Gerichtliche Entscheidung zu Bithumb
Das Verwaltungsgericht Seoul in Südkorea hat Bithumb eine vorübergehende Erleichterung von einer sechsmonatigen Betriebsaussetzung gewährt, die es der Börse ermöglicht, den Betrieb fortzusetzen, während der Fall weiterverfolgt wird. Laut der Nachrichtenagentur Yonhap genehmigte die 2. Verwaltungsabteilung des Gerichts unter Richter Gong Hyeon-jin am Donnerstag den Stillstand und setzte die Durchsetzung einer Sanktion aus, die von der Financial Intelligence Unit (FIU), einer Anti-Geldwäsche-Behörde der Finanzdienstleistungsbehörde, verhängt wurde.
Hintergrund der Sanktionen
Die Aufsichtsbehörden hatten im März die Aussetzungsmitteilung herausgegeben und erklärt, dass Bithumb die AML-Verpflichtungen nicht erfüllt habe, die eine ordnungsgemäße Identitätsüberprüfung der Nutzer erforderten. Die Strafe zielte auf neue Kunden ab, indem externe Krypto-Einzahlungen und -Abhebungen eingeschränkt wurden, eine Maßnahme, die die Onboarding-Aktivitäten im Falle einer Durchsetzung erheblich beeinträchtigt hätte.
Die Financial Intelligence Unit verhängte außerdem eine Geldstrafe von 36,8 Milliarden Won, etwa 25 Millionen Dollar, nachdem sie rund 6,65 Millionen Fälle identifiziert hatte, in denen die Identität der Nutzer nicht ordnungsgemäß überprüft wurde, so der Korea Herald. Disziplinarische Maßnahmen wurden auch gegen CEO Lee Jae-won im Rahmen derselben Maßnahme ergriffen.
Rechtliche Schritte von Bithumb
Gerichtsdokumente zeigen, dass Bithumb sowohl die Aussetzung als auch deren Vollstreckung angefochten hat und am 23. März eine Klage sowie einen Antrag auf Stillstand eingereicht hat. Die Durchsetzung war bereits während der gerichtlichen Überprüfung ausgesetzt worden, und die neueste Entscheidung hält die Einschränkungen bis zu einem endgültigen Urteil aufrecht, sodass die täglichen Abläufe vorerst nicht betroffen sind.
Unternehmensmitteilungen, die von Yonhap zitiert wurden, deuteten darauf hin, dass die Aussetzung das Wachstum neuer Nutzer verlangsamen und die Geschäftstätigkeit belasten könnte, während die FIU erklärte, dass die Auswirkungen auf die Einnahmen begrenzt sein würden. Die Zahlung der Geldstrafe steht seit mehr als vier Wochen nach Ablauf der Frist aus, trotz eines von der Aufsichtsbehörde angebotenen Rabatts von 20 % für eine vorzeitige Begleichung, berichtete der Korea Herald.
„Wir planen, unsere Position während des verbleibenden rechtlichen Verfahrens treu darzulegen“, sagte Bithumb laut lokalen Medienberichten.
Regulatorische Herausforderungen und Vorfälle
Die regulatorische Prüfung hat sich nach einer Reihe von Betriebsproblemen verstärkt, einschließlich eines Auszahlungsfehlers im Februar, der Ermittlungen zu internen Kontrollen auslöste. Während einer Werbeaktion verteilte die Börse versehentlich 620.000 BTC anstelle von 620.000 Won, ein Fehler, der dazu führte, dass unbeabsichtigte Gutschriften externe Wallets erreichten.
Laut dem lokalen Medium Chosun Biz hat Bithumb etwa 99,7 % der Vermögenswerte zurückgewonnen, während der verbleibende Teil mit Unternehmensreserven behandelt wurde, nachdem einige Nutzer die Gelder verkauft hatten. Inzwischen wurden rechtliche Schritte gegen bestimmte Nutzer eingeleitet, die sich weigerten, die Vermögenswerte zurückzugeben, und vorläufige Beschlagnahmeanträge wurden eingereicht, um Bestände vor zivilrechtlichen Verfahren einzufrieren.
Die Behörden reagierten auf den Vorfall, indem sie die Aufsicht im gesamten Sektor verschärften. Die Finanzdienstleistungsbehörde wies die Börsen an, die Echtzeitüberwachung großer Transaktionen zu verstärken, nachdem eine Notfallinspektion Schwachstellen in automatisierten Abwicklungssystemen identifiziert hatte.
Zukunftsausblick für Bithumb
Neben den regulatorischen Herausforderungen hat Bithumb den Zeitplan für den geplanten Börsengang auf 2028 verschoben und auf die anhaltende Prüfung verwiesen, während die Ermittlungen der Finanzaufsichtsbehörde weiterhin die Risikomanagementpraktiken im Zusammenhang mit dem Auszahlungsfehler untersuchen.