Aufhebung des Verbots von Unternehmensinvestitionen in Kryptowährungen
Die südkoreanischen Regulierungsbehörden haben beschlossen, ein neunjähriges Verbot von Unternehmensinvestitionen in Kryptowährungen aufzuheben, während das Land sich zunehmend für den Bereich digitaler Vermögenswerte öffnet. Die südkoreanische Finanzdienstleistungsbehörde hat Berichten zufolge neue Richtlinien für börsennotierte Unternehmen und professionelle Investoren ausgearbeitet, die voraussichtlich bis Februar finalisiert werden. Anschließend werden Unternehmen in der Lage sein, bis Ende 2026 Investitionen zu tätigen.
Neue Investitionsrichtlinien
Laut dem Vorschlag wird der Rahmen es berechtigten Firmen ermöglichen, jährlich bis zu 5 % ihres Eigenkapitals in Kryptowährungen zu investieren. Diese Investitionen müssen jedoch auf die 20 größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung beschränkt sein, die an den fünf größten Börsen Koreas gelistet sind. In der Zwischenzeit laufen Diskussionen darüber, ob Stablecoins wie USDT als zulässige Anlagewerte unter den neuen Regeln einbezogen werden.
Bedenken der Branche
Obwohl der Wandel in der Branche weitgehend begrüßt wurde, äußern einige Befürworter Bedenken, dass die Investitionsobergrenze übermäßig restriktiv sein könnte. Sie befürchten, dass Südkorea im Vergleich zu Jurisdiktionen wie den Vereinigten Staaten, Japan und der Europäischen Union, wo keine Einschränkungen für Unternehmensbesitz an Kryptowährungen bestehen, benachteiligt wird. Ein Insider der Branche wurde mit den Worten zitiert:
„Investitionslimits, die im Ausland nicht existieren, könnten den Zufluss von Mitteln schwächen und die Entstehung spezialisierter Unternehmen für virtuelle Währungsinvestitionen verhindern.“
Historischer Kontext
Südkorea hatte 2017 Unternehmensinvestitionen in Kryptowährungen und Initial Coin Offerings verboten, da die Regulierungsbehörden besorgt waren, dass Kryptowährungen erhebliche Risiken für die finanzielle Stabilität des Landes darstellen und Krypto-Investitionen als „nicht produktive spekulative“ Aktivitäten betrachteten. Im Laufe der Jahre haben die Regulierungsbehörden jedoch allmählich ihre Haltung gelockert. Unter der krypto-freundlichen Verwaltung von Präsident Lee Jae-myung, der 2025 ins Amt kam, haben die Behörden Schritte unternommen, um digitale Vermögenswerte wieder in das Finanzsystem zu integrieren.
Im vergangenen Jahr begann Südkorea, gemeinnützigen Organisationen und Krypto-Börsen zu erlauben, Krypto-Bestände zu liquidieren, um finanzielle Managementzwecke zu erfüllen.
Regelsetzung und Verzögerungen
In der Zwischenzeit hat die Regelsetzung im Zusammenhang mit Kryptowährungen Verzögerungen erfahren. Wie zuvor von crypto.news berichtet, wurde das Grundgesetz für digitale Vermögenswerte, das umfassende Standards für die Emission von Stablecoins, deren Verwahrung und den Schutz von Investoren festlegen würde, auf 2026 verschoben. Die Regulierungsbehörden debattieren derzeit, ob die Aufsicht über die Reserven von Stablecoins der Finanzdienstleistungsbehörde oder der Bank von Korea übertragen werden sollte und welche Institutionen berechtigt sein sollten, won-gebundene Stablecoins unter dem bevorstehenden regulatorischen Rahmen auszugeben.