Quantencomputing als existenzielles Risiko
Der Strategie-Experte Michael Saylor hat sich kürzlich in einer Debatte mit dem Risikokapitalgeber Chamath Palihapitiya geäußert und gewarnt, dass die Bedrohung durch Quantencomputing nicht nur ein „Bitcoin-Problem“ darstellt. Laut Saylor ist sie vielmehr ein existenzielles Risiko für die gesamte moderne Welt. Wenn Quantencomputer jemals mächtig genug werden, um die Verschlüsselung, die Bitcoin sichert, zu knacken, könnten sie gleichzeitig jede wichtige Säule der globalen Wirtschaft destabilisieren. Dazu zählen Banken, Cloud-Anbieter und das Internet selbst.
Debatte über den terminalen Wert
Die Debatte wurde durch Palihapitiya’s umstrittene These mit dem Titel „Der Zusammenbruch des terminalen Wertes“ angestoßen. Er argumentierte, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Kosten für Störungen so schnell senkt, dass kein Unternehmen glaubwürdig Cashflows über einen Zeitraum von fünf Jahren projizieren kann. In diesem Szenario verschwinden die „Gräben“ der Unternehmen, und die Aktienmärkte könnten einen katastrophalen Rückgang von 75 % erleben.
Bitcoin als Lösung
Saylor, der nie eine Gelegenheit auslässt, den Bitcoin-Bullenmarkt zu unterstützen, entgegnete, dass genau dieses „Störungsrisiko“ der Grund sei, warum Kapital in Bitcoin fließen wird. Er beschrieb BTC als „Digital Capital“, das knapp, neutral und einzigartig immun gegen die durch KI bedingte Obsoleszenz ist, die traditionelle Unternehmen bedroht. Palihapitiya wies darauf hin, dass Bitcoin zuerst die „Quantenbedrohung“ überstehen müsse, um als ultimativ zu gelten. Saylor bemerkte jedoch, dass der gesamte Stack gemeinsam aktualisiert werden sollte.
„Ihre KI-These geht davon aus, dass die digitale Welt quantenresistent ist. Wenn Quanten die Kryptografie brechen, brechen sie auch KI, Cloud-Infrastruktur, Banken und das Internet – nicht nur Bitcoin. Der gesamte Stack wird jedoch gemeinsam aktualisiert werden“, sagte Saylor.
Übergang zur Post-Quantum-Kryptografie
Ein „Bitcoin-only“-Quanten-Zusammenbruch ist laut dem exzentrischen Milliardär ein Missverständnis darüber, wie digitale Sicherheit funktioniert. Die Welt wird einen koordinierten Übergang zur Post-Quantum-Kryptografie (PQC) erleben. Nationale Verteidigungssysteme, Bankprotokolle und die Server von Google müssten alle zusammen mit dem Bitcoin-Netzwerk aktualisiert werden. Saylor bezeichnete den Krypto-Sektor zuvor als die „fortschrittlichste Cybersicherheitsgemeinschaft“. Er betrachtet den quantenmechanischen Übergang als ein „Markträumungsereignis“. Inhaber mit privaten Schlüsseln werden ihre Vermögenswerte auf neue Standards neu verschlüsseln, während „verlorene“ oder „tote“ Coins, die auf alten Verschlüsselungsstandards basieren, einfach eingefroren werden, was möglicherweise zu einem noch engeren Bitcoin-Angebot führen könnte.