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US-Staatsanwälte lassen Insider-Handelsfall gegen OpenSea nach Berufungsurteil fallen

vor 2 Wochen
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Insider-Handelsfall im Bereich digitale Vermögenswerte

Dieser Schritt beendet effektiv den ersten bedeutenden Insider-Handelsfall im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten. Ein Bericht von Cornerstone Research zeigt gleichzeitig, dass die SEC ihre durchsetzungsrechtlichen Maßnahmen im Bereich Krypto im Jahr 2025 um etwa 60 % reduziert hat. Unter der Leitung von Paul Atkins konzentrieren sich neue Fälle hauptsächlich auf einfache Betrugsdelikte und weniger auf umfassende regulatorische Theorien. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass die USA von einer aggressiven Regulierung durch Durchsetzung zu einem selektiveren, rahmenbasierten Ansatz für die Aufsicht über Krypto übergehen.

Fall Nathaniel Chastain

US-Staatsanwälte haben entschieden, den Insider-Handelsfall gegen Nathaniel Chastain, einen ehemaligen Manager des NFT-Marktplatzes OpenSea, nicht erneut zu verhandeln, nachdem ein Bundesberufungsgericht zu Beginn des Jahres sein Urteil aufgehoben hatte. Am Mittwoch informierten die Staatsanwälte ein Bundesgericht in Manhattan darüber, dass sie eine Vereinbarung über die aufgeschobene Strafverfolgung mit Chastain getroffen haben, was den Fall effektiv beendet, sobald die Vereinbarung in etwa einem Monat ausläuft. Nach den Bedingungen des Deals wird die Regierung die Anklagen fallen lassen, und Chastain hat zugestimmt, die Einziehung von 15,98 Ethereum, die etwa 47.000 Dollar wert sind und die die Staatsanwälte behaupten, dass er aus den im Mittelpunkt des Falls stehenden Geschäften verdient hat, nicht anzufechten.

In einem Schreiben an das Gericht erklärte der US-Staatsanwalt von Manhattan, Jay Clayton, dass die Entscheidung auf mehreren Faktoren basierte, einschließlich der Tatsache, dass Chastain bereits einen Teil seiner ursprünglichen Strafe verbüßt hatte.

Diese Strafe umfasste drei Monate Gefängnis sowie eine Geldstrafe von 50.000 Dollar und zusätzliche finanzielle Strafen, die nach einem Schuldspruch einer Jury im Jahr 2023 wegen Betrugs und Geldwäsche verhängt wurden. Clayton schrieb, dass die Aufschiebung der Strafverfolgung und die Ablehnung einer erneuten Verhandlung des Falls am besten den Interessen der Vereinigten Staaten dienen würden.

Relevanz des Falls

Der ursprüngliche Fall erregte sowohl in rechtlichen als auch in Krypto-Kreisen viel Aufmerksamkeit. Die Staatsanwälte beschuldigten Chastain, seine Position bei OpenSea auszunutzen, indem er NFTs kaufte, von denen er wusste, dass sie bald auf der Startseite der Plattform präsentiert würden, und sie dann verkaufte, nachdem ihre Sichtbarkeit die Preise in die Höhe trieb. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Anklage als der erste Insider-Handelsfall im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten beschrieben und oft als Test dafür verwendet, wie bestehende Gesetze über Finanzkriminalität auf Krypto und NFTs angewendet werden könnten.

Diese Erzählung änderte sich im Juli, als ein Bundesberufungsgericht Chastains Verurteilung aufhob. Das Gericht entschied, dass die Geschworenen fehlerhafte Anweisungen erhalten hatten und stellte fest, dass die im Fall involvierten Daten zur Platzierung von NFTs auf der Startseite kein „Eigentum“ mit kommerziellem Wert gemäß den Bundesgesetzen über Drahtbetrug darstellten.

Die Entscheidung wurde schnell von Krypto-Befürwortern aufgegriffen, die argumentierten, dass sie die Notwendigkeit klarerer Gesetze beweise, die definieren, wie digitale Vermögenswerte in traditionelle rechtliche Rahmenbedingungen passen.

Änderungen bei der SEC

Die US-Wertpapieraufsichtsbehörde reduzierte ihre durchsetzungsrechtlichen Aktivitäten im Zusammenhang mit Krypto im Jahr 2025 erheblich nach einem Führungswechsel bei der Securities and Exchange Commission (SEC). Laut einem neuen Bericht von Cornerstone Research leitete die SEC im Laufe des Jahres nur 13 durchsetzungsrechtliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Krypto ein, ein Rückgang von 33 im Jahr 2024. Der Rückgang um etwa 60 % stellt das niedrigste Niveau der Krypto-Durchsetzung durch die Behörde seit 2017 dar.

Der Bericht weist darauf hin, dass der Rückgang der Fälle mit der Ernennung von Paul Atkins zum SEC-Vorsitzenden zusammenfiel. Von den 13 im Jahr 2025 eingeleiteten Maßnahmen wurden fünf vor dem Ausscheiden des ehemaligen Vorsitzenden Gary Gensler im Januar eingeleitet, während acht unter der Leitung von Atkins gestartet wurden. Diese neueren Fälle konzentrierten sich hauptsächlich auf Betrugsanschuldigungen und nicht auf umfassende Ansprüche im Zusammenhang mit Registrierungs- oder Marktstrukturverletzungen.

Diese Unterscheidung ist wichtig für eine Branche, die in den letzten Jahren viel Zeit damit verbracht hat, sich durch das zu navigieren, was Kritiker als „Regulierung durch Durchsetzung“ beschrieben haben. Unter Atkins scheint die SEC sich auf Fälle zu konzentrieren, die klaren Investorenschaden beinhalten und einfacher zu verhandeln sind, anstatt expansive rechtliche Theorien zu verfolgen, die testen, wie bestehende Wertpapiergesetze auf digitale Vermögenswerte angewendet werden.

Die Analyse von Cornerstone ergab auch, dass die Durchsetzungsmaßnahmen aktiv blieben, mit 29 im Jahr 2025 abgeschlossenen krypto-bezogenen Maßnahmen. Sieben dieser Fälle wurden unter Atkins‘ Amtszeit eingestellt. Die finanziellen Strafen, die gegen Unternehmen und Einzelpersonen im Bereich digitaler Vermögenswerte verhängt wurden, beliefen sich im Jahr 2025 auf insgesamt 142 Millionen Dollar, was weniger als 3 % der im Jahr 2024 verhängten Strafen ausmachte.

Robert Letson, ein Hauptverantwortlicher bei Cornerstone Research, erklärte, dass die Durchsetzung unter Atkins eine Evolution in der Aufsichtstrategie der SEC für digitale Vermögenswerte widerspiegelt.

Rechtliche Beobachter sagen, dass der Trend darauf hindeutet, dass die nächste Phase der US-Krypto-Regulierung weniger auf überraschenden Klagen und mehr auf Regelsetzung, Leitlinien und verhandelten Standards basieren könnte.

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