Tesseract führt Dedicated Client Vaults ein
Das MiCA-lizenzierte Unternehmen Tesseract hat Dedicated Client Vaults eingeführt – segregierte Smart-Contract-Ertragskonten, die speziell für Institutionen entwickelt wurden, die gegenüber gebündelten DeFi-Produkten skeptisch sind. Der finnische Krypto-Asset-Manager Tesseract Investment Oy, eines der ersten Unternehmen, das eine vollständige MiCA-Lizenz in der Europäischen Union erhalten hat, hat eine neue On-Chain-Ertragsplattform namens Tesseract Dedicated Client Vaults ins Leben gerufen, die sich gezielt an institutionelle und professionelle Investoren richtet.
Funktionsweise der Vaults
Das Angebot, über das The Block berichtet hat, ist so konzipiert, dass jeder Vault ein unabhängiger Smart Contract ist, der einem einzelnen Kunden gewidmet ist und von Tesseract verwaltet wird, anstatt ein gemeinsamer Kapitalpool zu sein. Die Kunden setzen die Vaults aus ihren eigenen Wallets ein, halten 100 % der Vault-Token, die ihre Vermögenswerte repräsentieren, und führen segregierte Verwahrkonten, die die Anforderungen von MiCA an die Trennung und Verwahrung von Kundenvermögen erfüllen.
Regulatorische Überlegungen
„Wir sehen MiCA als eine Chance, nicht als eine Belastung“,
sagte Harris in einem separaten Interview im Alt Funds Network und fügte hinzu, dass Institutionen „DeFi durch eine Linse von Regulierung, Trennung und Kontrolle betrachten – nicht nur APY.“
In einem kürzlichen LinkedIn-Beitrag, in dem „5 wichtige Dinge, die Institutionen von Onchain-Vaults benötigen“ umrissen wurden, zog Tesseract-CEO James Harris eine klare Linie zwischen Verwahr-Vaults und gebündelten Ertrags-Vaults. Er warnte, dass letztere möglicherweise unter die EU-Vorschriften für kollektive Anlagevehikel fallen könnten. Harris wies auf beliebte gebündelte Strukturen wie Morpho-Vaults hin, die als Produkte behandelt werden könnten, die unter den Leitlinien von MiCA als kollektive Anlagevehikel gelten.
Die Vorteile der Dedicated Client Vaults
Im Gegensatz zu gebündelten DeFi-Ertragsprodukten halten Tesseracts Dedicated Client Vaults die Vermögenswerte jeder Institution in ihrem eigenen Smart Contract, ohne Kapitalbündelung oder Rückverteilung von Erträgen zwischen verschiedenen Investoren. Dies entspricht klarer dem Regime der Krypto-Asset-Dienstleister von MiCA, anstatt mit der Fondsregulierung in Konflikt zu stehen.
Marktentwicklung und Zukunftsausblick
Die MiCA-Autorisierung von Tesseract, die 2025 von der Finanzaufsichtsbehörde Finnlands erteilt wurde, ermöglicht es dem in Helsinki ansässigen Unternehmen, Portfolioverwaltung, Verwahrung und Vermögensübertragungsdienste sowohl für Privat- als auch für professionelle Kunden in der gesamten EU anzubieten. Private Banker International hat die Strategie des Unternehmens als „Wette auf konforme Erträge als Grundpfeiler der nächsten Wachstumsphase der Branche“ beschrieben und plant Innovationen wie risikobasierte Ertragsstrategien und tokenisierte Vaults, die auf Banken, Vermögensverwalter und Unternehmen zugeschnitten sind.
Der Start der Dedicated Client Vaults erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem traditionelle Krypto-Basisgeschäfte viel von ihrer Attraktivität verloren haben. Eine kürzliche Notiz, die von Gate.io zitiert wurde, stellte fest, dass die annualisierte Rendite auf das einst beliebte Bitcoin Cash-and-Carry-Arbitrage von mehr als 17 % auf etwa 5 % gefallen ist, kaum über der Rendite von etwa 3,5 % auf einjährige US-Staatsanleihen. „Die Ära des einfachen, nahezu risikofreien institutionellen Geldes in Krypto ist entschieden vorbei“, sagte Harris und charakterisierte die aktuellen Bedingungen als „eine taktische Neuausrichtung“ und nicht als einen vollständigen institutionellen Ausstieg.
Schlussfolgerung
In einer früheren Geschichte von crypto.news darüber, wie das GENIUS-Gesetz und MiCA die Infrastruktur für Stablecoins und DeFi umgestalten, argumentierten Rechtsexperten, dass Ertragsprodukte näher an regulierte Fonds- oder Mandatsstrukturen rücken müssten, um zu überleben, insbesondere für europäische Kunden. Eine weitere Geschichte über den Wettlauf Südkoreas zur Ausgabe von bankgestützten Stablecoins hob hervor, wie globale Institutionen zunehmend klare rechtliche Rahmenbedingungen verlangen, bevor sie Kapital in On-Chain-Ertragsstrategien investieren. Eine dritte Geschichte, die das Ende der einfachen Cash-and-Carry-Ära untersuchte, unterstrich, dass zukünftige Krypto-Renditen für Institutionen wahrscheinlich aus komplexeren, compliance-orientierten Produkten stammen werden, anstatt aus einfachen Spread-Geschäften – genau das Nischenfeld, das Tesseract mit seinen MiCA-konformen Vaults anvisiert.