Börse Stuttgart Digital und Tradias fusionieren
Börse Stuttgart Digital und die institutionelle Krypto-Handelsfirma Tradias haben ihre Fusion nach Erhalt der regulatorischen Genehmigung für das erforderliche Eigentumskontrollverfahren abgeschlossen und ein kombiniertes digitales Vermögensgeschäft mit etwa 300 Mitarbeitern geschaffen. Eine am Mittwoch veröffentlichte Ankündigung besagt, dass der Deal, der erstmals im Februar vorgestellt wurde, nun abgeschlossen ist.
Fokus auf institutionelle Kunden
Die beiden regulierten Krypto-Unternehmen werden unter einer einzigen Struktur zusammengeführt, die sich auf institutionelle Kunden in ganz Europa konzentriert. Das kombinierte Unternehmen wird unter dem Namen Börse Stuttgart Digital operieren, während Tradias weiterhin als eigenständige Marke für Handelsdienstleistungen fungiert.
Gemeinsam wird das Unternehmen Handels-, Verwahrungs-, Staking- und Tokenisierungsdienste für Banken, Broker und andere Finanzinstitute anbieten. Die Geschäfte werden von Frankfurt und Stuttgart aus geleitet, unterstützt von Teams in Athen, Beirut, Berlin, Dubai, Madrid, Mailand und Ljubljana.
Führung und Kundenbasis
Tradias-Gründer Christopher Beck und der Geschäftsführer von Börse Stuttgart Digital, Ulli Spankowski, wurden zu Co-CEOs des fusionierten Unternehmens ernannt. Die finanziellen Bedingungen der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben.
Durch die Zusammenlegung ihrer Aktivitäten bringen Börse Stuttgart Digital und Tradias regulierte Handelsinfrastruktur mit Verwahrungs- und digitalen Vermögensdiensten zusammen, die bereits von mehreren europäischen Finanzinstituten genutzt werden. Börse Stuttgart Digital zählt Institutionen wie DZ Bank, DekaBank, Intesa Sanpaolo und Société Générale-FORGE zu seinen Kunden.
Tradias hingegen bietet Handels- und Market-Making-Dienste für mehr als 150 Kryptowährungen und andere digitale Vermögenswerte an und bedient Kunden wie flatexDEGIRO, dwpbank und europäische Regierungsinstitutionen.
Partnerschaften und regulatorische Entwicklungen
Anfang dieses Jahres ging die DekaBank eine Partnerschaft mit Börse Stuttgart Digital ein, um Kryptowährungshandelsdienste für institutionelle Investoren einzuführen. Zu diesem Zeitpunkt stützte sich die Bank auf die regulierte Brokerage- und Verwahrungsinfrastruktur von Börse Stuttgart Digital, nachdem das Unternehmen eine Genehmigung im Rahmen des EU-Rahmenwerks für Märkte in Krypto-Assets erhalten hatte.
Der institutionelle Fokus hat sich fortgesetzt, da europäische Banken schrittweise digitale Vermögensdienste im Rahmen des MiCA-Regulierungsrahmens hinzufügen.
Erweiterung der Blockchain-Infrastruktur
Die Fusion folgt einer Reihe von Projekten der Börse Stuttgart Group, die darauf abzielen, die blockchain-basierte Finanzinfrastruktur über den Kryptowährungshandel hinaus auszubauen. Im vergangenen September stellte die Gruppe Seturion vor, eine Blockchain-Abwicklungsplattform, die für den grenzüberschreitenden Handel mit tokenisierten Vermögenswerten in ganz Europa entwickelt wurde.
Die Plattform unterstützt sowohl öffentliche als auch private Blockchains und ermöglicht die Abwicklung mit Zentralbankgeld oder On-Chain-Digitalwährungen, während sie Banken, Broker, Handelsplätze und Tokenisierungsplattformen über eine gemeinsame Infrastruktur verbindet.
Börse Stuttgart erklärte bei der Einführung von Seturion, dass die Plattform die Abwicklungskosten um bis zu 90 % senken könnte, während sie Finanzinstituten den Zugang zum Handel mit tokenisierten Vermögenswerten ermöglicht, ohne dass jeder Teilnehmer eine spezielle Lizenz für Distributed-Ledger-Technologie erwerben muss.
Kürzlich hat Seturion Société Générale, SG-FORGE und flatexDEGIRO als Teilnehmer in sein Abwicklungsnetzwerk aufgenommen. Die Erweiterung brachte tokenisierte strukturierte Wertpapiere, MiCA-konforme Euro- und Dollar-Stablecoins sowie den Orderfluss des Einzelhandels auf die Plattform und erweiterte ihre Rolle in der regulierten Abwicklung digitaler Wertpapiere in ganz Europa.
Auch die europäischen Handelsplätze von Nasdaq werden voraussichtlich mit dem Abwicklungsnetzwerk verbunden, so die frühere Ankündigung von Börse Stuttgart.
Zusammenfassung
Tradias fügt Börse Stuttgart Digital ein etabliertes institutionelles Handelsgeschäft hinzu, das auf der bestehenden regulierten Infrastruktur aufbaut. Das Unternehmen bietet Handel und Market-Making für mehr als 150 digitale Vermögenswerte an und hat Beziehungen zu Brokern, Banken und öffentlichen Institutionen in Europa aufgebaut.
Die Beibehaltung des Namens Tradias für Handelsdienstleistungen ermöglicht es dem fusionierten Unternehmen, seine bestehende Marktpräsenz zu bewahren, während die Unternehmen unter einer einzigen digitalen Vermögensorganisation integriert werden. Mit etwa 300 Mitarbeitern in mehreren europäischen und internationalen Büros bringt der kombinierte Betrieb nun regulierte Handels-, Verwahrungs-, Staking- und Tokenisierungsdienste innerhalb einer institutionellen Plattform zusammen und bedient weiterhin bestehende Kunden aus dem Bank-, Brokerage- und Finanzmarkt.