Aktuelle Entwicklungen im Fall Roman Storm
Die Anwälte des Justizministeriums haben am Dienstag die jüngste Bitte des Ethereum-Entwicklers Roman Storm zur Abweisung seines Strafverfahrens zurückgewiesen – ein Verfahren, das möglicherweise zum zweiten Mal vor Gericht kommt. In einem heute versandten Schreiben forderten die Bundesstaatsanwälte die Bundesrichterin Katherine Polk Failla auf, ein kürzliches Urteil des Obersten Gerichtshofs zu ignorieren, das laut Storms Anwälten erhebliche Auswirkungen auf die aktuellen rechtlichen Probleme des Softwareentwicklers haben könnte.
Hintergrund des Falls
Storm wurde 2023 verhaftet und angeklagt, weil er Tornado Cash betrieb, einen Coin-Mixing-Service, der es Ethereum-Nutzern ermöglichte, ihre Transaktionen, die normalerweise auf der Blockchain sichtbar sind, privat zu halten. Die Staatsanwälte behaupteten, Storm sei sich bewusst gewesen, dass kriminelle Akteure Tornado Cash zur Geldwäsche nutzten, obwohl die Software autonom ohne die direkte Beteiligung des Entwicklers lief.
Letzten Sommer befand eine Jury in Manhattan Storm für schuldig, einen illegalen Geldübermittler betrieben zu haben, konnte jedoch in zwei weiteren Anklagepunkten wegen Geldwäsche und Verstoß gegen Sanktionen keine Urteile fällen. Storm legte gegen das Urteil Berufung ein.
Neueste Entwicklungen und Argumente
Letzten Monat beantragte das Trump-Justizministerium, den Entwickler erneut wegen Verschwörung zur Geldwäsche und Verschwörung zum Verstoß gegen Sanktionen vor Gericht zu bringen. Doch Ende letzten Monats dachten Storms Anwälte, sie hätten einen Vorteil erlangt. Am 25. März entschied der Oberste Gerichtshof einstimmig in einem scheinbar nicht verwandten Fall zum Urheberrecht von Musik, dass Cox – ein großer Internetdienstanbieter – nicht für die illegalen Handlungen seiner Kunden haftbar gemacht werden könne.
In einem Schreiben an Richterin Failla, das letzte Woche gesendet wurde, argumentierten Storms Anwälte, dass das Urteil des Obersten Gerichtshofs – nämlich, dass Cox sich dessen bewusst war, dass einige seiner Kunden möglicherweise illegal Musik streamten, jedoch nicht die Absicht hatte, Urheberrechte zu verletzen – direkte Auswirkungen auf ihren Fall habe. Sie hoben insbesondere hervor, wie die Trump-Administration selbst Coxs Position unterstützte, dass der Internetgigant nicht als Unterstützer der illegalen Handlungen einiger seiner Nutzer betrachtet werden sollte.
„Das Verhalten des Angeklagten ist einfach nicht mit dem Verhalten in der Cox-Sache vergleichbar“, sagte das DOJ am Dienstag. „In jedem Fall hat ein zivilrechtlicher Urheberrechtsfall hier von vornherein keine Relevanz.“
Reaktionen und Ausblick
Der Vorstoß des DOJ, Roman Storm erneut vor Gericht zu bringen, ist bemerkenswert, angesichts der aggressiv pro-Krypto-Agenda der Trump-Administration. Im letzten Jahr versprach das DOJ mehrfach, die Strafverfolgung von Entwicklern von Krypto-Privatsphäre-Software einzustellen, zur Freude der Krypto-Industrie. Dennoch haben Bundesstaatsanwälte in der Zwischenzeit mehrere solcher Entwickler ins Gefängnis geschickt, was für führende Datenschutzbefürworter von großer Besorgnis ist.
Das Trump-Justizministerium behauptete in dem Schreiben vom Dienstag weiter, dass es keine Beweise dafür gebe, dass ein Krypto-Privatsphäre-Service wie Tornado Cash in der Lage sei, „substantielle oder kommerziell signifikante“ nichtkriminelle Anwendungen zu haben. Diese Behauptung wird mit Sicherheit die Befürworter der Krypto-Privatsphäre verärgern, die behaupten, dass alle Nutzer digitaler Vermögenswerte das Recht haben, ihre finanziellen Transaktionen privat zu halten.