Übergang zu KI-Computing und Netzwerksicherheit
Im Kontext eines massiven Übergangs öffentlicher Miner hin zu KI-Computing — laut Prognosen von Charles Edwards, CEO von Capriole, wird der Anteil der „Krypto-Einnahmen“ im Sektor bis 2026 von 90 % auf 30 % sinken — sind in der Branche zwei gegensätzliche Expertenmeinungen zur Netzwerksicherheit entstanden.
Edwards warnt vor einem möglichen Sicherheitszusammenbruch aufgrund eines Abflusses von Bitcoin-Hash-Power, während Adam Back, CEO von Blockstream, die Spekulation über diese Bedrohung als unbegründet abtut und vorschlägt, diesen Prozess als natürlichen Marktarbitrage zu betrachten.
Marktreaktionen und Sicherheitsbedenken
Edwards weist darauf hin, dass der Markt „mit den Füßen abstimmt“, da die Marktkapitalisierung von Unternehmen, die auf KI setzen, im Durchschnitt um 500 % gestiegen ist, während reine Miner negative Renditen zeigen. Er glaubt, dass die fundamentale Sicherheit von Bitcoin genau in dem Moment abnimmt, in dem die Entwicklung des Quantencomputings maximale Schutzmaßnahmen erfordert.
Back hingegen argumentiert, dass ein Rückgang der Hashrate für Miner vorteilhaft sein kann: Wenn die Hashrate sinkt, steigen die Gewinnmargen. Dies führt zu einer positiven Reflexivität, da Miner weniger Bitcoin verkaufen, um ihre Stromkosten zu decken, was den Preis in die Höhe treibt.
Optimierung und Marktmechanismen
Back sieht den Ausstieg einiger Akteure in die KI als einen Optimierungsmechanismus. Weniger Wettbewerb um die Hashrate erhöht die Margen für die verbleibenden Miner, was es ihnen ermöglicht, weniger geminte BTC zu verkaufen und ein Angebotsdefizit zu schaffen, das den Preis weiter ansteigen lässt.
Edwards hingegen beobachtet, dass viele Branchenriesen aufgehört haben, ihre ASIC-Flotten aufzurüsten, und alle Investitionen in die KI-Infrastruktur lenken. Für ihn signalisiert dies ein nachlassendes Interesse am Bitcoin-Netzwerk.
Finanzielle Stabilität und Zukunft des Mining
Back sieht dies jedoch anders: Die Gewinne aus KI-Verträgen könnten effektiv als Subvention für das Mining dienen. Finanzielle stabile Unternehmen könnten künstliche Intelligenz als Liquiditätsquelle nutzen, um Bitcoin anzuhäufen und sich von gezwungenen Verkäufern zu Netto-Käufern zu wandeln.
Edwards befürchtet, dass der Abfluss von Minern das Netzwerk externen Bedrohungen aussetzt. Back argumentiert jedoch, dass 90 % der Hashrate, die von finanziell stabilen Unternehmen kontrolliert wird, strategisch wertvoller sind als die 100 %, die von Akteuren kontrolliert werden, die am Rande der Insolvenz operieren.
Schlussfolgerung
Für Edwards ist die Migration zu KI ein Warnsignal für einen schwächeren Berechnungs-Schutz von Bitcoin. Back hingegen sieht darin keine Verräterei, sondern eine Evolution hin zu hochprofitablen hybriden Strukturen.