Crypto Prices

EZB fordert tokenisiertes Zentralbankgeld für sichere Finanzmärkte

vor 2 Stunden
2 minuten gelesen
2 ansichten

Einführung in tokenisiertes Zentralbankgeld

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Vorstoß für tokenisiertes Zentralbankgeld erneuert, während Europa daran arbeitet, einen größeren tokenisierten Finanzmarkt aufzubauen. Piero Cipollone, Mitglied des Direktoriums der EZB, erklärte, dass tokenisierte Einlagen und Stablecoins eine öffentliche Abwicklungsbasis in Zentralbankgeld benötigen, um das Wachstum des Marktes in der Region zu fördern.

Wichtigkeit von tokenisiertem Zentralbankgeld

Cipollone machte diesen Punkt während einer Rede in Brüssel am 23. März. Er betonte, dass tokenisiertes Zentralbankgeld als Abwicklungsanker für tokenisierte Wertpapiere, Einlagen und Stablecoins erforderlich ist. Ohne dieses könnten Marktteilnehmer Zahlungen in Vermögenswerten erhalten, die sie aufgrund von Preisschwankungen oder Kreditrisiken nicht halten möchten.

„Ohne tokenisiertes Zentralbankgeld könnte ein Verkäufer eines tokenisierten Wertpapiers eine Zahlung in einem Vermögenswert erhalten, den er nicht halten möchte – einem, der Preisschwankungen oder Kreditrisiken ausgesetzt ist – was die Fähigkeit des Marktes, zu skalieren, einschränkt.“

Das Pontes-Projekt

Seine Bemerkungen stellen öffentliches Geld ins Zentrum des Tokenisierungsplans der EZB. Die EZB hat diesen Plan durch Pontes, das Verteilte-Ledger-Abwicklungsprojekt des Eurosystems, entwickelt. Pontes soll DLT-basierte Marktplattformen mit den TARGET-Diensten des Eurosystems verbinden, damit Transaktionen in Zentralbankgeld abgewickelt werden können.

Die EZB gab bekannt, dass Pontes im dritten Quartal 2026 in einer ersten Phase gestartet werden soll. Diese erste Phase soll der unmittelbaren Marktnachfrage gerecht werden und es den Teilnehmern ermöglichen, DLT-basierte Transaktionen in Zentralbankgeld abzuwickeln.

Langfristige Pläne und Appia

Pontes ist Teil eines umfassenderen zweigleisigen Plans. Der kurzfristige Plan konzentriert sich auf praktische Abwicklungstools, während der langfristige Plan Appia ist, der dazu dienen soll, ein breiteres europäisches tokenisiertes Finanzsystem bis 2028 zu gestalten. Die EZB erklärte, dass Appia mit Markteingaben entwickelt wird.

Es soll aufzeigen, wie sich die tokenisierte Finanzwirtschaft in Europa entwickeln kann, während das Zentralbankgeld als Basis für Vertrauen und Abwicklung erhalten bleibt.

Zusammenarbeit und rechtliche Rahmenbedingungen

Cipollone betonte zudem, dass die Abwicklung allein nicht ausreichen wird. Er forderte eine engere Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und privaten Unternehmen sowie rechtliche Rahmenbedingungen, die zur tokenisierten Finanzwirtschaft in der Europäischen Union passen.

Ein Teil von Appia konzentriert sich auf Interoperabilität. Das Ziel ist es, tokenisierte Vermögenswerte über verschiedene DLT-Plattformen hinweg durch gemeinsame Datenformate und kompatible Smart-Contract-Standards übertragbar zu machen.

Feedback aus dem privaten Sektor

Er äußerte, dass der Plan der Europäischen Kommission zur Erweiterung und Verbesserung des DLT-Pilotregimes „wichtig und willkommen“ sei. Gleichzeitig warnte er, dass Europa möglicherweise noch einen speziellen rechtlichen Rahmen benötigt, damit tokenisierte Vermögenswerte reibungsloser innerhalb des Blocks ausgegeben, gehalten und übertragen werden können.

Darüber hinaus hat die Debatte auch Kommentare von Unternehmen des privaten Sektors hervorgebracht. Circle äußerte in einem am 20. März eingereichten Feedback, dass die Kommission das DLT-Pilotregime erweitern und autorisierten Krypto-Asset-Dienstleistern erlauben sollte, E-Geld-Token-Bargeldkontodienste anzubieten. Dieses Feedback kam nur wenige Tage vor Cipollones Rede.

Zusammen zeigen die Kommentare, dass sowohl öffentliche Institutionen als auch private Unternehmen auf klarere Regeln drängen, während Europa versucht, tokenisierte Märkte aufzubauen, die in großem Maßstab funktionieren können.