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Nasdaq erhält SEC-Zulassung für den Handel mit tokenisierten Wertpapieren im Pilotprogramm

vor 16 Stunden
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Genehmigung für tokenisierte Aktien durch die SEC

Der Vorschlag von Nasdaq, einige Aktien in tokenisierter Form zu handeln, erhielt am Mittwoch die offizielle Genehmigung der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC). Diese Genehmigung ermöglicht es, den Handel und die Abwicklung weiterhin innerhalb der traditionellen Marktstrukturen zu halten. Die Änderungen betreffen einige bereits an der nationalen Wertpapierbörse gelistete Wertpapiere und beginnen mit Aktien des Russell 1000 sowie bestimmten Index-ETFs. Tokenisierte Aktien müssen in Bezug auf Rechte, Symbole und Handelspriorität ihren traditionellen Pendants entsprechen.

Was ist Tokenisierung?

Tokenisierung ist der Prozess, bei dem ein traditionelles Asset, wie eine Aktie oder ein ETF, in ein digitales Asset auf einer Blockchain umgewandelt wird, das an das ursprüngliche Wertpapier gebunden ist und die gleichen Rechte trägt. Teilnehmende Broker können eine Bestellung für die tokenisierte Abwicklung markieren, wenn sie diese eingeben. Nasdaq würde diese Anweisung nach der Ausführung des Handels an die Depository Trust Company (DTC) weitergeben, so die SEC. Sollte die DTC die Anfrage nicht ausführen können, weil der Broker oder das Wertpapier nicht berechtigt ist oder weil die Blockchain oder das Wallet nicht kompatibel sind, wird der Handel in traditioneller, nicht-tokenisierter Form abgewickelt.

Reaktionen und Bedenken

Decrypt hat sich an Nasdaq gewandt, um einen Kommentar dazu zu erhalten, wann der tokenisierte Handel beginnen könnte und welche weiteren Schritte vor dem Start erforderlich sind. Nasdaq reichte seinen Vorschlag im September letzten Jahres ein und verglich die Tokenisierung mit früheren Marktinnovationen wie der Dezimalisierung und Elektronifizierung. Zu diesem Zeitpunkt argumentierte die Börse, dass die bestehenden regulatorischen Strukturen, die „vom Kongress vorgeschrieben“ sind, bereits für tokenisierte Wertpapiere gelten, unabhängig von ihren Blockchain-Eigenschaften.

Die SEC erkannte in ihrem Genehmigungsschreiben an, dass während des Überprüfungsprozesses mehrere Kommentatoren Fragen dazu aufwarfen, wie das Tokenisierungsmodell von Nasdaq funktionieren würde.

SIFMA, die Haupthandelsgruppe der US-Wertpapierindustrie, und Cboe Global Markets, einer der größten US-Börsenbetreiber, äußerten Bedenken hinsichtlich der Unklarheit bezüglich der Rolle der DTC. Die Digital Chamber, eine Interessenvertretungsgruppe für Blockchain-Politik, argumentierte, die SEC sollte vermeiden, spezifische Unternehmen oder Technologien zu begünstigen und den Emittenten mehr Mitspracherecht geben. Better Markets, eine gemeinnützige Organisation, die sich auf Finanzreformen konzentriert, sprach sich gegen den Vorschlag aus, da potenzielle Preisunterschiede, Überwachungsbedenken und rechtliche Unsicherheiten bestehen.

Auswirkungen der Genehmigung

Bis Ende November drängten große Börsen und Marktgruppen die SEC, breite Ausnahmen für tokenisierte Wertpapiere zu vermeiden und warnten, dass lockerere Erleichterungen ungleiche Regeln und neue Risiken im Zusammenhang mit tokenisierten Aktien schaffen könnten. Die Zustimmung der SEC für Nasdaq erfolgt, während Regulierungsbehörden und Börsen einen strukturierteren und koordinierten Ansatz zur Tokenisierung verfolgen. Die für Nasdaq festgelegten Grenzen deuten darauf hin, dass diese zumindest vorerst nur über das bestehende System und nicht über einen separaten On-Chain-Marktplatz erfolgen können.

Anfang dieses Jahres erklärte das SEC-Personal, dass tokenisierte Vermögenswerte zunächst Wertpapiere und erst in zweiter Linie Technologie sind. Damit bekräftigten sie ihre Position, dass die Platzierung eines Wertpapiers auf einer Blockchain dessen rechtliche Klassifizierung nach Bundesrecht nicht ändert.

Die Genehmigung ist wichtig, weil „sie beginnt, gelistete Aktien programmierbarer zu machen, nicht nur digitaler“, sagte Steven Wu, Chief Operating Officer der Tokenisierungsplattform Clearpool, gegenüber Decrypt.

Die Änderungen bringen „Flexibilität auf der Infrastrukturebene, ohne die Funktionsweise der Märkte heute zu stören“, bemerkte er und verwies auf einen langfristigen Wandel hin zu schnelleren Abwicklungen und letztendlich Märkten, die näher an der Echtzeit arbeiten können. „Tokenisierte Aktien weisen auf ein Modell hin, bei dem die Preisfindung nicht mehr durch traditionelle Handelszeiten eingeschränkt ist“, sagte er.

Für institutionelle Akteure schafft die Genehmigung der SEC „mehr Flexibilität auf der Vermögenswertebene“, erklärte Samar Sen, Leiter der internationalen Märkte bei der institutionellen Digital-Asset-Firma Talos, gegenüber Decrypt. „Institutionen werden genau beobachten, wie tokenisierte Wertpapiere in die Nachhandelsinfrastruktur integriert werden, insbesondere wo die Abwicklung weiterhin über zentrale Clearing- und Abwicklungssysteme erfolgt und ob sich die Liquidität konsistent über beide Formate entwickelt“, fügte er hinzu.