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FATF kennzeichnet Peer-to-Peer-Stablecoin-Transfers als erhebliches Geldwäsche-Risiko

vor 4 Stunden
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Peer-to-Peer-Stablecoin-Transfers und ihre Risiken

Peer-to-Peer-Stablecoin-Transfers sind laut einem Bericht der Financial Action Task Force (FATF), einem zwischenstaatlichen Gremium, das von den G7-Ländern gegründet wurde, um globale Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche festzulegen, zu einer „Schlüsselanfälligkeit“ geworden, die zur Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Umgehung von Sanktionen beiträgt. In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht erklärte die FATF, dass Stablecoins zunehmend in illegalen Finanzierungsplänen verwendet werden, insbesondere wenn Transaktionen direkt zwischen unverwalteten Wallets stattfinden, bei denen die Nutzer ihre eigenen privaten Schlüssel kontrollieren. Dies birgt erhöhte Risiken für Finanzkriminalität, da diese Transaktionen außerhalb regulierter Intermediäre stattfinden.

„Stablecoin-Emittenten werden ermutigt, technische Maßnahmen zu implementieren, um Stablecoins jederzeit blockieren, einfrieren und abheben zu können, wenn es (beabsichtigte) Transaktionen zu oder von nicht genehmigten oder gesperrten Wallets gibt“, sagte die globale Aufsichtsbehörde zur Bekämpfung von Geldwäsche.

Regulatorische Bedenken und Wachstumsprognosen

Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender regulatorischer Bedenken über das Wachstum von Stablecoins und deren zunehmende Nutzung im digitalen Vermögensökosystem. Die FATF verwies auf einen aktuellen Chainalysis-Bericht, der darlegt, wie Stablecoins zur dominierenden Anlageklasse in illegalen Krypto-Aktivitäten geworden sind und etwa 84 % der 154 Milliarden US-Dollar an illegalen Kryptowährungstransaktionen im Jahr 2025 ausmachten.

Die Behörde berichtete, dass bis Mitte 2025 mehr als 250 Stablecoins weltweit im Umlauf sein werden, wobei Daten von CoinGecko zeigen, dass der Sektor derzeit eine Marktkapitalisierung von etwa 314 Milliarden US-Dollar aufweist. Der Bericht hebt auch hervor, dass die Kernmerkmale von Stablecoins, einschließlich Preisstabilität, Liquidität und grenzüberschreitender Übertragbarkeit, sie für kriminelle Netzwerke attraktiv machen.

Komplexe Geldwäscheketten und internationale Akteure

Bedrohungsakteure nutzen häufig Stablecoins in komplexen Geldwäscheketten, um die Herkunft von Geldern zu verschleiern, indem sie Transaktionen über mehrere Wallets oder Blockchains schichten, bevor sie diese über Börsen oder außerbörsliche Broker in Fiat-Währung umwandeln, so die FATF in ihrem Bericht. „Im Vergleich zu volatileren Vermögenswerten wie Bitcoin (BTC) oder Ether (ETH) bieten Stablecoins wie USDT (Tether) und USDC (Circle) ein relativ stabiles Medium für die Übertragung von Erträgen“, bemerkte die Behörde.

Der Bericht stellte fest, dass nordkoreanische staatlich verbundene Cybergruppen zunehmend Stablecoins nutzen, um Erträge aus Cyberkriminalität zu waschen und gestohlene Krypto zu konvertieren, bevor sie über außerbörsliche Broker oder Peer-to-Peer-Plattformen auszahlen. Unterdessen haben iranische Akteure, darunter solche, die mit dem Islamischen Revolutionsgarten verbunden sind, Stablecoins und andere virtuelle Vermögenswerte genutzt, um Proliferationsaktivitäten zu finanzieren, Drohnenteile und Hochtechnologie-Ausrüstung zu beschaffen und Gelder an sanktionierte Gruppen in der Region zu transferieren.

Frühere Warnungen und zukünftige Maßnahmen

Die neuen Erkenntnisse bauen auf früheren Warnungen der FATF über die wachsende Rolle von Stablecoins in der illegalen Finanzierung auf. In einem Bericht vom Juni letzten Jahres stellte die Aufsichtsbehörde fest, dass Stablecoins bereits die Mehrheit der illegalen On-Chain-Aktivitäten ausmachten und schätzte, dass etwa 51 Milliarden US-Dollar an Krypto mit Betrug und Betrügereien im Jahr 2024 verbunden waren.

Sie betonte auch die Bedeutung der Durchsetzung der „Reise-Regel“, die von Finanzinstituten und Krypto-Dienstleistern verlangt, Informationen über den Absender und den Empfänger von Übertragungen digitaler Vermögenswerte auszutauschen. Der neueste Bericht fordert eine stärkere Aufsicht über Stablecoin-Emittenten, eine breitere Nutzung von Blockchain-Analysetools und programmierbare Compliance-Funktionen, wie z.B. Genehmigungs- und Sperrlisten, die in Smart Contracts integriert sind, um Missbrauch zu verhindern, während die Akzeptanz von Stablecoins weltweit weiter wächst.

Genehmigungslisten erlauben nur vorab genehmigten Wallet-Adressen, in einem Stablecoin zu transagieren, während Sperrlisten spezifische Wallet-Adressen oder Entitäten daran hindern, den Token zu halten, zu empfangen oder zu übertragen.

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