Integration von digitalem Geld im Finanzwesen
JPMorgan Chase macht einen weiteren Schritt zur Integration digitalen Geldes im Mainstream-Finanzwesen und kündigt Pläne an, seinen JPM Coin direkt auf dem Canton Network auszugeben. Diese Blockchain ermöglicht es großen Institutionen, Geld schnell zu bewegen, ohne sensible Daten offenzulegen. Der JPM Coin wird bereits von institutionellen Kunden verwendet, um Zahlungen innerhalb der eigenen Systeme von JPMorgan abzuwickeln.
Zusammenarbeit mit Base und Ethereum
Im November gab die Investmentbank außerdem bekannt, dass sie mit Base zusammenarbeitet, um eine Verbindung zu Ethereum (ETH) herzustellen, was eine nahtlose Integration mit anderen Blockchain-Anwendungen ermöglicht. Die Einführung auf Canton würde es ermöglichen, dass diese Dollar über ein breiteres Netzwerk, das von mehreren Finanzinstituten geteilt wird, bewegt werden, anstatt auf das Hauptbuch einer einzelnen Bank beschränkt zu bleiben.
Das Canton Network
Das Canton Network ist darauf ausgelegt, Transaktionen über verschiedene Märkte hinweg zu synchronisieren – wie Zahlungen, Wertpapiere und Sicherheiten – während es gleichzeitig einschränkt, wer welche Informationen einsehen kann. Befürworter argumentieren, dass diese Struktur es regulierten Finanzunternehmen praktischer macht als vollständig offene Blockchains. Laut Naveen Mallela, globaler Co-Leiter von Kinexys bei J.P. Morgan,
„bringt die Zusammenarbeit die Branche voran, indem sie Transaktionen auf öffentlichen Blockchains ermöglicht.“
Schrittweise Einführung und zukünftige Pläne
Die Einführung wird schrittweise erfolgen. Digital Asset und JPMorgan planen eine schrittweise Integration bis 2026, beginnend mit den technischen und operativen Grundlagen, die erforderlich sind, um JPM Coin direkt auf Canton auszugeben und einzulösen. Spätere Phasen könnten die Einführung zusätzlicher blockchain-basierter Produkte von JPMorgan, wie z.B. blockchain-basierte Einlagenkonten, in das Netzwerk umfassen.
Breiterer Wandel zu digitalen Vermögenswerten
Diese Ankündigung erfolgt im Rahmen eines breiteren Wandels von Wall Street hin zu digitalen Vermögenswerten. Morgan Stanley hat kürzlich bei der U.S. Securities and Exchange Commission einen Antrag auf Genehmigung zur Einführung von börsengehandelten Fonds eingereicht, die an Kryptowährungspreise gebunden sind. Bank of America plant unterdessen, seinen Vermögensberatern ab Januar zu erlauben, Krypto-Allokationen zu empfehlen, ohne dass eine Mindestportfoliogröße erforderlich ist. Zusammen deuten diese Schritte darauf hin, dass große Banken – die einst offen skeptisch gegenüber Krypto waren – zunehmend darauf fokussiert sind, regulierte, bankkontrollierte Versionen von digitalem Geld aufzubauen, die neben traditionellen Märkten operieren können, anstatt sie zu ersetzen.