Vietnam setzt auf Pilot-Kryptowährungsbörsen
Vietnam hat einen Zeitrahmen bis Mitte Januar 2026 festgelegt, um die ersten Pilot-Kryptowährungsbörsen zu genehmigen. Dies stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung kontrollierter Markttests dar. Premierminister Pham Minh Chinh wies die Regulierungsbehörden an, die Genehmigungen bis zum 15. Januar 2026 unter einem Sandbox-Modell abzuschließen, das den Krypto-Handel ermöglicht und gleichzeitig systemische Risiken begrenzt. Dieser Schritt bringt digitale Vermögenswerte auf einen formalen politischen Kurs, nachdem es jahrelang rechtliche Unsicherheiten gab.
Prioritäten der Regierung
Die Entscheidung folgte einer nationalen Konferenz des Finanzsektors am 6. Januar 2026, bei der die Regierung die Prioritäten für das kommende Jahr skizzierte. Unter diesen Prioritäten rangierten die Pilot-Krypto-Börsen als eine Schlüsselaufgabe. Die Beamten stellten die Initiative als Möglichkeit dar, das Marktverhalten zu beobachten, Aufsichtsinstrumente zu verbessern und sich auf eine breitere Regulierung vorzubereiten, sofern die Ergebnisse stabil bleiben.
Aktivitäten im Inland
Der Krypto-Markt Vietnams gehört bereits zu den aktivsten in Südostasien in Bezug auf die Nutzerakzeptanz. Bislang fand der Handel jedoch größtenteils über Offshore-Plattformen statt. Durch die Eröffnung eines inländischen Pilotprojekts zielen die Behörden darauf ab, die Aktivitäten ins Inland zu bringen, die Transparenz zu erhöhen und Risiken im Zusammenhang mit Kapitalflucht und Betrug zu reduzieren.
Regulierungsrahmen
Die Regulierungsbehörden haben den Pilotversuch so gestaltet, dass er mit einer begrenzten Anzahl von Teilnehmern beginnt. Nur fünf Unternehmen werden voraussichtlich die anfängliche Genehmigung erhalten. Jeder Antragsteller muss ein Mindestkapital von 10 Billionen VND nachweisen, was signalisiert, dass die Regierung gut kapitalisierte Betreiber mit langfristiger Perspektive wünscht.
Die Eigentumsregeln schränken die Berechtigung weiter ein: Mindestens 65 % der Anteile müssen von institutionellen Investoren gehalten werden, wobei mindestens 35 % auf zwei qualifizierte Institutionen wie Banken, Wertpapierfirmen, Versicherer, Fondsmanager oder Technologieunternehmen aufgeteilt werden müssen. Diese Institutionen müssen zudem zwei aufeinanderfolgende profitable Jahre und saubere Prüfungsunterlagen nachweisen.
Technische Standards und Aufsicht
Technische und Sicherheitsstandards spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Genehmigte Börsen müssen die IT-Sicherheitsanforderungen der Stufe 4 erfüllen, die nahe am höchsten nationalen Benchmark liegen. Diese Bedingung spiegelt die Bedenken über Hacks und Datenverletzungen wider, die in den letzten Jahren regionale Krypto-Plattformen betroffen haben.
Vietnam hat die Aufsicht über mehrere Behörden verteilt. Das Finanzministerium wird die Betriebsabläufe der Börsen überwachen, während die Staatsbank von Vietnam die Kapitalflüsse und die Kontrollen zur Bekämpfung von Geldwäsche verfolgen wird. Gleichzeitig wird das Ministerium für öffentliche Sicherheit die Durchsetzung im Zusammenhang mit Cyberkriminalität und Marktmissbrauch übernehmen.
Langfristige Perspektive
Der Pilot steht im Einklang mit umfassenderen gesetzlichen Änderungen, die zu Beginn des Jahres 2026 in Kraft traten und die regulatorische Basis für digitale Technologien erweiterten. Die Beamten sehen den Börsentest als ein Testfeld und nicht als vollständige Legalisierung, was den Behörden ermöglicht, die Regeln anzupassen, bevor sie in größerem Maßstab umgesetzt werden.
In ganz Asien spiegelt Vietnams Ansatz Schritte wider, die von Jurisdiktionen wie Singapur und Hongkong unternommen wurden, die ebenfalls Sandbox-Regelungen eingeführt haben, bevor sie breitere Krypto-Lizenzen erteilten. Durch die Verfolgung eines phasenweisen Modells positioniert sich Vietnam, um Innovation mit finanzieller Stabilität in Einklang zu bringen und gleichzeitig die frühe Marktentwicklung streng zu kontrollieren.