Einführung der Bitcoin-Initiative in der Schweiz
Die Kampagne in der Schweiz, die die Schweizerische Nationalbank (SNB) dazu verpflichten wollte, Bitcoin als Teil ihrer offiziellen Reserven zu halten, wird nach dem Scheitern der Organisatoren, genügend Unterschriften für ein nationales Referendum zu sammeln, eingestellt. Die Initiative, bekannt als die Bitcoin-Initiative, strebte eine Änderung von Artikel 99 der Schweizer Verfassung an, um der SNB zu ermöglichen, Bitcoin neben Gold als Teil ihrer Währungsreserven zu halten.
Argumente der Unterstützer
Die Unterstützer argumentierten, dass Bitcoin die finanzielle Souveränität der Schweiz stärken und dem Land einen politisch neutralen Reservewert außerhalb des traditionellen Dollar- und Euro-Systems bieten könnte. Im Rahmen des bundesstaatlichen Volksinitiativenprozesses benötigten die Kampagnenführer innerhalb von 18 Monaten 100.000 gültige Unterschriften, um den Vorschlag in Richtung einer nationalen Abstimmung voranzubringen.
Scheitern der Kampagne
Die Organisatoren sammelten jedoch nur etwa 50.000 Unterschriften, was ungefähr der Hälfte der erforderlichen Gesamtzahl entspricht, und es verbleiben nur noch wenige Wochen bis zur Frist. Gründer Yves Bennaïm erklärte, dass die Kampagne eingestellt werde, anstatt einen letzten Versuch zu unternehmen. Er betonte, dass die Unterstützer die Bemühungen aufgrund der technischen Natur des Vorschlags und der begrenzten Ressourcen als schwierig angesehen hätten.
Stellungnahme der SNB
Die SNB hat die Idee, Bitcoin zu den offiziellen Reserven hinzuzufügen, wiederholt abgelehnt. SNB-Vorsitzender Martin Schlegel erklärte im April, dass Kryptowährungen derzeit nicht die Anforderungen der Zentralbank an Reservewerte erfüllen. Die SNB verwaltet ihre Reserven mit einem Fokus auf Liquidität, Werterhalt und geldpolitische Flexibilität.
Volatilität von Bitcoin
Die SNB hat argumentiert, dass die Volatilität und das Liquiditätsprofil von Bitcoin es unter den aktuellen Reservestandards für diese Rolle ungeeignet machen. Bitcoin-Unterstützer stellten diese Sichtweise in Frage, indem sie auf das feste Angebot von Bitcoin, die globale Handelsaktivität und die Unabhängigkeit von einem einzelnen Staat hinwiesen. Sie argumentierten, dass eine begrenzte Zuteilung von 1% bis 2% der Reserven die Diversifizierung unterstützen könnte, ohne die bestehende Vermögensbasis der SNB zu ersetzen.
Direkte Demokratie in der Schweiz
Das Scheitern, 100.000 Unterschriften zu erreichen, bedeutet, dass der Vorschlag nicht in eine nationale Abstimmung übergeht. Das System der direkten Demokratie in der Schweiz gibt den Bürgern einen formalen Weg, um Verfassungsänderungen vorzuschlagen, doch die hohe Schwelle verhindert oft, dass kleinere Kampagnen vorankommen. Die Bitcoin-Initiative gewann zwar Sichtbarkeit unter Krypto-Unterstützern und politischen Beobachtern, zog jedoch nicht genügend öffentliche Unterstützung an, um ein verbindliches Referendum zu erzwingen.
Auswirkungen auf die Geldpolitik
Das Ergebnis lässt den Reservenrahmen der SNB unverändert. Der Ausgang der Kampagne zeigt auch die Kluft zwischen der Krypto-Industrie der Schweiz und der nationalen Geldpolitik. Die Schweiz bleibt eines der aktivsten digitalen Vermögenszentren Europas, wobei das „Crypto Valley“ in Zug Blockchain-Unternehmen, Stiftungen und Finanztechnologieunternehmen beherbergt. Unterstützung für Blockchain-Unternehmen übersetzt sich jedoch nicht automatisch in Wählerunterstützung für Änderungen der Reserveregeln der Zentralbank.
Globale Perspektive auf Bitcoin-Reserven
Das Scheitern der Schweizer Kampagne beendet jedoch nicht die breitere Debatte über Bitcoin-Reserven. Mehrere Regierungen und Zentralbanken haben ähnliche Ideen überprüft oder abgelehnt, während digitale Vermögenswerte zunehmend größere Teile der globalen Finanzmärkte einnehmen.
Das Vereinigte Königreich wies 2025 einen Vorschlag für eine Bitcoin-Reserve formell zurück und erklärte, dieser sei für den britischen Markt nicht geeignet.
Die Zentralbank Südkoreas hat erklärt, dass sie die Hinzufügung von Bitcoin zu den Devisenreserven nicht überprüft hat, und verwies auf Bedenken hinsichtlich der Volatilität. Auch Japan hat nationale Bitcoin-Reservevorschläge abgelehnt. Die Europäische Zentralbank bleibt skeptisch gegenüber Krypto-Reservewerten und erklärt, dass Reservebestände liquide, sicher und geschützt sein müssen. Deutschland entschied sich ebenfalls, beschlagnahmte Bitcoins nicht als Reservevermögen zu halten, nachdem es 2024 einen großen Vorrat verkauft hatte.
Schlussfolgerung
Gleichzeitig haben einige Institutionen digitale Vermögenswerte in begrenztem Umfang getestet. Berichten zufolge kaufte die Tschechische Nationalbank eine kleine Menge Kryptowährung und blockchain-basierte Vermögenswerte, um operative Erfahrungen zu sammeln. In den Vereinigten Staaten dauert die Debatte über das Bitcoin-Gesetz und die rechtliche Struktur einer föderalen Bitcoin-Reserve an. Unterstützer argumentieren, dass Bitcoin als langfristiges nationales Vermögen dienen könnte, während Kritiker auf Volatilität, Verwahrungsrisiken und Grenzen der finanziellen Flexibilität der Regierung hinweisen.