Der Status von XRP als Wertpapier
Der Status von XRP als Wertpapier ist erneut ins Zentrum der Debatte über die Krypto-Politik in den USA gerückt. Unterstützer verweisen auf Abschnitt 105 des neuesten Entwurfs des CLARITY Act und argumentieren, dass dieser die rechtliche Position von XRP im Hinblick auf den Sekundärmarkt stärken könnte.
Diskussion und Argumente
Die Diskussion nahm an Intensität zu, nachdem XRP-fokussierte Konten die Seiten 110 bis 112 des Entwurfs zitierten und darauf hinwiesen, dass Abschnitt 105 eine Formulierung enthält, die mit früheren Gerichtsurteilen in Verbindung steht. Ihrer Ansicht nach sollte eine Transaktion mit digitalen Vermögenswerten, die bereits von einem Gericht als nicht wertpapierähnlich eingestuft wurde, nicht nach Inkrafttreten des Gesetzes erneut als Wertpapier klassifiziert werden.
Unterstützer von XRP verknüpfen diese Formulierung direkt mit dem Urteil von Richterin Analisa Torres aus dem Jahr 2023, das feststellte, dass XRP-Sekundärmarktverkäufe keine Wertpapiertransaktionen waren. Sie argumentieren, dass Abschnitt 105 einen bundesstaatlichen rechtlichen Schutz für diesen Teil des Ripple-Falls schaffen könnte, sofern das Gesetz in seiner aktuellen Form verabschiedet wird.
Wichtige Punkte des CLARITY Act
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass dieser Anspruch an den Gesetzentwurf gebunden ist und nicht an ein bereits verabschiedetes Gesetz. Der CLARITY Act muss noch durch den Ausschuss, durch mögliche Änderungen, den Senat und möglicherweise durch eine Harmonisierung mit anderen Gesetzen, bevor er in Kraft tritt.
Abschnitt 105 zieht besondere Aufmerksamkeit auf sich, da er einen Dezentralisierungstest und eine Definition für „Netzwerktoken“ einführt. XRP-Unterstützer sind der Meinung, dass diese Kategorie auf XRP zutreffen könnte, da das XRP Ledger unabhängig von Ripple arbeitet und für Zahlungen, Abrechnungen und nutzungsbasierte Transaktionen verwendet wird.
Ihr Argument besagt, dass der Wert von XRP mit der Nutzung des Netzwerks verbunden ist, anstatt mit direkten Ansprüchen auf die Gewinne von Ripple. Sie betonen auch, dass das XRP Ledger weiterhin funktioniert, selbst wenn Ripple nicht direkt beteiligt ist, was ihrer Meinung nach die Argumentation unterstützt, dass XRP anders behandelt werden sollte als ein von einem Unternehmen ausgegebenes Wertpapier.
Kritik und regulatorische Herausforderungen
Kritiker könnten jedoch diese Interpretation weiterhin in Frage stellen. Die Formulierung des Entwurfs müsste rechtlich interpretiert werden, und die Regulierungsbehörden könnten weiterhin spezifische Transaktionen, das Verhalten des Emittenten oder die Marktaktivität untersuchen, abhängig von der endgültigen Formulierung des Gesetzes.
Für XRP-Inhaber ist der entscheidende Punkt, ob der CLARITY Act das Risiko zukünftiger SEC-Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Handel auf dem Sekundärmarkt verringern kann. Unterstützer argumentieren, dass Abschnitt 105 dazu beitragen könnte, zu verhindern, dass eine zukünftige Verwaltung oder der Vorsitzende der SEC den gleichen Streit um die Wertpapierklassifizierung erneut aufgreift.
Unterstützung und politische Reaktionen
Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat den Bankenausschuss des Senats für die Förderung des CLARITY Act gelobt und betont, dass Millionen von Amerikanern bereits an den Kryptomärkten teilnehmen. Er erklärte, Ripple unterstütze das Gesetz, da Krypto-Nutzer Regeln und Schutzmaßnahmen verdienen, die denen anderer Anlageklassen ähnlich sind.
Ripples Chief Legal Officer Stuart Alderoty verwies ebenfalls auf Daten aus dem National Crypto Association’s 2026 State of Crypto Holders Report, der besagt, dass 67 Millionen Amerikaner Kryptowährungen halten. Laut dem Bericht führt Kalifornien mit 9,5 Millionen Inhabern, gefolgt von Texas mit 5,94 Millionen und Florida mit 4,71 Millionen.
Ripples Unterstützung für das Gesetz erfolgt in einer Zeit, in der das Unternehmen und XRP weiterhin mit der breiteren Regulierung digitaler Vermögenswerte in den USA verbunden sind. Klarere Regeln zur Token-Klassifizierung, zur Aufsicht über Börsen und zur Marktstruktur könnten XRP, Solana, Litecoin, Hedera, Dogecoin, Chainlink und andere wichtige Token betreffen.
Die Markierung des Bankenausschusses des Senats wird voraussichtlich von Krypto-Firmen, Banken, Investoren und politischen Gruppen genau beobachtet. Senatorin Elizabeth Warren hat mehr als 40 Änderungen zum CLARITY Act eingereicht, wie Berichte von Beobachtern des Kryptomarktes zeigen.
Eine gemeldete Änderung würde eine Formulierung streichen, die von Unterstützern als Großvaterklausel beschrieben wird und Token betrifft, die auf früheren Gerichtsurteilen oder etabliertem Handelsstatus basieren.
Warren hat argumentiert, dass das Gesetz Investoren, die nationale Sicherheit und das Finanzsystem gefährden könnte. Zudem hat sie die fehlenden Regelungen zu Interessenkonflikten kritisiert, die mit Präsident Donald Trump und den Krypto-Ventures seiner Familie verbunden sind. Eine weitere Änderung von Warren würde der Federal Reserve verbieten, Hauptkonten für Krypto-Firmen zu gewähren.
Unternehmen, die mit der Debatte verbunden sind, umfassen Ripple, Anchorage Digital, Circle und Custodia Bank, während Kraken Berichten zufolge ein Fed-Hauptkonto erhalten hat. Weitere demokratische Vorschläge von den Senatoren Jack Reed und Tina Smith betreffen Berichten zufolge Beschränkungen für Stablecoin-Erträge und die Verwendung von Krypto-Vermögenswerten wie Bitcoin und XRP für Steuerzahlungen.
Folglich könnte die Markierung von morgen zu einem Test werden, wie viel Unterstützung für den CLARITY Act in seiner aktuellen Form verbleibt.