Einführung strenger Anleihe-Regeln für Yen-Stablecoins
Die Finanzdienstleistungsbehörde Japans (FSA) plant, strenge Anleihe-Regeln für Yen-Stablecoins einzuführen, die sowohl die Reserven als auch die Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen (JGBs) sowie digitale Yen-Abwicklungsprojekte beeinflussen werden. Die FSA hat hohe Anforderungen an die Sicherheiten für Stablecoin-Reservevermögen bekannt gegeben, die möglicherweise einschränken, welche Anleihen als Deckung für digitale Yen-Instrumente in Frage kommen.
Regulatorische Mitteilungen und Konsultationen
Laut den von der Behörde veröffentlichten regulatorischen Mitteilungen müssen im Ausland ausgegebene Anleihen erstklassige Kreditratings aufweisen und von Emittenten stammen, deren ausstehende Schulden mindestens 100 Billionen Yen betragen – eine Hürde, die nur wenige globale Unternehmen erfüllen können.
Diese Entwurfsstandards sind Teil der regulatorischen Mitteilungen zur Umsetzung der Änderungen des Zahlungsgesetzes von 2025, die festlegen, wie Stablecoin-Emittenten „spezifizierte Treuhandbegünstigteninteressen“ im Rahmen der digitalen Währungsrichtlinien Japans investieren dürfen. Die FSA hat eine öffentliche Konsultation zu Stablecoin-Reserven eröffnet und um Rückmeldungen gebeten, welche Anleihen Yen-gebundene Token unterstützen können. Die Konsultationsfrist läuft bis zum 27. Februar 2026.
Vorgeschlagene Sicherheitenstandards
Die vorgeschlagene FSA-Mitteilung beschränkt die zulässigen Sicherheiten auf ausländische Anleihen, die zwei Kriterien erfüllen müssen: Qualifizierende Anleihen müssen eine Kreditrisikobewertung von „1–2“ oder höher von den benannten Agenturen erreichen und von Entitäten stammen, deren gesamte Anleiheausgabe die Mindestgrenze von 100 Billionen Yen erreicht.
Neben den Sicherheitenstandards zielen die neuen Aufsichtsrichtlinien auch auf Banken und Versicherungstöchter ab, die Dienstleistungen zur Vermittlung von Kryptowährungen anbieten. Finanzinstitute müssen ihre Kunden ausdrücklich darauf hinweisen, die Risiken digitaler Vermögenswerte nicht zu unterschätzen, nur weil die Produkte eine traditionelle Bankmarke tragen.
Screening-Anforderungen und internationale Kooperation
Die FSA hat zudem Screening-Anforderungen für Unternehmen eingeführt, die mit ausländischen Stablecoins umgehen, und verlangt eine Bestätigung, dass ausländische Emittenten keine direkten Anfragen an japanische Einzelhandelskunden richten werden. Die Regulierungsbehörden planen, grenzüberschreitend mit ausländischen Behörden zu koordinieren, um diese Instrumente und ihre Emittenten zu überwachen.
Die Maßnahmen setzen das Gesetz Nr. 66 von 2025 um, das im Juni den Rahmen für Abwicklung und elektronische Zahlungen in Japan überarbeitet hat.
Auswirkungen auf den Markt für japanische Staatsanleihen
Nachdem die öffentlichen Kommentare abgeschlossen sind, werden die Regeln einem endgültigen Verfahren unterzogen, bevor sie in Kraft treten. MofJPYC, der in Tokio ansässige Emittent des ersten Yen-gebundenen Stablecoins Japans, hat angedeutet, dass Unternehmen für digitale Vermögenswerte bedeutende Inhaber von Staatsanleihen werden könnten, da die Anforderungen an die Reserven steigen.
„Da die BOJ die Anleihekäufe zurückfährt, könnten Stablecoin-Emittenten in den nächsten Jahren zu den größten Inhabern von JGBs werden“, erklärte Okabe und fügte hinzu, dass es zwar den Behörden möglich sein könnte, die Laufzeit der Anleihen zu beeinflussen, die Kontrolle über die gesamten Bestände jedoch eine Herausforderung darstellen würde.
Die BOJ hält derzeit etwa 50 % des 1.055 Billionen Yen schweren Marktes für japanische Staatsanleihen, gefolgt von Versicherungsgesellschaften und inländischen Banken, so Marktdaten. Ausländische Investoren und öffentliche Pensionsfonds repräsentieren kleinere Marktanteile. Okabe erklärte, dass Stablecoin-Emittenten aufkommende Lücken füllen könnten, wobei JPYC plant, 80 % der Einnahmen in JGBs und 20 % in Bankeinlagen zu investieren.
Initiativen der großen Finanzinstitute
Die drei größten Finanzinstitute Japans – Mitsubishi UFJ Financial Group, Sumitomo Mitsui Financial Group und Mizuho Financial Group – arbeiten an einer gemeinsamen Initiative zur Einführung von yen-gestützten Stablecoins für inländische Nutzer. Das Bankentrio beabsichtigt, Abwicklungen mit gebundenen Kryptowährungen zu fördern und die Marktbeherrschung von dollar-denominierten Stablecoins herauszufordern.
Laut Nikkei werden die Banken eine Infrastruktur schaffen, die es Unternehmensklienten ermöglicht, Stablecoins zwischen Entitäten gemäß standardisierten Protokollen zu übertragen, wobei zunächst der Fokus auf yen-gebundenen Token liegt, während potenzielle dollar-gebundene Versionen für zukünftige Einsätze geplant sind.
Entwicklung von Krypto-ETFs und digitale Finanztransformation
Nomura Holdings und SBI Holdings entwickeln die ersten Krypto-ETF-Produkte und warten auf die Genehmigung zur Notierung an der Tokyo Stock Exchange. Diese Entwicklungen stehen im Einklang mit Japans Transformation im Bereich digitale Finanzen, da die Akzeptanz bargeldloser Zahlungen von 13,2 % im Jahr 2010 auf 42,8 % im Jahr 2024 gestiegen ist, so die Daten der Regierung.
Berichten zufolge erwägt die japanische Finanzaufsicht, Banken vor 2028 den Kauf und das Halten digitaler Vermögenswerte wie Bitcoin zu erlauben.