Reformen zur Verwaltung digitaler Vermögenswerte in Südkorea
Der Finanzminister Südkoreas hat umfassende Reformen angekündigt, um die Verwaltung digitaler Vermögenswerte durch Regierungsbehörden zu verbessern. Dies geschieht im Anschluss an eine Reihe hochkarätiger Misserfolge, die Schwächen in der staatlichen Verwahrung und Aufsicht über beschlagnahmte Kryptowährungen aufgedeckt haben.
Überprüfung der Verwaltung digitaler Vermögenswerte
Vizepremierminister und Minister für Finanzen und Wirtschaft, Koo Yun-cheol, erklärte am Samstag, dass die Regierung dringend überprüfen werde, wie digitale Vermögenswerte in öffentlichen Institutionen gehalten und verwaltet werden. Dies wurde notwendig, nachdem bekannt wurde, dass Polizei und Steuerbehörden beschlagnahmte digitale Vermögenswerte nicht ordnungsgemäß behandelt haben.
„Zusammen mit den zuständigen Behörden, wie der Finanzdienstleistungsbehörde und der Finanzaufsichtsbehörde, wird die Regierung den aktuellen Status und die Managementpraktiken von digitalen Vermögenswerten, die durch Beschlagnahme und andere Vollstreckungsmaßnahmen von Regierungs- und öffentlichen Institutionen gehalten werden, überprüfen“, sagte Koo in einer Erklärung, die auf der Plattform X veröffentlicht wurde.
Er fügte hinzu, dass die Behörden schnell Maßnahmen ergreifen würden, um die Sicherheit digitaler Vermögenswerte zu stärken und eine Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern.
Unterschied zwischen beschlagnahmten Vermögenswerten und staatlichen Beständen
Koo betonte, dass es einen klaren Unterschied zwischen beschlagnahmten Vermögenswerten und staatlichen Beständen gibt. Der Staat besitze keine digitalen Vermögenswerte, die durch rechtliche Vollstreckungsmaßnahmen, wie etwa Beschlagnahmungen wegen unbezahlter Steuern oder strafrechtlicher Ermittlungen, erworben wurden. Das Finanzministerium gab jedoch keine Einzelheiten darüber bekannt, welche neuen Sicherheitsvorkehrungen eingeführt werden sollen.
Decrypt hat das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen um weitere Kommentare gebeten.
Operationale Risiken und Reformbedarf
Die jüngsten Misserfolge haben die operationellen Risiken hervorgehoben, mit denen Regierungen konfrontiert sind, die sich mit den technischen Anforderungen der Sicherung von Kryptowährungen auseinandersetzen müssen. Diese Risiken werden von den Beamten nun als dringend reformbedürftig anerkannt.
Der Vorfall hat auch die Überprüfung des Umgangs des öffentlichen Sektors Südkoreas mit Kryptowährungen intensiviert, nur wenige Wochen nachdem die Aufsichtsbehörden kritisiert wurden, weil sie einen internen Systemfehler an der Börse Bithumb nicht erkannt hatten, der fälschlicherweise Milliarden von Dollar an Bitcoin an Benutzer gutgeschrieben hatte.
Verlust von beschlagnahmten Kryptowährungen
Koos Ankündigung folgt einem Bericht von letzter Woche, wonach die Polizei im Gangnam-Distrikt von Seoul den Zugang zu 22 BTC, die zu diesem Zeitpunkt etwa 1,4 Millionen Dollar wert waren, verloren hat, weil sie es versäumt hatte, die Verwahrungsrichtlinien zu befolgen. Die Beamten hatten einem Drittunternehmen erlaubt, die beschlagnahmte Kryptowährung zu verwalten, und die privaten Schlüssel nicht aufbewahrt, was zum Verlust der Gelder im Jahr 2022 führte.
Zwei Verdächtige wurden inzwischen festgenommen, und die Staatsanwaltschaft untersucht mögliche Bestechung im Zusammenhang mit dem Fall.