Einwände der Digital Asset Exchange Alliance (DAXA)
Die Digital Asset Exchange Alliance (DAXA) in Südkorea, die 27 registrierte Anbieter von virtuellen Vermögenswerten vertritt, hat formelle Einwände bei der Finanzdienstleistungsbehörde und der Financial Intelligence Unit (FIU) gegen die vorgeschlagenen Änderungen des Vollzugsdekrets des Gesetzes über spezifische Finanzinformationen eingelegt.
Vorgeschlagene Änderungen und deren Auswirkungen
Laut den Entwurfsregeln müssten inländische Börsen einen Verdachtsbericht über Transaktionen einreichen, die einen Transfer zu einem ausländischen VASP über 10 Millionen Won betreffen, unabhängig von Risikokennzahlen oder Gegenparteien. Dies würde effektiv einen Wertschwellenwert in einen automatischen Verdachtstrigger verwandeln.
DAXA argumentiert, dass dieser Ansatz das Prinzip „niedrig‑risikobehaftete Transaktionen erlaubt, hoch‑risikobehaftete Transaktionen einschränkt„, welches in der eigenen legislativen Mitteilung der FIU dargelegt ist. Stattdessen zwingt er die Börsen dazu, eine große Anzahl routinemäßiger grenzüberschreitender Transfers als verdächtig zu kennzeichnen.
Folgen für die Compliance-Teams
Die Allianz schätzt, dass die jährlichen STR-Einreichungen an den fünf größten Plattformen des Landes — Upbit, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax — von etwa 63.000 Fällen im letzten Jahr auf über 5,4 Millionen ansteigen würden. Dies würde ihrer Meinung nach die Compliance-Teams überfordern und bedeutungsvolle AML-Signale verwässern.
Widerstand gegen zusätzliche Anforderungen
DAXA lehnt auch eine vorgeschlagene Anforderung ab, dass Börsen die Genauigkeit der Kundeninformationen über die bestehenden Know Your Customer-Pflichten hinaus überprüfen müssen. Sie argumentiert, dass das untergeordnete Dekret versucht, Verpflichtungen aufzuerlegen, die „nicht klar im Primärrecht verankert sind„.
Gerichtliche Auseinandersetzungen und regulatorische Entwicklungen
Der Widerstand der Branche entfaltet sich, während koreanische Börsen in einem separaten Verfahren gegen Sanktionen vor Gericht kämpfen. Am 9. April entschied ein Gericht in Seoul zugunsten von Dunamu, dem Betreiber von Upbit, und hob eine dreimonatige teilweise Geschäftssperre auf, die die FIU verhängt hatte, nachdem sie 44.948 Transaktionen mit 19 nicht registrierten ausländischen Plattformen beanstandet hatte; die FIU hat Berufung eingelegt.
Bithumb gewann am 30. April ein ähnliches Urteil, als das Gericht eine sechsmonatige teilweise Geschäftssperre stoppte, die mit angeblichen Verstößen gegen spezifische Finanzinformationsregeln verbunden war. Coinone erwirkte eine vorübergehende Aussetzung gegen eine dreimonatige Sperre und eine Geldstrafe von 5,2 Milliarden Won wegen KYC-Mängeln.
Künftige Entwicklungen
Die derzeitige Konsultation der FIU zur 10-Millionen-Won-Berichtspflicht läuft bis zum 11. Mai. Nach dieser Frist wird das Dekret voraussichtlich im Juli nach regulatorischer und rechtlicher Überprüfung finalisiert, was wenig Zeit für einen Kompromiss zwischen strengerer Aufsicht und dem, was Börsen als „übermäßige und operationell unmögliche“ Compliance-Belastungen beschreiben, lässt.
In einem aktuellen Überblick von crypto.news wurde der 10-Millionen-Won-Auslöser als Teil eines breiteren Vorstoßes hervorgehoben, der dazu führen könnte, dass große globale Plattformen für koreanische Nutzer als hochriskant eingestuft werden.
Eine weitere Analyse von crypto.news unterstrich, wie ein „Krypto-Rechtsvakuum“ die FIU dazu gebracht hat, sich auf weitreichende Auslegungen bestehender Gesetze zu stützen, was eine Welle von Geldstrafen und Sperren zur Folge hatte, die nun vor Gericht getestet werden.
Ein separater Bericht von crypto.news hob hervor, dass diese Gerichtssiege für Börsen bereits das Machtverhältnis umgestalten, da Richter darauf bestehen, dass die Regulierungsbehörden die eigenen Compliance-Bemühungen der Unternehmen berücksichtigen, anstatt sich ausschließlich auf die strikte Haftung zu verlassen.