Maya plant US-IPO von bis zu 1 Milliarde USD
Maya, eine philippinische digitale Bank, deren Plattform eine regulierte Krypto-Handelsabteilung umfasst, plant Berichten zufolge einen US-IPO von bis zu 1 Milliarde USD. Das Unternehmen arbeitet derzeit mit Beratern an diesem Vorhaben, wie ein Bloomberg-Bericht vom Montag enthüllt. Ein Listing in den USA könnte Zugang zu umfangreicheren Kapitalquellen bieten und die Basis institutioneller Investoren im Vergleich zu den lokalen Märkten erweitern, insbesondere da regionale Börsen in den letzten Jahren nur begrenzte großangelegte Tech-Listings verzeichnet haben.
Überblick über Mayas Dienstleistungen
Maya operiert unter einer digitalen Banklizenz der Bangko Sentral ng Pilipinas und bietet über ihre App Sparkonten, Verbraucherkredite, Zahlungsdienste und Händlerlösungen an. Neben den Kernbankdienstleistungen ermöglicht Maya den Handel mit Kryptowährungen in der App, und zwar unter einem regulierten Rahmen für virtuelle Vermögensdienstleister. Das Unternehmen hat bislang nicht öffentlich bekannt gegeben, wie viel Umsatz oder Transaktionsvolumen sein Kryptosegment zum Gesamtgeschäft beiträgt.
Probleme mit Krypto-Transaktionen
Nutzer von Mayas digitaler Geldbörse und Banking-App berichteten von sporadischen Schwierigkeiten beim Ausführen von Krypto-Transaktionen. Einige gaben an, dass die Schaltflächen „Kaufen“ und „Verkaufen“ für bestimmte Token während Phasen starker Preisanstiege deaktiviert und „ausgegraut“ wurden. Maya reagierte nicht sofort auf eine Anfrage von Decrypt. Vermögenswerte, die zweistellige Gewinne innerhalb kurzer Zeiträume verzeichneten, wurden als „vorübergehend nicht verfügbar“ gekennzeichnet, während weniger volatile Kryptowährungen weiterhin handelbar blieben, wie Screenshots und Berichte zeigen, die Decrypt von einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle zur Verfügung gestellt wurden. Diese Probleme haben Beschwerden von Nutzern ausgelöst, die angaben, dass sie nicht in der Lage waren, Positionen einzugehen oder zu verlassen, wenn es nötig war.
Marktanalyse und Herausforderungen
Der potenzielle Schritt erfolgt inmitten eines allmählich wiedereröffnenden Fensters für Technologie- und Fintech-IPOs in den USA, obwohl die Anlegerprüfung hoch bleibt. Die IPO-Aktivität in den USA zeigt 2025 Anzeichen einer Erholung, mit 202 Listings, die etwa 44 Milliarden USD einbrachten, was einen vierjährigen Höchststand bei der Anzahl der Deals markiert, so Daten von Renaissance Capital. Weltweit haben 1.293 IPOs im vergangenen Jahr rund 171 Milliarden USD eingebracht, was einem Anstieg der Erlöse um 39 % im Jahresvergleich entspricht, laut EY-Daten zu globalen IPO-Trends, wobei die US-Märkte erheblich zur Erholung auf dem Weg ins Jahr 2026 beigetragen haben.
Expertenmeinungen zum IPO
Lokale Beobachter äußern, dass der gemeldete IPO Fragen zu Timing, Governance und der Einschätzung eines philippinischen digitalen Bankinstituts mit Krypto-Engagement durch US-Investoren aufwirft. Ein US-Listing ist „machbar, aber das Timing wird daran gemessen, ob das Unternehmen eine stabile, bankfähige Ertragsgeschichte in einem Markt präsentieren kann, der weiterhin selektiv ist“, sagte Nathan Marasigan, Partner bei der in Manila ansässigen MLaw Office, gegenüber Decrypt.
Im Moment scheinen Investoren „Vorhersehbarkeit oder eine klare Rentabilitätsentwicklung, diszipliniertes Risikomanagement und Governance mehr zu belohnen als nur reines Wachstumspotenzial“, fügte Marasigan hinzu. Das Timing könnte günstig sein, wenn „die Bankfundamentaldaten stark sind und die Krypto-Komponente klar kontrolliert und nicht störend für Mayas Kerngeschichte ist“.
Auswirkungen des Krypto-Segments
Das Krypto-Segment könnte entweder den IPO-Fall unterstützen oder komplizieren, je nachdem, wie es verwaltet und offengelegt wird, fügte Marasigan hinzu. Wenn Krypto eine bedeutende Einnahme- oder Wachstumsquelle wird, „werden Investoren in der Regel vorsichtiger sein, da Krypto höhere Volatilität und einen stärkeren regulatorischen Fokus mit sich bringen kann“, erklärte er.
Der gemeldete US-IPO von Maya erscheint als „rein eine Arbitrage-Gelegenheit auf dem Kapitalmarkt“, sagte Paolo Lising, Forscher bei der kryptounterstützten Risikokapitalfirma Sora Ventures, gegenüber Decrypt. „Während ein US-Listing Mayas Finanzierungs- und Liquiditätsprobleme angehen kann, bleibt die größere Herausforderung, skalierbare, risikobewusste Finanzinfrastruktur auf den Philippinen zu entwickeln“, fügte er hinzu und erklärte, dass „die Akzeptanz derzeit sowohl die finanzielle Bildung als auch die regulatorische Kapazität im Land übertrifft“. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass US-Investoren Maya isoliert bewerten; stattdessen könnten sie zunehmend eine länderspezifische und regionale Perspektive einnehmen, die die Philippinen mit ihren Mitbewerbern vergleicht. „Digitale Zahlungen werden das zentrale Thema im Krypto-Bereich in den nächsten zwei Jahren sein. Ein gut durchgeführter IPO, der Produkt, Infrastruktur und Regulierung in Einklang bringt, hat das Potenzial, die vertrauenswürdigste Einstiegsmöglichkeit für die Region zu schaffen“, fügte er hinzu.