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Sind Zentralbanken bereit, die Tokenisierung von Simulationen in echtes Geld zu überführen?

vor 1 Tag
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Einführung in das Projekt Agorá

Ein von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) geleitetes Experiment hat gezeigt, dass tokenisiertes Zentralbankgeld und Bankeinlagen grenzüberschreitende Zahlungen in einem einzigen atomaren Schritt über verschiedene Währungen hinweg abwickeln können. Laut der BIS hat das Projekt Agorá getestet, wie tokenisierte Zentralbankreserven und Einlagen von Geschäftsbanken Transaktionen auf einer „Alles-oder-Nichts“-Basis abwickeln können, sodass keine Seite exponiert ist, wenn der andere Teil ausfällt.

Herausforderungen des aktuellen Systems

Im heutigen System kann eine grenzüberschreitende Überweisung durch mehrere Zwischenbanken gehen, bevor sie den Empfänger erreicht, was die Abwicklung auf Tage ausdehnen und operationale Risiken während der Abstimmung hinzufügen kann. Im Design des Projekts Agorá verwendeten die BIS und die Teilnehmer Tokenisierung und blockchain-ähnliche Infrastrukturen, um Übergaben zu reduzieren und die Abwicklung gleichzeitig über Jurisdiktionen hinweg abzuschließen.

Details zum Projekt Agorá

Projekt Agorá ist eine gemeinsame Initiative zwischen der BIS, sieben Zentralbanken und mehr als 40 privaten Finanzinstituten. Zu den teilnehmenden Zentralbanken gehören die Federal Reserve Bank of New York, die Bank of England, die Bank of Japan und die Schweizerische Nationalbank, sowie große Geschäftsbanken und Finanzunternehmen. Das Projekt wurde im April 2024 gestartet und verbrachte etwa anderthalb Jahre in einer Designphase, bevor es 2025 in eine Prototypenphase überging. Aktive Tests begannen im Januar 2026, was die BIS als den Punkt beschrieb, an dem die Initiative über konzeptionelle Arbeiten hinausging und näher an ein Betriebssystem heranrückte.

Erweiterung der Initiative

In derselben Woche gab die BIS bekannt, dass die Bank of Canada der Initiative beigetreten ist. Außerhalb des Agorá-Arbeitsstroms stellte die BIS fest, dass Anbieter von Finanzmarktinfrastrukturen und Börsen tokenisierte Abwicklungssysteme für traditionelle Wertpapiere aufbauen. Die BIS verwies auf den Plan der DTCC, eine tokenisierte Abwicklungsinfrastruktur für Aktien, ETFs und US-Staatsanleihen einzuführen, während Nasdaq und Intercontinental Exchange ebenfalls blockchain-basierte Systeme für tokenisierte Aktien entwickeln.

Zusammenhang mit globalen Zahlungsinitiativen

Projekt Agorá steht auch im Einklang mit dem grenzüberschreitenden Zahlungsfahrplan der G20, der 2020 festgelegt wurde. Die BIS stellte Agorá als einen Versuch dar, zu zeigen, dass einheitliche Hauptbücher und Tokenisierung größere Verbesserungen liefern können als kleine Änderungen an der bestehenden Zahlungsinfrastruktur.

Vorsicht gegenüber Krypto-Instrumenten

Obwohl die BIS die Forschung zur Tokenisierung fördert, hat sie einen vorsichtigen Ton gegenüber privat ausgegebenen Krypto-Instrumenten beibehalten. Die BIS hat gewarnt, dass Stablecoins Risiken für das Finanzsystem schaffen könnten, und hat schnellere Fortschritte bei der Regulierung von Stablecoins gefordert. Darüber hinaus hat die BIS, wie bereits letzten Monat von crypto.news berichtet, festgestellt, dass Krypto-Börsen als leicht regulierte „Schattenbanken“ agiert haben, indem sie Kundeneinlagen auf eine Weise nutzen, die die Hebelwirkung erhöhen und zu großen Verlusten beitragen kann, einschließlich eines Verlusts von 19 Milliarden Dollar im Jahr 2025.

In dieser Bewertung stellte die BIS fest, dass „Verdienen“- und Sparprodukte, die von Börsen verkauft werden, eher wie ungesicherte Kredite funktionieren, da Plattformen Benutzervermögen in Margin-Kredite, proprietäres Trading und Market Making umhypothekieren.

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