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Forscher warnen, dass 95 % der Bitcoin-Knoten anfällig für Angriffe auf Unterseekabel sein könnten – U.Today

vor 6 Stunden
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Studie zur physischen Resilienz von Bitcoin

Eine neue Studie des Cambridge Centre for Alternative Finance zeigt, dass ein gezielter Angriff auf wichtige Unterseekabel und Routing-Anbieter theoretisch die überwältigende Mehrheit der öffentlichen Bitcoin-Knoten lahmlegen könnte. In einem neuen Papier präsentieren die Forscher Wenbin Wu und Alexander Neumueller die erste longitudinale Studie zur physischen Resilienz von Bitcoin. Dezentralisierung ist natürlich das Hauptverkaufsargument von Bitcoin, jedoch ist sein logisches Software-Netzwerk an die physische Internetinfrastruktur gebunden.

Simulation von Kabelausfällen

Die Forscher verwendeten ein Kaskadenmodell, um zu simulieren, was mit Bitcoin-Knoten passiert, wenn internationale Unterseekabel durchtrennt werden. Die gute Nachricht für das Netzwerk ist, dass zufällige Kabelausfälle größtenteils harmlos sind. Zwischen 72 % und 92 % aller internationalen Unterseekabel müssten zerstört werden, bevor das Netzwerk signifikante Fragmentierung erfährt (d.h. mehr als 10 % der Knoten trennen sich). Allerdings erhöhen gezielte und koordinierte Angriffe das Bedrohungsprofil erheblich. Wenn ein Angreifer gezielt „hoch-betweenness“ Kabel angreift, sinkt die Ausfallgrenze von 72 % auf nur 20 %.

Kritische Kabel und Routing-Kapazität

Die Forscher identifizierten 11 extrem kritische Kabel zwischen Europa und Nordamerika. Darüber hinaus könnte ein gezielter Angriff auf die fünf wichtigsten Autonomous System Networks (ASNs), die Bitcoin-Knoten hosten (Hetzner, OVH, Comcast, Amazon und Google Cloud), 95 % der Routing-Kapazität des Netzwerks im Clearnet lahmlegen.

Anpassung des Netzwerks durch TOR

Das Netzwerk hat sich durch die massive Nutzung des TOR-Netzwerks an globale Drucksituationen angepasst. Im Jahr 2014 liefen nur einige Dutzend Bitcoin-Knoten über TOR. Bis 2025 war diese Zahl auf 64 % des gesamten Netzwerks gestiegen. Historisch gesehen haben Kritiker argumentiert, dass das Routing von Bitcoin über TOR eine „verborgene Fragilität“ einführt, da die physischen Standorte der Knoten nicht mehr beobachtbar sind. Gegenintuitiv beweist die Studie jedoch, dass TOR tatsächlich die physische Resilienz von Bitcoin stärkt.

Geografische Konzentration der TOR-Relay-Bandbreite

Die Daten zeigen, dass die TOR-Relay-Bandbreite intensiv in hochinfrastrukturellen europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich und den Niederlanden konzentriert ist. Diese Nationen verfügen über massive Redundanzen sowohl in Unterseekabeln als auch in terrestrischen Glasfaserverbindungen und sind extrem schwer vom globalen Internet zu trennen. Das Routing von Bitcoin über TOR schafft eine „komplexe Barriere gegen Störungen“, die Knoten in peripheren, schlecht verbundenen Ländern schützt, indem es auf die robuste physische Infrastruktur Europas zurückgreift.

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