Kryptowährungs-Mining in Malaysia
Die malaysischen Behörden haben zwischen 2022 und Mai 2026 mehr als 75.000 Kryptowährungs-Mining-Maschinen in über 3.000 Razzien im ganzen Land beschlagnahmt. Dies berichtete der stellvertretende Innenminister Datuk Seri Dr. Shamsul Anuar am Mittwoch im Parlament, wie die staatliche Nachrichtenagentur Bernama meldete.
Koordinierte Einsätze und Festnahmen
Die Beschlagnahmungen gingen mit 629 Festnahmen in koordinierten Einsätzen einher, an denen die Royal Malaysia Police, das staatliche Versorgungsunternehmen Tenaga Nasional Berhad (TNB) und lokale Behörden beteiligt waren. Shamsul Anuar erklärte, dass das Innenministerium seinen Durchsetzungsansatz ausweitet und auf die Sammlung von Informationen sowie Technologien setzt, um wahrscheinliche Hotspots zu identifizieren, bevor man eingreift. Dies ermögliche es, „schneller zu reagieren und präzisere Maßnahmen zu ergreifen“.
Ursachen und rechtliche Rahmenbedingungen
Er führte die Persistenz des illegalen Minings auf die starke Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten und die Gewinne aus den volatilen Tokenpreisen zurück, betonte jedoch, dass potenzielle Gewinne Verbrechen wie den Diebstahl von Elektrizität zur Senkung der Betriebskosten nicht rechtfertigen. Der Besitz und Handel mit Kryptowährungen ist in Malaysia erlaubt, obwohl sie nicht als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt sind, erklärte Shamsul Anuar.
Mining wird illegal, wenn es auf „unbefugte Stromanschlüsse, Manipulation von Zählern, Störung von Stromversorgungssystemen oder Betrieb ohne die erforderlichen Lizenzen“ angewiesen ist. Die Securities Commission Malaysia reguliert digitale Vermögenswerte, während die Zentralbank, Bank Negara Malaysia, die finanzielle Stabilität, Zahlungen und die Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Vorschriften überwacht.
Stromdiebstahl und Durchsetzung
Der Schwerpunkt der Razzien liegt auf dem Stromdiebstahl und nicht auf der Krypto-Politik. Mining-Rigs laufen rund um die Uhr und ziehen hohe, konstante Lasten. Betreiber umgehen oder manipulieren häufig Zähler, um den Verbrauch zu verbergen, sodass die Versorgungsunternehmen den Betrug nur dann aufdecken, wenn die Abrechnung und der tatsächliche Verbrauch divergieren.
Die jüngste Zählung verlängert eine Kampagne, die seit Jahren läuft. Ende 2025 verband das malaysische Energieministerium etwa 1,1 Milliarden US-Dollar an Stromverlusten mit rund 14.000 illegalen Mining-Standorten, die über fünf Jahre entdeckt wurden. Ein Komitee wurde eingerichtet, das auf das Finanzministerium, Bank Negara und TNB zurückgreift, um Straftäter zu verfolgen.
Spektakuläre Durchsetzungsmaßnahmen
Die Durchsetzung war manchmal spektakulär. Die Polizei hat mehr als einmal beschlagnahmte Rigs mit Straßenwalzen zerquetscht, darunter Hunderte von Maschinen, die 2024 zerstört wurden, und rund 1.000 in einer ähnlichen Operation im Jahr 2021.
Internationale Perspektive
Malaysia ist in der Region nicht allein; auch die Behörden anderswo haben ihre eigenen Razzien durchgeführt, von einem mehrmillionenschweren Mining-Betrieb, der in Thailand zerschlagen wurde, bis hin zu Festnahmen in Hongkong wegen gestohlener Elektrizität zur Versorgung von Mining-Rigs.