Einführung des GENIUS-Gesetzes
Der US-Senat behandelt Stablecoins nun endlich als integrale Bestandteile des Dollar-Systems und nutzt das GENIUS-Gesetz, um digitale Dollars innerhalb eines klaren regulatorischen Rahmens zu integrieren. Im Juni 2025 verabschiedeten die Senatoren das GENIUS-Gesetz, ein wegweisendes Gesetz zur Schaffung eines bundesstaatlichen regulatorischen Rahmens für dollar-gebundene Stablecoins, nach mehr als einem Jahr bipartisaner Auseinandersetzungen über die Krypto-Politik unter Trump, illegale Finanzierungen und die Zukunft der monetären Macht der USA.
Details des GENIUS-Gesetzes
Reuters berichtet, dass das GENIUS-Gesetz mit 68 zu 30 Stimmen im Senat verabschiedet wurde, wobei eine Gruppe von Demokraten die Seite wechselte, um sich den meisten Republikanern anzuschließen und Regeln zu unterstützen, die verlangen, dass Zahlung-Stablecoins vollständig durch „liquide Vermögenswerte wie US-Dollar und kurzfristige Staatsanleihen“ gedeckt sind. Zudem wird eine monatliche öffentliche Offenlegung der Reserven vorgeschrieben.
Mayer Brown weist darauf hin, dass das Gesetz direkt auf dem früheren Lummis-Gillibrand Payment Stablecoin Act aufbaut, der ein umfassendes Regime für dollar-gestützte Token festlegte, die Aufsichtsrollen zwischen Bundes- und Landesregulierungsbehörden aufteilte und regulierte US-Stablecoins ausdrücklich als Werkzeuge zur „Förderung der Dominanz des US-Dollars“ positionierte.
Politische Reaktionen
„Die Verabschiedung eines regulatorischen Rahmens für Stablecoins ist absolut entscheidend, um die Dominanz des US-Dollars aufrechtzuerhalten, verantwortungsvolle Innovation zu fördern, Verbraucher zu schützen und Geldwäsche sowie illegale Finanzierungen zu bekämpfen.“ – Senatorin Kirsten Gillibrand
Das Gesetz zielt darauf ab, Risiken rund um Reserven, Verwahrung, Insolvenz und Datenschutz zu „umzäunen“, während es Banken und lizenzierten Nicht-Banken einen klaren Weg bietet, Zahlungstoken auszugeben, die sich „nahezu sofort“ weltweit zu geringeren Kosten als herkömmliche Überweisungen und Remittance-Produkte bewegen können.
Herausforderungen und Bedenken
Die politische Lage ist heikel, da die Einsätze hoch sind. Reuters und Politico berichten, dass die Unterstützung der Demokraten im Mai 2025 kurzzeitig zusammenbrach, als Bedenken aufkamen, dass republikanische Entwerfer die Sicherheitsvorkehrungen für ausländische Stablecoins und die Bekämpfung von Geldwäsche verwässert hatten, gerade als Präsident Trumps eigenes Stablecoin-Unternehmen, World Liberty Financial, mit einer 2 Milliarden Dollar schweren, von Abu Dhabi unterstützten Investition in Binance verbunden war.
Senatorin Elizabeth Warren kritisierte das Gesetz und bezeichnete es als Schaffung einer „Superautobahn“ für Korruption und warnte, es könnte Tech-Giganten wie Amazon und Meta ermöglichen, ihre eigenen Token ohne ausreichende Einschränkungen einzuführen.
Makroökonomische Überlegungen
Hinter dem Drama im Plenarsaal steht eine klare makroökonomische Berechnung. Die Materialien von Lummis-Gillibrand zitieren Schätzungen der UN, dass offshore, unregulierte Stablecoins zwischen 2022 und 2023 für etwa 17 Milliarden Dollar an illegalen Transaktionen verwendet wurden, die von Drogenhandel bis zur Umgehung von Sanktionen reichten. Sie argumentieren, dass die strengen Regeln für die Emittenten diesen Kanal „lahmlegen“ würden, während der Dollar als Basiswährung einer multi-trillionen Dollar schweren digitalen Wirtschaft verankert wird.
US-Finanzbeamte haben in Reden und privaten Briefings sogar Szenarien skizziert, in denen regulierte Stablecoins bis 2030 Billionen an zusätzlicher Nachfrage nach Staatsanleihen generieren, was effektiv die Krypto-Infrastruktur in einen neuen Vertriebskanal für US-Staatsverschuldung verwandelt.
Auswirkungen auf die Krypto-Märkte
Für die Krypto-Märkte bedeutet der von Senatoren vorangetriebene Druck auf Stablecoins sowohl eine Legitimierung als auch eine Einschränkung. Einerseits verspricht ein klarer bundesstaatlicher Rahmen Mainstream-Integrationen mit Banken, Zahlungsunternehmen und On-Chain-Finanzierung – einen Weg zur Skalierung für dieselben Dollar-Token, die heute Überweisungen auf der BNB-Chain und anderswo ermöglichen. Andererseits soll die Kombination aus Reserveregeln, Lizenzierung und strengen Strafen für offshore USD-Token die Graumarkt-Coins unter Druck setzen, die die Dollarisation von Krypto überhaupt erst möglich gemacht haben.
Die Botschaft von Washingtons aggressivsten Stablecoin-Befürwortern ist klar: Digitale Dollars sind willkommen, solange sie innerhalb des regulatorischen Rahmens bleiben und zuerst den monetären und sicherheitspolitischen Interessen der USA dienen.