebskapital, Abwicklungsnutzung und gezieltere Geschäftsflüsse hinweist.