Verbot von Kryptowährungsdonationen in Brasilien
Das brasilianische Bundesministerium für öffentliche Angelegenheiten hat politische Parteien und Kandidaten daran erinnert, dass sie keine Kryptowährungsdonationen für Wahlkampagnen akzeptieren dürfen. Das MPF erklärte, dass diese Regelung notwendig ist, da alle Kampagnenspenden eine klare Identifizierung des Spenders ermöglichen müssen.
„Die Wahlregeln verbieten die Verwendung von Kryptowährungen für Spenden an Parteien und Kandidaten“, sagte das MPF in seiner öffentlichen Mitteilung.
Die Mitteilung erfolgte im Rahmen der MPF-Serie „Me explica, MPF!“ am 22. Juni. Die Behörde wies darauf hin, dass die Wahlregeln Brasiliens seit 2019 virtuelle Währungsdonationen verbieten, nachdem der Oberste Wahlgerichtshof die Resolution 23.607/2019 genehmigt hatte. Das MPF verknüpfte das Verbot mit der pseudonymen Natur von Krypto-Transaktionen.
Regeln für Kampagnenfinanzierung
Das Kampagnenfinanzierungssystem Brasiliens erfordert, dass Spenden über Kanäle fließen, die sowohl den Spender als auch den Empfänger identifizieren. Das MPF betonte, dass dies den Wahlbehörden hilft, die Kampagnenkonten zu überprüfen und die Herkunft der Mittel nachzuvollziehen. Die Regeln erlauben Zahlungsmethoden wie Pix und Banküberweisungen, sofern der Spender identifiziert werden kann. Crowdfunding ist ebenfalls erlaubt, jedoch nur über Plattformen, die beim Obersten Wahlgerichtshof registriert und autorisiert sind.
Kampagnen, die gegen diese Regel verstoßen, müssen mit Strafen rechnen. Das MPF erklärte, dass Parteien und Kandidaten Geldstrafen auferlegt werden können, sie das Geld an die Staatskasse zurückgeben oder Verfahren wegen Missbrauchs wirtschaftlicher Macht ausgesetzt werden können.
Wahlen 2026 und weitere Maßnahmen
Diese Warnung erfolgt im Vorfeld der Wahlen in Brasilien im Oktober 2026. Die erste Runde ist für den 4. Oktober geplant, während eine zweite Runde für Präsidentschafts- oder Gouverneurswahlen, falls erforderlich, für den 25. Oktober angesetzt ist.
Brasilien hat auch gegen wahlbezogene Wettmärkte vorgegangen. Im April schränkten die Behörden die Vorhersagemarktplattformen ein, die Verträge anboten, die mit politischen, wahlbezogenen, sozialen, kulturellen und sportlichen Ereignissen verbunden sind. Diese Maßnahme betraf Plattformen wie Polymarket und Kalshi, die Märkte im Zusammenhang mit brasilianischen politischen Ergebnissen angeboten hatten.
Reuters berichtete, dass Brasilien 27 Vorhersagemarktplattformen blockierte und die Veranstaltungsverträge auf Bereiche wie wirtschaftliche Indikatoren beschränkte. Das Verbot von Krypto-Spenden ist von den Regeln für Vorhersagemärkte getrennt. Beide Maßnahmen zeigen, dass Brasilien klare Grenzen gesetzt hat, wo digitale Vermögenswerte Wahlen, politische Finanzen oder regulierte öffentliche Märkte berühren.
Regulierung von Krypto in Brasilien
Wie zuvor von crypto.news berichtet, blockierte Brasilien im Mai auch die Verwendung von Krypto innerhalb regulierter grenzüberschreitender Zahlungswege. Diese Regel verbot keine Krypto-Überweisungen im Land, hielt jedoch virtuelle Vermögenswerte von überwachten eFX-Abwicklungen fern. Brasilien bleibt einer der größten Krypto-Märkte Lateinamerikas, aber die Regulierungsbehörden haben weiterhin definiert, wo Krypto operieren kann.
In einem aktuellen Update berichtete crypto.news über das neue Prüfmandat Brasiliens für Krypto-Börsen, die eine Genehmigung anstreben. Zuvor untersuchte crypto.news den Plan Brasiliens, die Regeln für Stablecoins zu verschärfen. Die Gesetzgeber brachten ein Gesetz voran, das algorithmische Stablecoins verbieten und von inländischen Emittenten verlangen würde, ihre Token vollständig zu decken.
Die Mitteilung des MPF schafft kein neues Krypto-Gesetz, sondern bekräftigt eine Regel, die seit 2019 besteht. Für Kandidaten und Parteien bleibt die Botschaft klar: Kampagnenmittel müssen identifizierbar sein, und Krypto-Spenden erfüllen diesen Standard gemäß den aktuellen Wahlregeln nicht.