Kryptowährungsregulierung in China
Die obersten Gerichtsoffiziellen Chinas haben eine erneute Prüfung von Streitigkeiten im Zusammenhang mit Kryptowährungen signalisiert. Dies geschieht im Zuge der Ankündigung der Behörden, gerichtliche Regeln für Fälle mit virtuellen Währungen und grenzüberschreitenden Finanztransaktionen zu erarbeiten. Während einer Pressekonferenz am Mittwoch in Peking erklärte Liu Guixiang, ein Mitglied des Justizausschusses des Obersten Volksgerichts Chinas, dass die chinesischen Gerichte tiefere Forschungen zu den Entscheidungsstandards in Bezug auf „aufkommende Fälle“ mit virtuellen Währungen und ausländischen Finanzaktivitäten durchführen würden. Liu fügte hinzu, dass die Justizbehörden die Arbeit an rechtlichen Auslegungen im Zusammenhang mit zivilrechtlicher Entschädigung in Fällen von Insiderhandel und Marktmanipulation beschleunigen würden, ohne jedoch einen konkreten Zeitrahmen für diese Maßnahmen anzugeben.
Langfristige politische Ziele
Die Pressekonferenz fand im Rahmen von Chinas „15. Fünfjahresplan“ statt und ist Teil des langfristigen politischen Fahrplans des Landes bis 2030, der die Integration von Cybersicherheit in die digitale Governance und die Finanzinfrastruktur umfasst. Obwohl das Festlandchina weiterhin eine der strengsten Krypto-Beschränkungen weltweit durchsetzt, haben lokale Gerichte Kryptowährungen wie Bitcoin in Streitigkeiten über Eigentumsrechte und Vermögensrückgewinnung bereits als virtuelle Eigentümer anerkannt. Gleichzeitig haben die Regulierungsbehörden die Beschränkungen für krypto-verknüpfte Finanzaktivitäten verschärft.
Regulierungsmaßnahmen
In einer im Februar gemeinsam von der Volksbank von China, der China Securities Regulatory Commission und anderen Behörden veröffentlichten Mitteilung wurde die Aufsicht auf Offshore-Yuan-gebundene Stablecoins und tokenisierte reale Vermögenswerte ausgeweitet. Der Rahmen stellte fest, dass virtuelle Währungen, einschließlich Bitcoin, Ether und Tether, nicht den gleichen rechtlichen Status wie Fiat-Währung haben und nicht als Geld auf dem Markt zirkulieren können. Die Mitteilung klassifizierte zudem den Krypto-Handel, die Token-Emission, Markt-Making-Dienste und krypto-verknüpfte Finanzprodukte als illegale Finanzaktivitäten.
Zusätzlich zu den Beschränkungen für den Krypto-Handel wurden tokenisierte Eigentums- oder Einkommensrechte an zugrunde liegenden Vermögenswerten von den chinesischen Behörden in dieselbe Durchsetzungs-Kategorie eingeordnet. Die Regulierungsbehörden erklärten, dass solche tokenisierten Rechte nicht ausgegeben oder gehandelt werden dürfen, es sei denn, sie wurden über die vorgesehenen Finanzinfrastrukturen und bestehenden regulatorischen Kanäle genehmigt. Finanzinstitute und Zahlungsunternehmen wurden zudem daran gehindert, Abrechnungs-, Verwahrungs-, Versicherungs- oder Kontodienste im Zusammenhang mit Krypto-Aktivitäten anzubieten, während Internetplattformen angewiesen wurden, keine krypto-bezogenen Geschäfte zu fördern oder zu hosten.
Rechtliche Konsequenzen
Eine weitere Bestimmung in den Richtlinien vom Februar besagt, dass zivilrechtliche Handlungen, die Kryptowährungsinvestitionen betreffen, als ungültig betrachtet werden, wobei die Investoren verpflichtet sind, alle daraus resultierenden Verluste selbst zu tragen. Abseits der Beschränkungen des Festlands hat Hongkong weiterhin einen regulierten Sektor für digitale Vermögenswerte unter einem separaten rechtlichen Rahmen aufgebaut. Anfang dieses Jahres erteilte die Hongkonger Währungsbehörde die ersten Stablecoin-Lizenzen der Stadt an HSBC und Anchorpoint Financial im Rahmen ihres neuen Lizenzierungsregimes.
Die HKMA warnte später die Öffentlichkeit vor betrügerischen Stablecoin-Projekten, die fälschlicherweise Verbindungen zu genehmigten Emittenten behaupteten. Wie zuvor von crypto.news berichtet, veröffentlichten die Behörden in Hongkong kürzlich die Ergebnisse der Konsultation zu Lizenzierungssystemen für virtuelle Vermögensberatungs- und -verwaltungsdienste und bestätigten Pläne, legislative Vorschläge für den Sektor voranzutreiben.