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Vitalik Buterin: „Ethereum ist neutral – ich bin es nicht“

vor 17 Stunden
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Debatte über Dezentralisierung und Meinungsfreiheit

Vitalik Buterin hat die Debatte über Dezentralisierung, Neutralität und freie Meinungsäußerung innerhalb der Krypto-Industrie neu entfacht. Er erklärte, dass Ethereum zwar genehmigungsfrei und zensurresistent ist, er jedoch das Recht hat, Anwendungen, die darauf basieren, zu kritisieren. In einem ausführlichen Beitrag auf X betonte Buterin, dass Nutzer nicht mit seinen persönlichen Ansichten übereinstimmen müssen – sei es zu DeFi, datenschutzfreundlichen Zahlungen, KI, Politik oder sogar seiner ironischen Vorliebe für die Berliner Küche und ISO-Datumsformatierung –, um Ethereum (ETH) zu nutzen.

„Ich beanspruche nicht, das gesamte Ethereum-Ökosystem zu vertreten“,

schrieb er und betonte, dass das Kernprinzip von Ethereum die Neutralität auf Protokollebene ist. Jeder kann im Netzwerk bauen oder Transaktionen durchführen, ohne die Genehmigung der Ethereum Foundation oder der Entwickler von Clients einholen zu müssen. Allerdings zog Buterin eine scharfe Unterscheidung zwischen Protokollneutralität und persönlicher Neutralität.

„Wenn ich sage, Ihre Anwendung ist corposlop, zensiere ich Sie nicht“,

sagte er und argumentierte, dass offene Systeme nicht nur auf genehmigungsfreier Infrastruktur, sondern auch auf offener Kritik beruhen. Der „große Kompromiss“ der freien Meinungsäußerung, schlug er vor, besteht darin, dass niemand eine auf Ethereum basierende Anwendung schließen kann, jeder jedoch das Recht behält, sie öffentlich zu kritisieren.

Neutralität und persönliche Ansichten

Buterin argumentierte, dass Neutralität zu Infrastrukturprotokollen wie HTTP, Bitcoin oder Ethereum gehört, jedoch nicht unbedingt zu Individuen oder Gemeinschaften. Entwickler und Denker sollten den Mut haben, ihre Prinzipien klar zu artikulieren, auch wenn das bedeutet, Projekte zu kritisieren, von denen sie glauben, dass sie mit Ethereums Ethos von Freiheit und Nutzerermächtigung in Konflikt stehen.

Er erweiterte die Analogie auf Linux und beschrieb es als eine Technologie, die in der Nutzerermächtigung verwurzelt ist und dennoch Anwendungen unterstützt, die einige Unterstützer möglicherweise nicht mögen.

Wertorientierte Ökosysteme

Die Lösung, argumentierte er, besteht nicht darin, die Neutralität auf der Basisschicht aufzugeben, sondern aktiv wertorientierte Ökosysteme darauf aufzubauen. Buterins Kommentare kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatten über corposlop, Kommerzialisierung, KI-Integration und die ideologische Richtung von Krypto intensiver werden.

Seine Botschaft scheint darauf abzuzielen, ein wiederkehrendes Missverständnis zu klären: Ethereum gehört nicht zu einer bestimmten Weltanschauung, aber auch die prominentesten Stimmen sind nicht verpflichtet, über ihre eigene zu schweigen. Kurz gesagt, Ethereum ist neutral. Sein Mitbegründer ist es nicht.

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