Kryptowährungen als eigenständige Anlageklasse
Forscher der Federal Reserve haben vorgeschlagen, Kryptowährungen als eigenständige Anlageklasse für Margin-Regeln im Derivatehandel zu behandeln, da sie einzigartige Risiken und eine hohe Volatilität aufweisen. Die Analysten der US-Notenbank argumentieren, dass digitale Vermögenswerte Risiken mit sich bringen, die nicht gut in bestehende Finanzkategorien passen.
Studie zu Margin-Anforderungen
In einem am 12. Februar aktualisierten Papier untersuchten sie, wie krypto-bezogene Risiken im außerbörslichen Derivatehandel behandelt werden. Die Studie mit dem Titel „Initial Margin for Crypto Currencies Risks in Uncleared Markets“ konzentriert sich darauf, wie die Margin-Anforderungen im Rahmen des von der International Swaps and Derivatives Association verwendeten Rahmens berechnet werden.
Verhalten von Kryptowährungen
Die Forscher betonen, dass sich das Verhalten von Kryptowährungen stark von dem traditioneller Vermögenswerte wie Aktien, Rohstoffen und Devisen unterscheidet. Marktdruck zeigt sich tendenziell abrupt, die Preise bewegen sich schneller und die Schwankungen sind größer. Diese Merkmale erschweren es, Risiken mit bestehenden Modellen zu messen.
Vorschlag zur Schaffung einer Krypto-Risikoklasse
Aus diesem Grund schlägt das Papier vor, eine separate Krypto-Risikoklasse innerhalb des aktuellen Marginsystems zu schaffen. Der Vorschlag sieht vor, digitale Vermögenswerte in zwei breite Kategorien zu unterteilen:
- Erste Kategorie: an den Wert traditioneller Währungen gekoppelte Kryptowährungen, wie Stablecoins.
- Zweite Kategorie: nicht gekoppelte Kryptowährungen, deren Preise ausschließlich durch Angebot und Nachfrage auf dem Markt bestimmt werden.
Diese Unterscheidung soll die unterschiedlichen Risikoniveaus anerkennen. Stablecoins schwanken tendenziell weniger, während nicht gekoppelte Token stark und ohne Vorwarnung schwanken können.
Empfehlungen der Studie
Laut den Autoren kann die Anwendung desselben Margin-Rahmens auf beide Gruppen zu einer Fehleinschätzung des Risikos und schlecht kalibrierten Anforderungen führen. Die Studie empfiehlt außerdem, sich bei der Zuweisung von Risikogewichten auf langfristige Marktdaten zu stützen, einschließlich Perioden schwerer finanzieller Belastungen.
Praktische Auswirkungen
Wenn Marktteilnehmer den Vorschlag annehmen, könnten die Margin-Anforderungen für Krypto-Derivate sowohl strenger als auch genauer auf das zugrunde liegende Risiko abgestimmt werden. Praktisch gesehen müssten Händler und Institutionen möglicherweise zusätzliches Sicherheiten bereitstellen, insbesondere für Verträge, die mit hochvolatilen Vermögenswerten verbunden sind.
Risiken und regulatorische Überlegungen
Befürworter argumentieren, dass dieser Ansatz die Chancen einer Unterbesicherung verringern würde, eine Situation, in der die Handelsverluste die hinterlegte Margin übersteigen. In angespannten Märkten kann dieses Problem schnell um sich greifen und die finanzielle Stabilität gefährden. Ein klarerer Rahmen könnte helfen, diese Risiken zu begrenzen.
„Es handelt sich nicht um eine formelle Regulierung. Es stellt Forschung und Analyse des Fed-Personals dar, nicht um eine offizielle Regel oder politische Entscheidung.“
Schlussfolgerung
Dennoch ist das Timing bemerkenswert. Da die Krypto-Märkte wachsen und zunehmend mit der traditionellen Finanzwelt verbunden werden, achten Regulierungsbehörden und Institutionen genauer auf das Risikomanagement. Immer mehr Banken, Fonds und Handelsunternehmen sind jetzt in digitale Vermögenswerte involviert, was standardisierte Regeln wichtiger macht.
Indem sie Krypto als eigene Kategorie anerkennen, signalisieren die Forscher, dass digitale Vermögenswerte einen Reifegrad erreicht haben, der maßgeschneiderte Aufsicht erfordert. Während der Vorschlag die Regeln heute nicht ändert, verleiht er den laufenden Bemühungen, eine klarere Struktur für die Krypto-Derivatemärkte zu schaffen, zusätzlichen Schwung.