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Türkei erhebt Anklage gegen 504 Verdächtige in einem Geldwäschefall über 1 Milliarde Dollar, der mit Kryptowährungen verbunden ist

vor 2 Stunden
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Ermittlungen gegen Geldwäsche-Netzwerk in der Türkei

Die türkischen Staatsanwälte haben 504 Personen beschuldigt, ein angebliches Geldwäsche-Netzwerk betrieben zu haben, das fast 40 Milliarden türkische Lira durch Briefkastenfirmen, Juweliergeschäfte, Zahlungsdienstleister und Kryptowährungstransaktionen bewegt hat. Laut einer 1.548-seitigen Anklageschrift, die von der Staatsanwaltschaft Istanbul vorbereitet wurde, sollen die Verdächtigen Briefkastenfirmen, Bankkonten, Devisenbüros, Point-of-Sale-Terminals und Krypto-Transfers genutzt haben, um die aus illegalen Wettoperationen generierten Einnahmen zu verschleiern.

Details des Netzwerks

Die Staatsanwälte behaupten, das Netzwerk habe ein Netz von Frontunternehmen etabliert, das es den Wettgewinnen ermöglichte, in das Finanzsystem einzutreten, bevor sie über eine proprietäre digitale Buchhaltungsplattform namens „M80“ geleitet wurden. Die Anklage besagt, dass das System die Bewegung und Verfolgung der finanziellen Operationen der Gruppe verwaltete. Die Ermittler behaupten weiter, dass ein Teil der Einnahmen in Kryptowährungen umgewandelt wurde, bevor sie ins Ausland transferiert wurden.

Betrügerische Investitionsschemata

Die Anklage beschuldigt auch Mitglieder des Netzwerks, Opfer in betrügerische Investitionsschemata zu locken, indem sie ungewöhnlich hohe Renditen versprachen. Die türkischen Staatsanwälte fordern Haftstrafen von bis zu 34,5 Jahren für den mutmaßlichen Anführer Türker Ak und bis zu 31 Jahren für den mutmaßlichen Netzwerkmanager Murat Dönmezoğlu.

Internationale Reaktionen auf Krypto-Kriminalität

Die türkischen Behörden haben ihre Aufmerksamkeit auf krypto-bezogene Ermittlungen verstärkt. Im vergangenen Jahr im August wurde der Ethereum-Kernentwickler Federico Carrone, online bekannt als Fede’s Intern, etwa 24 Stunden lang festgenommen, nachdem das türkische Innenministerium ihn beschuldigt hatte, anderen bei der missbräuchlichen Nutzung des Ethereum-Netzwerks geholfen zu haben. Carrone bestritt jegliche Beteiligung an illegalen Aktivitäten und erklärte, seine Arbeit konzentriere sich auf akademische Forschung zu Datenschutztools. Er wurde später freigelassen und kehrte nach Europa zurück.

„Zusammen zeigen die jüngsten Ermittlungen, dass Regulierungsbehörden in mehreren Jurisdiktionen weiterhin untersuchen, wie Kryptowährungen in Finanzkriminalität verwendet werden.“

Globale Trends in der Regulierung

Der Fall fügt sich in eine Reihe von jüngsten Durchsetzungsmaßnahmen weltweit ein, bei denen die Behörden Kryptowährungen als ein Mittel identifiziert haben, um illegale Gelder zu bewegen oder zu verbergen, anstatt als die zugrunde liegende Quelle krimineller Aktivitäten. Anfang dieses Jahres erklärte die Volksbank von China, dass die Geldwäsche mit virtuellen Währungen eine ihrer Durchsetzungsprioritäten bleiben würde, als Teil ihrer nächsten Strategie zur Bekämpfung der Geldwäsche. Die chinesischen Behörden sagten, dass kriminelle Gruppen zunehmend virtuelle Währungen mit grenzüberschreitenden Geldtransfers, Untergrundbankennetzwerken und Treuhandkonten kombinieren, um Transaktionen schwerer nachverfolgen zu können.

Irland hat ebenfalls Krypto-Assets als ein „sehr signifikantes“ Risiko für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in seiner neuesten nationalen Risikoanalyse identifiziert. Das Finanzministerium des Landes gab an, dass es plant, bis zur zweiten Hälfte des Jahres 2027 Branchenstandards für krypto-bezogene Geldquellen einzuführen und gleichzeitig die Kontrollen zur Bekämpfung der Geldwäsche im Finanzsektor zu stärken.