Krypto-Plattformen und das Crypto-Asset Reporting Framework (CARF)
Krypto-Plattformen in 48 Jurisdiktionen bereiten sich darauf vor, erweiterte Nutzerdaten für Steuerzwecke zu sammeln, bevor das Austauschfenster des Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) im Jahr 2027 eröffnet wird. Dies geht aus einem Umsetzungsupdate hervor, das von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht wurde. Dieser Schritt markiert den ersten koordinierten Ansatz in Richtung eines globalen, automatischen Austauschs von krypto-bezogenen Steuerinformationen.
Vorbereitungen und Fristen
Das OECD-Papier bestätigt, dass Jurisdiktionen, die auf den Austausch im Jahr 2027 abzielen, bereits vorher nationale Regelungen und Systeme implementiert haben müssen. Infolgedessen erwarten viele Behörden, dass die Datensammlung ab dem 1. Januar 2026 beginnt, was den Steuerbehörden ein volles Jahr an berichtbaren Informationen vor den ersten Austauschen ermöglicht.
Laut dem OECD-Update haben sich mittlerweile 75 Jurisdiktionen politisch zu CARF verpflichtet. Allerdings planen nur 48, sich der ersten Austauschwelle im Jahr 2027 anzuschließen, während andere auf 2028 abzielen. Diese Aufteilung schafft einen klaren Zeitplan für Plattformen, die grenzüberschreitend tätig sind.
Rechtliche und technische Anforderungen
Um die Frist von 2027 einzuhalten, müssen die teilnehmenden Jurisdiktionen Gesetze, technische Standards und Austauschvereinbarungen im Voraus abschließen. Das Papier hebt hervor, dass bis September 2027 eine internationale Rechtsgrundlage für Jurisdiktionen, die in diesem Jahr Daten austauschen, vorhanden sein muss. Parallel dazu bestätigt die OECD, dass bereits 53 Jurisdiktionen das CARF-Multilaterale Zuständigkeitsabkommen unterzeichnet haben, das es den Steuerbehörden ermöglicht, gemeldete Daten sicher auszutauschen. Dies signalisiert, dass die rechtliche Infrastruktur der operativen Durchsetzung vorausgeht.
Berichtspflichten und Datenanforderungen
Nach CARF liegen die Berichtspflichten bei den Reporting Crypto-Asset Service Providers, einschließlich Börsen, Maklern und bestimmten Wallet-Betreibern. Diese Entitäten müssen Nutzer identifizieren und den steuerlichen Wohnsitz mithilfe von Selbstzertifizierung und Verifizierungsprüfungen bestimmen. Der Rahmen erfordert von den Plattformen, standardisierte Identitätsdaten zu sammeln, die mit der Steuerberichterstattung verknüpft sind. Dazu gehören Name, Adresse, Wohnsitzjurisdiktion und Steueridentifikationsnummern, sofern verfügbar.
Der Fokus liegt darauf, die Krypto-Berichterstattung mit bestehenden globalen Steuertransparenzregeln in Einklang zu bringen.
Transaktionsberichterstattung
CARF führt auch die Transaktionsberichterstattung auf Ebene der einzelnen Transaktionen ein. Plattformen müssen Veräußern, Tauschgeschäfte und bestimmte Zahlungen, die Krypto-Assets betreffen, melden. Das Papier weist darauf hin, dass Einzelhandelszahlungstransaktionen über einem Schwellenwert von 50.000 USD unter spezifische Berichtsvorschriften fallen, wobei Aggregation in definierten Fällen angewendet wird.
Obwohl die Austausche 2027 beginnen, wird 2026 für viele Nutzer zum praktischen Startdatum. Ab diesem Zeitpunkt kann die Aktivität auf konformen Plattformen in den Jurisdiktionen der ersten Welle bereits für zukünftige Berichterstattung verfolgt werden. Für Plattformen komprimiert sich der Zeitrahmen für die Compliance-Arbeiten auf das nächste Jahr. Systeme für Onboarding, Datenspeicherung und Berichterstattung müssen über mehrere Jurisdiktionen hinweg abgestimmt werden, wobei nur begrenzter Spielraum für Verzögerungen besteht.
Zielsetzung von CARF
Für die Steuerbehörden zielt CARF darauf ab, langjährige Sichtbarkeitslücken in den Krypto-Märkten zu schließen. Die OECD betrachtet den Rahmen als Antwort auf das rasante Wachstum der grenzüberschreitenden Krypto-Nutzung, indem standardisierte Daten anstelle von länderspezifischen Regeln verwendet werden.