Einführung der VARA-Richtlinien
Die Virtual Assets Regulatory Authority (VARA) von Dubai hat ein umfassendes Leitdokument veröffentlicht, das die Betriebsweise von Token-Emittenten beschreibt. Anstatt neue Gesetze einzuführen, interpretiert das Dokument die bestehenden Regelungen zur Emission virtueller Vermögenswerte und bietet klarere Richtlinien, wie verschiedene Arten von Tokens in der Praxis behandelt werden sollten. Dieses Update erfolgt, während die Regulierungsbehörde weiterhin ihren maßgeschneiderten Rahmen für digitale Vermögenswerte verfeinert und sich von Jurisdiktionen distanziert, die sich auf traditionelle Wertpapier- oder Zahlungsrechtsgesetze stützen, um Token-Emissionen zu regulieren.
Klassifizierungssystem für Token-Emissionen
Im Mittelpunkt der Richtlinien steht ein drei-teiliges Klassifizierungssystem, das Token-Emissionen basierend auf ihrer Struktur und ihrem Risikoprofil unterscheidet.
- Kategorie 1: umfasst fiat-referenzierte und asset-referenzierte virtuelle Vermögenswerte, einschließlich Stablecoins und Tokens, die an reale Vermögenswerte (RWA) gebunden sind.
- Kategorie 2: gilt für Emissionen, die über von VARA lizenzierte Vermittler verteilt werden müssen.
- Kategorie 3: umfasst virtuelle Vermögenswerte mit eingeschränkter Funktionalität, die von der Regulierung ausgenommen sind, was die Compliance-Anforderungen für einfachere Anwendungsfälle verringert.
Jeder dieser Wege bringt klar definierte Verantwortlichkeiten mit sich. Bei Emissionen der Kategorie 2 sind lizenzierte Verteiler dafür verantwortlich, Due Diligence durchzuführen und die laufende Compliance sicherzustellen, wodurch die Verantwortung nicht nur bei den Emittenten, sondern auch bei den an der Verteilung beteiligten Unternehmen liegt.
Regulatorische Klarheit und Marktentwicklung
Der Rahmen weicht von der einheitlichen Behandlung aller Tokens ab und stimmt die Aufsicht stattdessen mit der Funktionsweise jedes Vermögenswerts auf dem Markt ab. Er enthält spezifische Bestimmungen für Stablecoins und asset-referenzierte Tokens und legt Erwartungen hinsichtlich der Reservevermögen, Rückzahlungsrechte und der rechtlichen Struktur fest.
In einem Gespräch mit Krypto-Medien erklärte Ruben Bombardi, General Counsel der VARA, dass das Regime „größere regulatorische Klarheit“ bietet, da viele virtuelle Vermögenswerte nicht klar in bestehende Kategorien passen.
Bombardi betonte, dass der Rahmen darauf ausgelegt sei, „informierte Entscheidungen“ zu unterstützen, indem er die Offenlegung von Risiken und Vermögensmerkmalen für die Nutzer verbessert.
Erweiterung des Regelwerks
Dieses Update baut auf einer Reihe von jüngsten Maßnahmen der Regulierungsbehörde auf, um ihr Regelwerk im Einklang mit der Marktentwicklung zu erweitern. Anfang dieses Monats erweiterte VARA ihren Rahmen für Börsen, um auch Krypto-Derivate abzudecken.