Kontroversen um den Digital Asset Market Clarity Act
Charles Hoskinson hat die Bemühungen, Abschnitt 604 aus dem vorgeschlagenen Digital Asset Market Clarity Act zu streichen, scharf kritisiert. Dies geschah, nachdem der National Fraternal Order of Police die US-Senatoren aufgefordert hatte, diese Bestimmung zu überdenken. Die Debatte dreht sich um die Frage, ob Open-Source-Krypto-Entwickler und Infrastruktur-Anbieter rechtlichen Risiken ausgesetzt sein könnten, je nachdem, wie Dritte die Blockchain-Technologie nutzen.
In einem Schreiben an die Senatoren Tim Scott und Elizabeth Warren argumentierte Patrick Yoes, der Präsident des National Fraternal Order of Police, dass Abschnitt 604 die Fähigkeit der Strafverfolgungsbehörden schwächen würde, Finanzkriminalität im Zusammenhang mit Kryptowährungen zu verfolgen.
Die Organisation warnte, dass die Befreiung von „nicht kontrollierenden Entwicklern oder Anbietern“ von der Behandlung als Geldübermittler es für Staatsanwälte schwieriger machen könnte, kriminelle Netzwerke zu verfolgen, die digitale Vermögenswerte nutzen.
Hoskinsons Kritik an der Position der Strafverfolgungsbehörden
Hoskinson bezeichnete die Position der Organisation als „Wahnsinn“ und als völlig unvernünftig. Er erklärte, dass Open-Source-Software entwickelt und der Welt zur Verfügung gestellt wird, und dass es absurd sei, die Entwickler für die Handlungen von Dritten, die sie nie getroffen haben, haftbar zu machen. Dies sei ein stark abgelehntes Argument, das die Position als irrational und grundsätzlich gefährlich für die Softwareentwicklung darstellt.
Seiner Meinung nach würde es die Entwickler rechtlich für Verbrechen verantwortlich machen, die von nicht verwandten Dritten begangen werden, und einen Rahmen schaffen, in dem die Schöpfer von Open-Source-Software dauerhaft für Handlungen haftbar werden, die völlig außerhalb ihrer Kontrolle liegen.
Er argumentierte, dass ein solches System die offene öffentliche Blockchain-Infrastruktur effektiv zerstören würde, indem es Entwickler in geschlossene und genehmigte Systeme zwingt, in denen jeder Teilnehmer überwacht und genehmigt wird.
Hoskinson betonte, dass der Vorschlag ein rechtliches Umfeld schafft, das so extrem ist, dass die Veröffentlichung von Open-Source-Finanzsoftware vergleichbar wäre mit der Übernahme der Verantwortung für jeden Missbrauch dieser Software in der Zukunft. Er verglich die Logik hinter dem Vorschlag mit der Schuldzuweisung an Autoren für Verbrechen, die von fiktiven Büchern inspiriert sind – ein Vergleich, der das Absurde verdeutlichen soll, Kriminalitätsschuld den Schöpfern für unabhängige Handlungen von Fremden zuzuschreiben.
Breitere Implikationen der Debatte
Die Kontroverse spiegelt einen viel breiteren Kampf wider, der derzeit in Washington darüber stattfindet, wie die Infrastruktur für Kryptowährungen reguliert werden sollte. Befürworter von Abschnitt 604 argumentieren, dass Entwickler, die lediglich Code veröffentlichen, nicht automatisch als Finanzintermediäre behandelt werden sollten. Gegner, darunter einige Strafverfolgungsgruppen, befürchten, dass diese Schutzmaßnahmen Schlupflöcher schaffen könnten, die von Kriminellen über dezentrale Plattformen und anonyme Blockchain-Tools ausgenutzt werden.
Das Ergebnis dieser Debatte könnte erhebliche Konsequenzen für die Zukunft der dezentralen Finanzen und der Open-Source-Krypto-Entwicklung in den Vereinigten Staaten haben. Wenn die Regulierungsbehörden zu strengeren Haftungsstandards übergehen, könnten Entwickler zunehmend Innovationen außerhalb der US-Rechtsordnung verlagern oder sich in Richtung stark kontrollierter Systeme bewegen, die die Dezentralisierung vollständig opfern.