World Liberty Financial und der Schritt in die traditionelle Finanzwelt
World Liberty Financial, das Flaggschiff-Krypto-Unternehmen der Trump-Familie, unternimmt einen entscheidenden Schritt in die traditionelle Finanzwelt, indem es eine nationale Banklizenz beantragt. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem Washington die Tür zu strengerer, aber legitimierenderer Aufsicht über digitale Vermögenswerte öffnet.
Der Antrag auf Banklizenz
World Liberty Trust hat diese Woche einen de novo-Antrag beim Office of the Comptroller of the Currency eingereicht, der für die Regulierung und Überwachung nationaler Banken zuständig ist, wie das Wall Street Journal berichtet.
Wenn der Antrag genehmigt wird, könnte das Unternehmen USD1, den dollarbasierten Stablecoin, der letztes Jahr von World Liberty Financial eingeführt wurde, ausgeben und verwahren. USD1 hat derzeit einen Marktwert von etwa 3,4 Milliarden Dollar, teilweise gestützt durch seine Verwendung in einer 2-Milliarden-Dollar-Investition in die Krypto-Börse Binance durch einen Drittinvestor.
Regulatorische Veränderungen und Kritik
Der Antrag folgt auf die jüngsten Genehmigungen von Treuhandbanklizenzen für große Krypto-Akteure wie BitGo, Fidelity Digital Assets, Circle, Ripple und Paxos. Dies deutet auf einen breiteren regulatorischen Wandel unter der Trump-Administration hin, der darauf abzielt, Krypto-Unternehmen in das Bankensystem zu integrieren. Treuhandbanken unterscheiden sich von traditionellen Banken, da sie in der Regel keine Einlagen annehmen oder Kredite vergeben können. Kritiker argumentieren jedoch, dass die Lizenzen dennoch systemische Risiken einführen könnten.
Geplante Dienstleistungen und Interessenkonflikte
World Liberty plant, Krypto-Verwahrungs- und Stablecoin-Konvertierungsdienste für institutionelle Kunden wie Börsen, Market Maker und Investmentfirmen anzubieten. Unternehmensleiter betonen, dass eine Lizenz die Abhängigkeit von Drittanbietern verringern und die Produktentwicklung beschleunigen würde.
Der Schritt hat Kritik wegen möglicher Interessenkonflikte auf sich gezogen, insbesondere angesichts der profitablen Krypto-Geschäfte von Präsident Trump, die Berichten zufolge sein Vermögen um über 1 Milliarde Dollar gesteigert haben, sowie seiner Begnadigung des Binance-Gründers Changpeng Zhao.
Unternehmensvertreter erklären, dass der Trust so strukturiert wurde, dass Interessenkonflikte vermieden werden, wobei Mitglieder der Trump-Familie nur nicht stimmberechtigte Anteile und keine operative Kontrolle halten.