Crypto Prices

Russland plant, unregistrierte Krypto-Börsen bis 2026 zu blockieren, um 15 Milliarden Dollar an ausländischen Kommissionseinnahmen in den Binnenmarkt umzuleiten

vor 3 Stunden
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Einführung

Die russische Bundesbehörde für Kommunikation, Roskomnadzor, könnte bereits im Sommer 2026 mit der großflächigen Blockierung von Krypto-Börsen-Websites beginnen, die nicht in Russland registriert sind. Berichten zufolge ziehen die Behörden ein Modell in Betracht, das den YouTube-Beschränkungen ähnelt, einschließlich DNS-Eingriffen und Maßnahmen zur Umgehung von Blockaden.

Regulierungsmaßnahmen

Laut N. Zuborev, Senior Analyst bei Bestchange, bereiten die Regulierungsbehörden technische Mechanismen vor, um den Zugang zu ausländischen Plattformen, die ohne russische Lizenzen operieren, einzuschränken. Börsen wie MEXC bedienen derzeit weiterhin russische Nutzer, jedoch wird die Aufsicht über grenzüberschreitende Krypto-Aktivitäten strenger.

Diese potenzielle Verschärfung erfolgt, während die Gesetzgeber einen umfassenderen regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte finalisieren. Die Behörden argumentieren, dass ausländische Plattformen, die in einer rechtlichen Grauzone operieren, Milliarden an Einnahmen von den heimischen Märkten abziehen. Schätzungen zufolge geben Russen jährlich etwa 15 Milliarden Dollar für Gebühren an ausländische Krypto-Börsen aus.

Strategische Ziele der Moskauer Börse

Mit dem Fortschritt der Legalisierung des heimischen Krypto-Marktes bereitet sich die Moskauer Börse darauf vor, um diese Einnahmen zu konkurrieren. Sergei Shvetsov, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Moskauer Börse, erklärte, dass die Börse beabsichtigt, internationale Plattformen herauszufordern, die im Ausland oder ohne vollständige regulatorische Übereinstimmung in Russland operieren.

Regulatorische Anforderungen

Nach dem regulatorischen Konzept der Bank von Russland müssen ausländische Börsen, die mit russischen Einwohnern arbeiten möchten, eine russische Lizenz erwerben und einen Teil ihrer Operationen lokalisieren. Der gesetzliche Rahmen soll bis zum 1. Juli 2026 abgeschlossen sein, gefolgt von einer Übergangsfrist bis Juli 2027.

Ein neuer Gesetzesentwurf wird das Bundesgesetz Nr. 259-FZ „Über digitale Finanzanlagen“ ergänzen und eine obligatorische Lizenzierung für alle Betreiber von Krypto-Börsen, einschließlich ausländischer Unternehmen, einführen. Der Gesetzentwurf soll in der ersten Hälfte des Jahres 2026 der Staatsduma vorgelegt werden.

Auswirkungen auf den Krypto-Markt

In ihrem Konzeptpapier von Dezember 2025 klassifizierte die Bank von Russland Kryptowährungen als Fremdwährungsvermögen, verbot jedoch deren Verwendung für inländische Zahlungen.

Der Vorschlag umfasst auch differenzierte Zugangsregeln für Investoren und Einschränkungen für anonyme Krypto-Vermögenswerte. Nach Inkrafttreten könnten ausländische Börsen, die russischen Einwohnern ohne eine Lizenz der Zentralbank dienen, mit Betriebsverboten konfrontiert werden.

Technische Herausforderungen

Technisch gesehen könnte die Umsetzung eines YouTube-ähnlichen Blockierungsmodells für Krypto-Börsen komplex sein. Krypto-Nutzer haben sich historisch schnell an Zensurmaßnahmen durch VPNs und dezentrale Plattformen angepasst. Die Erfahrungen Chinas zeigen, dass strenge Verbote selten die Krypto-Aktivität vollständig eliminieren.

Stattdessen verlagert sich der Handel oft in weniger transparente Kanäle, was das Risiko für die Teilnehmer erhöht und die regulatorische Sichtbarkeit verringert. Für Russland stellt die bevorstehende Reform mehr als nur eine Durchsetzung dar; es ist ein strategischer Versuch, Milliarden an jährlichen Kommissionseinnahmen in das heimische Finanzsystem umzuleiten.

Fazit

Ob die Regulierungsbehörden das System effektiv umsetzen können, ohne die Aktivität in den Untergrund zu drängen, bleibt die entscheidende Frage.

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